ERP muss sich an der Realität orientieren

Veröffentlicht von proptechnews am

ERP muss sich an der Realität orientieren

ERP muss sich an der Realität orientieren. Anbieter PropBASE im Interview. Daten zum Immobilienmarkt. KI verändert Suche. Und vieles mehr unter den verschiedenen Rubriken und „Best of the Rest“.

Am Schluss dieses Artikels meine Empfehlungen für nächste Veranstaltungen.

proptechnews.ch wünscht angenehme Sommertage und gute Erholung vom Alltag!

ERP muss sich an der Realität orientieren

Der ERP-Markt für die Immobilienbewirtschaftung scheint verteilt zu sein. Das Angebot ist überschaubar. Und doch entstehen immer wieder neue Lösungen. PropBASE mit Sitz in Neuhausen am Rheinfall zählt dazu. Was macht das Produkt aus, was ist anders als im Vergleich mit dem Wettbewerb? In einem ersten Teil beantwortet Gionni Perri, CEO von PropBASE, Fragen zur Geschichte und zum Produkt. Im zweiten Teil kommt dann mit Lukas Fuchs, Leiter FM Consulting & Property Management der tend AG, ein Anwender zu Wort. ERP muss sich an der Realität orientieren.

Was war der Auslöser für die Gründung?

Als wir vor rund sechs Jahren den Markt für Bewirtschaftungs-ERPs gründlich analysierten, war das Ergebnis ernüchternd. Die bestehenden Systeme waren stark auf die Buchhaltung fokussiert – CRM-Funktionen wie ein Ticketsystem oder die Pflege von Informationen zu Mietern, Liegenschaften oder Drittanbietern fehlten weitgehend. In der Praxis wurde vieles über Excel-Listen abgebildet – unpraktisch, fehleranfällig und nie aktuell. Unser Fazit: ERP muss sich an der Realität orientieren – nicht an alten IT-Strukturen.

Wie seid ihr mit PROPbase anders an das Thema herangegangen?

Wir haben uns bewusst nicht an den bestehenden IT-Standards orientiert, sondern an den täglichen Aufgaben einer Bewirtschafterin. Unser Ziel war, ein System zu bauen, das wirklich unterstützt, statt zu verwalten. In PROPbase entstehen die Daten direkt im Prozess – ohne Umwege, ohne Zusatztools

Wie sieht das konkret aus?

PROPbase ist webbasiert und bringt alle relevanten Funktionen mit: Ein vollwertiges CRM, ein integriertes Ticketsystem, Aufgabenmanagement, Vertragsverwaltung – und ein integriertes BI-Tool für tagesaktuelle Reports in Sekunden.

Alles basiert auf einer modernen, offenen Architektur, die es ermöglicht, Drittanbieter so zu integrieren, dass der normale User PROPbase nie verlassen muss. Ein gutes Beispiel ist unsere Integration von DeepSign: Mietverträge werden direkt in PROPbase digital erstellt. Via Klick wird das Dokument sowie die Informationen zu den Unterzeichnern an DeepSign übergeben. Schlussendlich landet der digital unterzeichnete Vertrag automatisch am richtigen Ort in PROPbase.

Auch Mietkautionen lassen sich direkt im Prozess abwickeln – ohne E-Mail-Pingpong oder Medienbrüche. PROPbase bleibt immer das führende System und verwaltet alle Daten zentral.

Warum setzt ihr bei der Buchhaltung auf AbaImmo?

Die Buchhaltung ist und bleibt ein zentrales Element der Immobilienbewirtschaftung – aber sie muss nicht im Zentrum eines modernen ERP-Systems stehen. Wir haben verschiedene Optionen geprüft und uns für die Partnerschaft mit AbaImmo entschieden: eine etablierte, leistungsfähige Lösung, die sich technisch sauber und tief integrieren lässt. So ermöglichen wir echte End-to-End-Prozesse – jeder Teil macht das, was er am besten kann.

