proptechnews.ch hat Dr. Beat Schwab getroffen und ihn zu seinem Engagement bei PropTech1 Ventures interviewt.

proptechnews.ch: In Ihrer bisherigen Karriere haben Sie vor allem für Handfestes gearbeitet. Als Head Global Real Estate im Asset Management der Credit Suisse oder als CEO der Wincasa hatten Sie mit Immobilien zu tun. Und nun Venture Partner bei PropTech1 Ventures. Was waren Ihre Beweggründe für diesen Schritt?

Einerseits habe ich grosse Freude, meine Erfahrungen an innovative (Jung-)Unternehmer weiterzugeben und damit gleichzeitig bei den neusten Technologien und Trends selbst à jour zu bleiben. Andererseits sehe ich ein grosses Potenzial rund um die Digitalisierung von Immobilien, vor allem bei der Vereinfachung von Prozessen und einem deutlich verbesserten Kundenerlebnis.

proptechnews.ch: Gemäss Pressemitteilung sind Sie über Ihre private Gesellschaft in PropTech1 investiert. Welches sind Ihre direkten Engagements in PropTechs?

Direkt bin ich in die integrierte Plattform von Allthings, in Vilisto im Energiebereich in Deutschland, in Workspace2go für die temporäre Nutzung von Sitzungszimmern und Büros, in die digitale Lösung Houzy für Eigenheimbesitzer und in Swiss QualiQuest, einer Bewertungsplattform nicht nur für Immobilienthemen, investiert.

proptechnews.ch: Von aussen betrachtet ist die von Ihnen präsidierte Zug Estates sehr weit bei der Digitalisierung. Wie stark beeinflussen Sie als Verwaltungsratspräsident diese Entwicklung?

Natürlich bringe ich meine persönliche Überzeugung auch bei meinen VR-Mandaten ein. So war der Strategieworkshop des VRs von Zug Estates im 2018 vollumfänglich dem Thema Innovation – mit einem speziellen Fokus auf Digitalisierungsthemen –  gewidmet. Aber für die Umsetzung und Weiterentwicklung braucht es ein dynamisches  und fokussiertes Managementteam, das Innovationen wie BIM oder den Wohnungskonfigurator beim Gartenhochhaus Aglaya in der Praxis erfolgreich auf den Boden bringt.

proptechnews.ch: Wie schätzen Sie den Schweizer PropTech Markt ein im Vergleich mit dem umliegenden Europa?

Weil es der Immobilienbranche bei uns jahrelang noch besser ging als im umliegenden Ausland, sind wir etwas träge geworden. Aber dank unseren ausgezeichneten Universitäten, guten Netzwerkplattformen wie Swiss Prop Tech sowie einem investitionsfreudigen Klima, welches durch Venture Fonds wie den PropTech1 weiter positiv verstärkt wird, holt die Schweiz rasch auf. So ist auch PropTech1 in der Schweiz investiert, und zwar in das erfolgreiche Start-up und ETH-Spin-off Archilyse.

proptechnews.ch: Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für Immobilienfirmen, wenn es um Digitalisierung geht?

Den feinen Unterschied zu finden zwischen gewissen Hype-Tendenzen, die ich auch sehe, und digitalen Lösungen, die allen Stakeholdern einer Immobilienfirma – Mieter, Mitarbeitende , Investoren, Lieferanten etc. – einen echten Mehrwert bieten. Digitalisierung heisst nicht, irgend ein neues Tool einzuführen, sondern sämtliche Abläufe und Interaktionen mit Geschäftspartnern neu zu denken, bestehende Prozesse auf den Kopf zu stellen und konsequent den Mieter mit seinen Bedürfnissen als Hauptperson ins Zentrum zu stellen.

proptechnews.ch: Wie digital arbeitet Beat Schwab?

Na ja, mit über 50 ist man natürlich kein Digital Native mehr, aber als unabhängiger Verwaltungsrat arbeite ich oft ortsunabhängig und bin dem papierlosen Büro schon einen grossen Schritt näher gekommen. Und wenn ich nicht mehr weiter weiss, dann helfen mir meine drei Kinder zwischen 17 und 21…

Danke Beat Schwab für diese Ausführungen und viel Erfolg mit Ihren Aktivitäten, egal ob digital oder analog.