ERP als digitale Brücke zwischen Projekt und Betrieb

ERP als digitale Brücke zwischen Projekt und Betrieb. Nominierte Real Estate Award stehen fest. Webinar von Scandens. novalytica lanciert AI Incubator Programm. Und vieles mehr unter den verschiedenen Rubriken und „Best of the Rest“.
Am Schluss dieses Artikels meine Empfehlungen für nächste Veranstaltungen.
proptechnews.ch wünscht angenehme Sommertage und gute Erholung vom Alltag!
ERP als digitale Brücke zwischen Projekt und Betrieb
Die tend AG ist ein Unternehmen der Halter Gruppe und spezialisiert auf ganzheitliche Dienstleistungen entlang des Immobilienlebenszyklus – von der Erstvermietung und Verkauf über den Betrieb bis zur Nachhaltigkeit. Im Zentrum steht die Verbindung von Digitalisierung, Nutzerzentrierung und Wirtschaftlichkeit. Im Interview erklärt Lukas Fuchs, wie tend mit PROPbase neue Massstäbe in der Bewirtschaftung setzt – und wie sie damit das „Death Valley of Know-how“ zwischen Projekt und Betrieb überwinden wollen. Mit diesem Erfahrungsbericht schliesst sich nach dem Interview mit dem CEO von PROPbase der Reigen. ERP als digitale Brücke zwischen Projekt und Betrieb.
Welches ist der Ansatz von tend in der Immobilienbewirtschaftung?
Wir verbinden klassische Bewirtschaftung mit FM-Consulting, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Historisch kamen wir aus dem FM-Consulting – also Betriebskostenanalysen, Betriebsvorbereitung, Inbetriebnahme. Als ich zu tend kam, war die Aufgabe, die Bewirtschaftung neu aufzubauen – aber eben nicht isoliert. Wir haben die Organisation neu gedacht: Projekt und Betrieb gehören zusammen. Unsere Idee war, alle relevanten Daten aus der Projektphase schon so aufzubauen, dass sie später direkt im Betrieb nutzbar sind.
Was läuft in der Branche heute noch falsch?
Das grösste Problem ist der Bruch zwischen Projekt und Betrieb. Im Projekt entsteht wertvolles Know-how, das dann beim Übergang in den Betrieb verloren geht. Der Bewirtschafter startet bei Null, obwohl alle Daten schon vorhanden wären. Dieses „Death Valley of Know-how“ wollen wir schliessen.
Mit PROPbase schaffen wir eine durchgängige Datenplattform – von der Planung über die Erstvermietung bis zum Betrieb. Alle relevanten Daten und Informationen,, die im Projekt entstehen, werden direkt übernommen: Wohnungsspiegel, Seriennummern von Geräten, Verträge, Servicepartner, Bauwerksdokumentationen, etc. Das spart Zeit, Nerven und Kosten.
Was war euer Aha-Erlebnis vor PROPbase?
Wir hatten mit einem Grosskunden ein Pilotprojekt: zwei Liegenschaften, viele Tools. Von Mieterapps über Vermarktungstools, Handwerkerplattform, SharePoint bis zum externen DMS – alles war irgendwie verbunden, aber nichts richtig integriert. Die User Experience für die Mieter war gut, aber für unsere Bewirtschafter katastrophal. Daten mussten manuell abgeglichen werden, Systeme sprachen nicht miteinander, Prozesse waren schwerfällig. Wir haben gemerkt: Frontend polieren reicht nicht – der Kernprozess muss stimmen.
Was hat euch an PROPbase überzeugt?
PROPbase war der erste Anbieter mit dem richtigen Architekturverständnis: Eine Plattform, die die kaufmännische und technische Welt verbindet. Offen und prozessorientiert. Wir haben alles andere rausgeworfen. Keine Mieterapp, kein Outlook, keine Drittsysteme mehr. PROPbase ist heute unser zentrales Betriebssystem. Die Kommunikation läuft übers integrierte Ticketsystem, alle Geräte, Verträge, Ansprechpartner. Wirklich alles in einem System. Selbst Telefonanfragen werden via KI transkribiert und automatisch ins System überführt.
Und was sagen die Mieter zur fehlenden App?
Nichts, im Gegenteil. Kein einziger hat sich gemeldet, weil er die App vermisst. Warum? Weil es nicht auf die Verpackung ankommt, sondern auf die Reaktionszeit. Wer eine Anfrage stellt, will eine schnelle und saubere Antwort. Das ist echte Experience. PROPbase hilft uns, genau das zu liefern. Schnell, transparent und mit vollständiger Datenbasis.
Wie verändert PROPbase euren Arbeitsalltag konkret?
Ein Beispiel: Eine Reparatur, die vorher 30 Minuten administrativen Aufwand bedeutete, dauert heute 10. Multiplizierst du das über den Tag, hast du plötzlich zwei Stunden mehr Zeit für wertstiftende Tätigkeiten, wie echte Mieterbetreuung oder strategische Planung. Und das ist erst der Anfang: Je besser die Datenbasis, desto mehr können wir automatisieren. Von der Rechnungserfassung über Serviceaufträge bis zur Auswertung von Betriebskosten.