Wie steht ihr zum Thema Künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz kommt gezielt dort zum Einsatz, wo sie echten Mehrwert stiftet – etwa bei der automatisierten Erfassung und Kategorisierung von Mieteranliegen. So wird unser KI-gestützter Chatbot Anfragen via E-Mail oder Telefon entgegennehmen, die Inhalte analysieren und automatisch ein korrekt vorkategorisiertes Ticket im PROPbase-System erstellen. Dabei erkennt die KI relevante Informationen wie Mietobjekt, Schadensart oder Dringlichkeit, ordnet sie dem richtigen Fall zu und schlägt bei Bedarf passende Folgeaktionen oder Dienstleister vor. Das entlastet Mitarbeitende spürbar, sorgt für konsistente Daten und beschleunigt die Bearbeitung erheblich. Unsere Kunden entscheiden dabei selbst, wie viel Autonomie sie der KI geben wollen.

Wird sich durch Effizienzgewinne das Tätigkeitsfeld des Bewirtschafters verändern?

Ja, und das passiert bereits. Einige unserer Kunden arbeiten heute bis zu 40 % effizienter als zuvor – und wir sehen Potenzial, diesen Wert auf 60 % zu steigern. Das bedeutet: Weniger Zeit für repetitive Verwaltungsaufgaben, mehr Raum für hochwertige Tätigkeiten. Viele unserer Kunden stehen dadurch vor einer spannenden Entscheidung: Wollen sie mehr Mandate übernehmen – oder ihre bestehenden Mandate mit erweiterten Leistungen ausbauen?

Wir beobachten, dass sich die Rolle des Bewirtschafters verändert. Sie wird strategischer, beratungsorientierter – und nähert sich zunehmend dem Profil eines Asset Managers an. Denn wer kennt eine Liegenschaft besser als der Bewirtschafter selbst? In der Praxis führt das zu einem Rollenwandel: Weg vom reinen Verwalter, hin zum Partner auf Augenhöhe, der Immobilien strategisch weiterentwickelt. Diese Entwicklung ist nicht nur sinnvoll, sondern längst überfällig – und PROPbase liefert dafür die technologische Basis. ERP muss sich an der Realität orientieren.

Wie sollen Firmen bei der Evaluation eines neuen ERP-Systems vorgehen?

Die Evaluation im laufenden Tagesgeschäft ist oft ein Kraftakt – das wissen wir. Deshalb haben wir auf Basis unserer Erfahrung der letzten fünf Jahre einen praxisnahen Evaluierungsleitfaden entwickelt – inklusive einem neutralen Anforderungskatalog, der hilft, die eigenen Bedürfnisse strukturiert zu erfassen. PROPbase ist nicht für jede Bewirtschaftung die richtige Lösung – und das ist auch gut so. Wir wollen nicht alles für alle sein. Aber: Wer heute über einen Systemwechsel nachdenkt, kommt an PROPbase nicht vorbei.

Unser Ziel ist nicht nur, Software zu verkaufen. Wir wollen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen – auch wenn sie nicht immer zu unseren Gunsten ausfallen. Denn das zahlt sich langfristig aus. ERP muss sich an der Realität orientieren.

Daten zum Immobilienmarkt

ImmoSparrow analysiert seit vielen Jahren den Immobilienmarkt. Nun haben sie die Zahlen zum Eigenheimmarkt veröffentlicht. Die Handänderungen haben im ersten Quartal dieses Jahres wieder zugenommen. Interessant ist die Veränderung der Median-Insertionsdauer für Eigenheime. In vielen Regionen der Deutschschweiz sind die Vermarktungszeiten gesunken. Ein klares Indiz für eine gestiegene Marktdynamik. Hier geht’s zum Report.

Events

In den vergangenen Wochen konnten die Leser von east#digital aus 55 Ostschweizer Persönlichkeiten und Teams ihre drei Favoriten für die Auszeichnung «Digital Shaper Ostschweiz 2024» wählen. Die zehn Personen, die bis Anfang Juli am meisten Stimmen erhalten haben, sind nun auf der Shortlist. Aus der PropTech Community hat es Daniel Baur von emonitor AG geschafft. Bis Ende August kann noch abgestimmt werden, wer von diesen zehn Personen/Teams Digital Shaper Ostschweiz 2025 werden soll. Die offizielle Auszeichnung erfolgt im Rahmen der Digital Conference Ostschweiz 2025, die am 26. September im Einstein Congress in St.Gallen stattfindet.

