KI kommt in der Bewirtschaftung an

KI kommt in der Bewirtschaftung an. Anlässlich des Podiumsgesprächs vom SREI ist Bewy mit einer provokanten Aussage aufgefallen. Grund genug für ein Interview mit Co-Founder Luca P. Serratore, um das Modell besser zu verstehen.
Wer steht hinter bewy.ch?
Hinter Bewy steht ein junges, interdisziplinäres Gründerteam mit Backgrounds in Technologie, Immobilien und Betriebswirtschaft.
● Gilles Baumann (30, Luzern, ETH) – verantwortlich für die technologische Basis
● Katrin Leuppi (28, Muri, dipl. Immobilienbewirtschafterin) – bringt das praktische Bewirtschaftungs-Know-How
● Luca Serratore (30, Aarau, HSG) – zuständig für Geschäftskunden und institutionelle Investoren
● Marcandrea Hunkeler (30, Luzern, HSG) – gestaltet Produkt und Strategie
Kürzlich haben wir eine Finanzierungsrunde mit erfahrenen Schweizer Angels aus der Immobilien- und Technologiebranche abgeschlossen.
Euer Unternehmen ist kein PropTech. Was ist bewy.ch konkret?
Wir sind eine Immobilienbewirtschaftung – vergleichbar mit Wincasa oder Livit – aber mit einem entscheidenden Unterschied: Wir kombinieren klassische Bewirtschaftung mit selbstentwickelten KI-gestützten Prozessen. Unsere Kunden sind private Eigentümer und institutionelle Investoren von Wohnliegenschaften, vor allem in den Kantonen Zug, Zürich, Luzern und Aargau.
Was macht bewy.ch anders als die klassische Bewirtschaftung?
Wir automatisieren bis zu 70 % der repetitiven Aufgaben durch KI-Agenten und verschaffen unseren Mitarbeitenden mehr Zeit für eine proaktive und langfristig ausgelegte Bewirtschaftung. Das bedeutet u.A.
● Schnellere Reaktionszeiten auf Anfragen
● Mehr Transparenz durch unser Portal mit 24/7 Live-Datenzugriff (Mieterspiegel, Cashflow, Investitionsplanung)
● Wertsteigerung der Immobilie durch Mietzinsoptimierung und strategische Investitionen
● Kostenvorteile dank effizienteren Prozessen
Jung, innovativ, kompetent, professionell! Reicht dies als USP?
Diese Eigenschaften sind ein wichtiger Bestandteil von dem, was wir machen. Hinzufügen würde ich “transparent”, “pragmatisch” und “reaktionsschnell”. Studien zeigen: Die Zufriedenheit von Mietenden hängt stark von der Verwaltung ab – schnelle Kommunikation, nachvollziehbare Abrechnungen und kompetente Ansprechpartner sind entscheidend. Viele traditionelle Verwaltungen verlieren hier den Anschluss, weil Bewis (Bewirtschaftende) teils über 1’000 Wohnungen betreuen und die Fluktuation in der Branche bei sehr hohen 20% liegt. Das heisst, dass im Schnitt alle 5 Jahre das gesamte Team ausgewechselt wird. Bei uns sichern digitale Prozesse und Dokumentationen die Qualität nachhaltig.
Welche digitalen Tools unterstützen euch bei der Arbeit?
Unser Kernsystem bildet PROPbase. Es ist das einzige vollständige Bewirtschaftungs-ERP in der Schweiz mit offenen Schnittstellen. Darauf bauen wir unsere KI-Agenten an der ETH Zürich. Zusätzlich nutzen wir Integrationen zu den bekannten Wohnungs-Marktplätzen.
Wie stellt ihr sicher, dass der Datentransfer für alle Beteiligten ohne grossen Aufwand abläuft?
Für Eigentümer ist der Wechsel zu Bewy unkompliziert und ohne Kosten verbunden. Wir übernehmen sämtliche Akten direkt von der bisherigen Verwaltung und digitalisieren diese. Zudem führen wir vor der Übernahme einer Liegenschaft eine bauliche Zustandsanalyse der Immobilie durch und integrieren die aufgenommenen Datenpunkte in unser System – so entsteht sofort Transparenz über Investitionsbedarf und Planungszyklen.
Wie sehen die Ziele von bewy.ch für die nächsten 18 Monate aus?
Wir wollen unser Modell von den Kantonen AG/ZH/LU/ZG auf die gesamte Deutschschweiz ausweiten. Für diese Expansion suchen wir nach Bewirtschaftungen, die eine Nachfolgelösung brauchen. Parallel entwickeln wir unsere Technologie weiter, um Servicequalität und Transparenz für Eigentümer wie Mietende laufend zu erhöhen.
KI kommt in der Bewirtschaftung an.
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