Ihr sprecht auf eurer Website von der „Uberisierung der Bewirtschaftung“. Was meint ihr damit?
Heute gibt es in einer Liegenschaft viele Player: Liftmonteure, Techniker, Reinigungsdienste, digitale Services. Wenn jeder in seinem eigenen System arbeitet, gibt es Chaos. Uberisierung bedeutet für uns: Alle arbeiten auf unserer Plattform, also auf PROPbase. FM-Provider bearbeiten Tickets direkt im System. Geräte, Leistungen und Nachweise sind sauber dokumentiert. Wenn ein Partner nicht passt, wechseln wir ihn ohne Datenverlust aus. So werden wir unabhängig, skalierbar und viel effizienter.
Was ist eure Vision für die nächsten Jahre?
Unsere Vision ist klar: Smart Operation ab Tag eins. Eine Liegenschaft muss so aufgesetzt sein, dass sie möglichst automatisiert betrieben werden kann. Dann wird der Bewirtschafter vom reaktiven Abarbeiter zum strategischen Asset Manager. Mit PROPbase können wir das umsetzen. Wir bauen derzeit erste Mandate, bei denen wir sowohl die Bewirtschaftung als auch das Asset Management übernehmen. Effizient, transparent und datengetrieben.
Und was passiert mit den klassischen Verwaltungen, wenn diese neue Welt Realität wird?
Der Druck auf die Branche steigt, besonders von institutionellen Eigentümern. Bewirtschaftungen mit alten Legacy-Systemen werden unter Druck kommen, ihre Effizienz und Transparenz zu steigern. Die Zukunft gehört den Plattformen, die offen, integriert und skalierbar sind. Und PROPbase hat dafür die besten Karten.
Events
Scandens hat zu einem gemütlichen Sommerabend in die Fischerstube am Zürihorn eingeladen. Keine Präsentationen, einfach das was Menschen an einem solchen Anlass wollen: Essen, trinken und sich austauschen. Ich habe an diesem Abend wieder spannende Personen kennengelernt. So soll es sein! Scandens lädt übrigens am 22. August 25 von 12.25 bis 13.15 Uhr zu einem kostenlosen Webinar zum Thema: KI im Immobilienalltag. Adrian Müller, Gründer von aiia, erklärt, wie ChatGPT, Claude oder Perplexity clever im Immobilienalltag genutzt werden können. Ein Webinar mit vielen Hands-on Tipps. Hier kann man sich anmelden!

Für den Real Estate Award stehen die Nominierten fest. In der Kategorie „Digital“ sind dies Evorest, Optiml und Quanthome. Bei der „Nachhaltigkeit“ sind es IAZI, Mobimo und Neustark. Bei „Projektentwicklung, Innovation“ buhlen Element, UmweltArena und Xania um die Gunst des Publikums. Und bei der „Vermarktung“ sind es Avendo, maison.work und tRaumplaner. Das Voting ist offen bis zum 17. August 2025.
Der Ticketverkauf für die EXPO REAL ist ab sofort geöffnet. Bis zum 7. August 2025 gilt der Frühbuchungsrabatt.
Investments
Grosser Jubel! Im ersten Halbjahr 2025 wurden fast 1.5 Milliarden Franken neues Geld investiert. BioTech hast davon fast die Hälfte für sich beansprucht. PropTech findet einmal mehr keine Erwähnung, vielleicht sind Investments in diese Branche getätigt, aber unter ICT erfasst worden.
PropTech Map Switzerland
novalytica lanciert das eigene AI Incubator Programm. Laut Massimo Mannino unterstütze das Programm mit technischem Sparring, Produktentwicklung und Marktzugang. Auch seien Finanzierungen bis zu CHF 50’000 möglich. Zusätzlich würden Workspace, Datenzugang, Infrastruktur und Zugang zum Novalytica Expertennetzwerk. Besonders willkommen seien Projekte in den Bereichen Immobilien, ESG, ERP/CRM Analytics, Data Quality oder Dokumentenverarbeitung. Hier kann man sich bewerben!
Unter «Marketplace” war bisher apartolino.ch aufgeführt. Neu heisst dieser Marktplatz immoswipe.ch.
Künstliche Intelligenz
ETH Zürich und EPFL Lausanne entwickeln gemeinsam eine Schweizer KI-Sprachmodell. Im Gespräch erklärt Martin Jaggi, Professor an der EPFL und Leiter des AI Centers, die Unterschiede zu ChatGPT. Im wesentlichen ginge es um Transparenz und Offenheit des Modells: Im Gegensatz zu kommerziellen Angeboten sei das Schweizer Modell öffentlich zugänglich und in über 1000 Sprachen trainiert, was insbesondere für unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen relevant sei. Zudem werde auf europäische Werte wie Datenschutz und wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit geachtet. Jaggi betont die Wichtigkeit, dass Nutzer verstehen können, wie ein Modell funktioniert. Während ChatGPT vorrangig für grosse Märkte wie den englischen und chinesischen Raum entwickelt wurde, ziele das ETH-EPFL-Modell auf breitere sprachliche Vielfalt. Auch für die Forschung sei der offene Zugang ein Vorteil, da kein Wissen „verschwinden“ könne. Die Entwicklung wurde unter anderem mit dem Schweizer Supercomputer „Alps“ unterstützt.