Hier geht’s zur Abstimmung: https://www.eastdigital.ch/voting-digital-shapers.html

Der Ticketverkauf für die EXPO REAL ist ab sofort geöffnet. Bis zum 7. August 2025 gilt der Frühbuchungsrabatt.

PropTech Map Switzerland 

Die Kategorie «Construction» wird ergänzt mit Swissframe und roofscapes.studio. Swissframe revolutioniert die Gebäudetechnik, während roofscapes.studio das Potenzial von Gebäudedächern aufzeigt. In der Kategorie «Rental» ist bewy.ch neu. Das PropTech verspricht die neue Generation bei der Immobilienbewirtschaftung.

Nestermind.com ist noch ein junges PropTech. Jetzt haben sie das grösste Update der bisherigen Geschichte angekündigt. Neu gibt es einen voll integrierten E-Mail-Client. So kann die gesamte Kommunikation zentral über nestermind geführt werden. Auch die Suchprofile wurden überarbeitet. Für den Austausch zwischen ERP-Systemen und den Immobilienmarktplätzen wird das 1996 entwickelte Format IDX verwendet. Nestermind setzt neu auf das Nachfolgeformat SwissRETS. Am Schluss der Mitteilung freuen sich die Macher von nestermind, die Immobilienwelt gemeinsam neu zu denken.

Künstliche Intelligenz

Meta Platforms hat für 3,5 Milliarden US-Dollar rund 3 Prozent am weltgrössten Brillenhersteller EssilorLuxottica erworben und signalisiert damit eine langfristige Ausrichtung auf den Markt für intelligente Brillen. Die Beteiligung könnte auf bis zu 5 Prozent erhöht werden. Im Rahmen einer erweiterten Partnerschaft wurde im Juni 2025 die Oakley Meta HSTN vorgestellt, die die KI von Meta mit dem sportlichen Design von Oakley kombiniert. Die Brille verfügt über eine Ultra-HD-Kamera, Lautsprecher, IPX4-Schutz und eine Akkulaufzeit von bis zu acht Stunden.

Eine inspirierende Quelle sind für mich immer wieder die Aussagen von Sven Ruoss. So hat er kürzlich geschrieben, dass das alte Internet sterbe und das neue entstünde. Wer mitspielen wolle, müsse die Regeln neu lernen. Die grösste Disruption im Web seit der Google-Suche sei da. Websites verlören massiv an Traffic – und das trotz perfektem SEO. Warum? Weil KI-Tools wie ChatGPT und Google AI Overview Antworten lieferten, ohne dass jemand weiterklicke. Willkommen im Zeitalter der Zero-Click-Suche. Für Inhaltanbieter bedeutet das: Relevanz ohne Revenue. Sichtbarkeit ohne Besucher. Aber: Die KI-Revolution fresse nicht nur ihre Kinder. Sie bringe auch neue Gewinner hervor.

Die Frage ist: Wer gehört dazu? Drei Optionen für alle, die nicht verschwinden wollen:
1) Direkte Beziehungen aufbauen mit Newsletter, Podcasts, Apps
Vorteil: diese Kanäle gehören dem Autor und nicht Google, nicht OpenAI, nicht Meta. Ein aktiver Leser ist wertvoller als tausend anonyme Klicks.
2) Für Maschinen schreiben, aber richtig
Server-seitiges Rendering (was auch immer dies sein mag). Strukturierte Daten (siehe auch Schema.org). FAQ mit echten Fragen. Wer von der KI zitiert wird, bleibt sichtbar. Wer unsichtbar bleibt, verliert.
3) Unverwechselbar werden mit Qualitätsinhalten
Was KI (noch) nicht kann: Lokale Expertise, echte Erfahrungen, persönliche Geschichten. Die beste Antwort ist manchmal nicht generierbar.

Fazit

Medien, E-Commerce, Plattformen: Wer jetzt handle, könne gewinnen. Wer hoffe, dass alles so bleibe wie früher, verlöre doppelt.

Wie leicht lassen wir uns täuschen. Welches der beiden Bilder ist von AI geschaffen worden?

ERP muss sich an der Realität orientieren      ERP muss sich an der Realität orientieren

Die Auflösung folgt nach meinen Veranstaltungstipps.

 

ERP muss sich an der Realität orientieren

blackprint hat die neue PropTech Germany Studie 2025 aufgelegt. Laut den Autorinnen sei die Transformation des Bau- und Immobiliensektors kein Ziel in weiter Ferne mehr – sie sei längst Realität. Und sie werde massgeblich durch die Innovationskraft der PropTechs gestaltet. Wer jetzt nicht in Innovation, Prozesse und digitale Lösungen investiere, verliere nicht nur den Anschluss, sondern unter Umständen die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells.

Vier Erkenntnisse aus der Studie:

  • Wachstum ja – aber teuer erkauft. Nur 41 % der PropTechs sind noch komplett in Gründerhand.
  • KI auf dem Vormarsch: 55 % nutzen sie mittlerweile als Basistechnologie.
  • ESG ist Umsatztreiber: 60 % der PropTechs erhalten mehr Aufträge durch nachhaltige Lösungen.
  • Vertrieb bleibt Schlüssel: Ein gutes Produkt reicht nicht – wer kein Netzwerk, keine Sichtbarkeit und keinen starken Vertrieb hat, bleibt aussen vor.
  • Und ja: Die Hürden sind gestiegen. Digitalisierung ist kein Selbstläufer, sondern harte Arbeit.

Wer sich für die ganze Studie interessiert, hier geht’s zur PropTech-Germany-2025-Studie. Im Herbst kommt dann die Schweizer Studie zur Situation der PropTechs heraus. Zusammen mit Swiss PropTech hoffe ich auf viele Teilnehmende!

Ausgewählte Veranstaltungen

Die 3. Durchführung von Winti Ventures findet am 28. August 2025 in Winterthur statt.

Im Golf Club Augwil treffen sich die Golf-Freunde zum 5. Csabas Paprika ImmoGolf Challenge Charity. Anmeldungen direct an Csaba über zalan@vonzalanpartner.ch oder 043 222 35 22.

London beherbergt vom 3.-4. September 2025 die nächste PropTech Connect.

Die Herbst-Fachtagung Immobilienvermarktung begrüsst die Gäste am 4. September 2025 im Hotel Mariott in Zürich.

Vor der EXPO REAL wird beim REAL Estate Award am 2. Oktober im Trafo in Baden abgefeiert.

Nach dem Oktoberfest ist vor der EXPO REAL, vom 6.-8. Oktober 2025 in München.

Wer Gutes tun will und sich sportlich betätigen, der beteiligt sich am Global Real Estate Run vom 23. bis 24. Oktober 2025. Der Run findet zum 10. Mal statt. Ein weiterer Grund mitzumachen.

Warum sich nicht in Paris an der RENT vom 5. bis 6. November 2025 inspirieren lassen?

Geistige Nahrung verspricht der Fachkongress smart!mmo.io vom 6. November 2025.

Winterthur empfängt vom 6.-7. November Gäste der Startup Nights.

Veranstaltungen in 2026

Neu in der Halle 550 findet die IMMO26 vom 14.-15. Januar 2026 statt. Obwohl die Veranstalter mit proptechnews.ch keine Medien-Partnerschaft mehr eingehen wollen, führe ich den Anlass hier auf.

Die Swissbau bietet Startups eine Bühne vom 20.-23. Januar 2026.

Der nächste Digital Real Estate Summit findet am 5. März 2026 im Trafo in Baden statt.

Raus in den Frühling von Cannes. Dort gibt es die nächste MIPIM vom 9.-13. März 2026.

Im April lockt der Proptech Summit die Gäste vom 22. bis 23. April 2026 nach Hamburg.

Die REAL Estate Arena beherbergt die Branche vom 10. bis 11. Juni 2026 im Messegelände Hannover.

Am 15.-17. Juni 2026 gastiert die EXPO REAL Asia Pacific in Singapur.

 

Das Bild mit den drei Frauen (eine halb verdeckt) ist KI, während das Bild mit den fünf Frauen real ist.

1 Kommentar

ERP als digitale Brücke zwischen Projekt und Betrieb • PropTech News · 21. Juli 2025 um 09:02

[…] haben alles andere rausgeworfen. Keine Mieterapp, kein Outlook, keine Drittsysteme mehr. PROPbase ist heute unser zentrales Betriebssystem. Die Kommunikation läuft übers integrierte Ticketsystem, […]

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