Lösung für das Personalproblem in der Gastronomie?
Ex‑Uber‑Chef Travis Kalanick zündet mit Cloud Kitchens die nächste Stufe der Gastro‑Automatisierung: Eine nur 5,5 m² grosse Roboterküche bereitet 300 Bowls pro Stunde für Marken wie Chipotle oder Sweetgreen zu. Die Online-Bestellung löst einen Fertigungsreigen aus: Schüssel fährt unter die Behälter mit den Zutaten, erhält Sauce, Deckel, Besteck, wird versiegelt, per Band ins Smart‑Schliessfach gelegt und von Lieferdiensten kontaktlos abgeholt. Arbeitskosten sinken so von 30 % auf 7–10 % des Umsatzes. Kalanicks Fernziel: „autonome Burritos“-Roboter, die grillieren, zusammenstellen, verpacken und per selbstfahrendem Van zustellen. Jedes Gericht schneller, günstiger und überall verfügbar machen. Dies die Vision. Werden damit die Probleme der Gastronomie gelöst?
Agentic AI scheitert!
Agentic AI – ist eines der neuen Zauberwörter. Jetzt sagt Gartner im neuen Hype Cycle, dass bis 2027 40 % aller Agentic AI-Projekte eingestellt würden. Patric Weiler meint dazu, dass Agentic AI oftmals wie ein Pflaster auf ein marodes System eingesetzt würde. Man hoffe auf Effizienz, Automatisierung, Fortschritt. Aber die Silos blieben bestehen, die Prozesse unklar, die Daten fragmentiert. KI sei kein Shortcut, sie sei Teil einer Gesamtstrategie und nicht der Ersatz für diese. Wer das Chaos skaliert, werde darin untergehen.
Wie leicht lassen wir uns täuschen. Welches der beiden Bilder ist von AI geschaffen worden?

Die Auflösung folgt nach meinen Veranstaltungstipps.
Ausgewählte Veranstaltungen
Die 3. Durchführung von Winti Ventures findet am 28. August 2025 in Winterthur statt.
Im Golf Club Augwil treffen sich die Golf-Freunde zum 5. Csabas Paprika ImmoGolf Challenge Charity. Anmeldungen direct an Csaba über zalan@vonzalanpartner.ch oder 043 222 35 22.
London beherbergt vom 3.-4. September 2025 die nächste PropTech Connect.
Die Herbst-Fachtagung Immobilienvermarktung begrüsst die Gäste am 4. September 2025 im Hotel Mariott in Zürich.
Vor der EXPO REAL wird beim REAL Estate Award am 2. Oktober im Trafo in Baden abgefeiert.
Nach dem Oktoberfest ist vor der EXPO REAL, vom 6.-8. Oktober 2025 in München.
Wer Gutes tun will und sich sportlich betätigen, der beteiligt sich am Global Real Estate Run vom 23. bis 24. Oktober 2025. Der Run findet zum 10. Mal statt. Ein weiterer Grund mitzumachen.
Warum sich nicht in Paris an der RENT vom 5. bis 6. November 2025 inspirieren lassen?
Geistige Nahrung verspricht der Fachkongress smart!mmo.io vom 6. November 2025.
Winterthur empfängt vom 6.-7. November Gäste der Startup Nights.
Veranstaltungen in 2026
Neu in der Halle 550 findet die IMMO26 vom 14.-15. Januar 2026 statt. Obwohl die Veranstalter mit proptechnews.ch keine Medien-Partnerschaft mehr eingehen wollen, führe ich den Anlass hier auf.
Die Swissbau bietet Startups eine Bühne vom 20.-23. Januar 2026.
Der nächste Digital Real Estate Summit findet am 5. März 2026 im Trafo in Baden statt.
Raus in den Frühling von Cannes. Dort gibt es die nächste MIPIM vom 9.-13. März 2026.
Im April lockt der Proptech Summit die Gäste vom 22. bis 23. April 2026 nach Hamburg.
Die REAL Estate Arena beherbergt die Branche vom 10. bis 11. Juni 2026 im Messegelände Hannover.
Am 15.-17. Juni 2026 gastiert die EXPO REAL Asia Pacific in Singapur.
1 Kommentar
KI kommt in der Bewirtschaftung an • PropTech News · 15. Oktober 2025 um 09:02
[…] Kernsystem bildet PROPbase. Es ist das einzige vollständige Bewirtschaftungs-ERP in der Schweiz mit offenen Schnittstellen. Darauf bauen wir unsere KI-Agenten an der ETH Zürich. […]