Maklerszene im Umbruch

Veröffentlicht von proptechnews am

Maklerszene im Umbruch

Maklerszene im Umbruch. RE/MAX wird übernommen. Colliers Talk mit Henrietta. Robotik im Vormarsch. KI kein Erfolgsgarant. Und vieles mehr unter den verschiedenen Rubriken und „Best of the Rest“.

Am Schluss dieses Artikels meine Empfehlungen für nächste Veranstaltungen.

Maklerszene im Umbruch

Was für eine Schlagzeile! The Real Brokerage übernimmt RE/MAX für rund 880 Millionen US-Dollar und schafft damit ein neues globales Schwergewicht im Immobilienmaklergeschäft. Das kombinierte Unternehmen vereint über 180’000 Makler in mehr als 100 Ländern und erzielt rund 2,3 Milliarden US-Dollar Umsatz. RE/MAX bringt eine etablierte Marke mit starker internationaler Präsenz ein, während The Real Brokerage ein schnell wachsendes, technologiegetriebenes Plattformmodell ohne physische Büros beisteuert. Die Fusion verbindet damit Markenstärke und globale Reichweite mit digitaler Infrastruktur und einem agentenorientierten Geschäftsmodell.

Im Wettbewerb bleibt das Unternehmen beim Umsatz hinter Marktführern wie Compass, gehört jedoch gemessen an der Maklerzahl zur Spitzengruppe. Diese Grösse ist entscheidend, da Netzwerkeffekte und Marktzugang zentrale Erfolgsfaktoren darstellen. Für RE/MAX eröffnet die Übernahme die Möglichkeit zur Modernisierung seines Geschäftsmodells, während The Real Brokerage seine internationale Expansion deutlich beschleunigt und seine Markenbekanntheit stärkt. Maklerszene im Umbruch.

Was heisst dies für die Schweiz?

Die oben aufgeführten Informationen beziehen sich vor allem auf das Geschäft in Nordamerika. Laut Rainer Jöhl, CEO von RE/MAX Switzerland, betont, dass das Schweizer Geschäft unter dem Brand RE/MAX geführt werde, aber operativ eigenständig sei. Im Netzwerk seien selbstständige Makler organisiert. Bezüglich Technologie meint Jöhl, dass RE/MAX in Europa sich viel weiter entwickelt habe wie RE/MAX in Nordamerika. Im «alten» Kontinent hätten die Landesorganisationen zusammen eine starke Kultur entwickelt. Dank des sehr guten Austausches unter den Ländern sei RE/MAX in Europa bedeutend innovativer. Bis sich die Übernahme in Europa oder der Schweiz auswirke, würde noch einige Zeit vergehen. RE/MAX Switzerland konzentriere sich auf die weitere Entwicklung des grössten Maklernetzwerkes, so Rainer Jöhl. Maklerszene im Umbruch.

Maklerszene im Umbruch

Levent Künzi beschreibt in seinem Artikel den tiefgreifenden Wandel der globalen Immobilienbranche: Das traditionelle Franchise-Modell verliert an Bedeutung, während technologie- und KI-basierte Plattform-Broker dominieren. Auslöser dafür sind milliardenschwere Übernahmen wie der Kauf von Anywhere Real Estate durch Compass sowie von RE/MAX durch Real Brokerage. Beide Transaktionen zeigen laut Levent Künzi, dass Daten, Automatisierung und integrierte Plattformen langfristig wertvoller sind als klassische Franchise-Strukturen mit lokalen Büros und manuellen Prozessen.

Entscheidend sei nicht die blosse Nutzung von Technologie, sondern ob sämtliche Abläufe von Anfang an um KI und Daten herum aufgebaut wurden. Franchise-Modelle leiden unter fragmentierten Daten, langsamer Innovation und fehlenden Skaleneffekten. Plattformen dagegen verbessern sich mit jeder Transaktion selbst und schaffen dadurch einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil. Europa hinke den USA mehrere Jahre hinterher, habe jedoch noch die Chance, eigene KI-native Marktführer aufzubauen. Sein Unternehmen properti präsentiere sich dabei als Beispiel für eine solche neue Plattformgeneration. Maklerszene im Umbruch.

Was meinen andere Branchenvertreter? Maklerszene im Umbruch.

Events

Maklerszene im Umbruch

Sag hallo, Henrietta! Am Colliers Talk war René Vogel, auch bekannt als Mr. Vision, mit seinem humanoiden Roboter zu Gast. Gemäss Robert Hauri von Colliers Switzerland kam die Idee mit dem Auftritt nach der erfolgreichen Vermietung von Räumen an NEURA Robotics.

René Vogel ging erst auf die Entwicklung bei den Robotern ein. Die Schweiz habe eine über 250 Jahre alte Tradition z.B. mit den Jacquet-Droz-Automaten, welche im Museum für Kunst und Gestaltung in Neuenburg bewundert werden können. Oder «Sabor» eines Appenzeller Tüftlers. Dieser Roboter war 1954 an der «Bauern-Landi» in Luzern die grosse Attraktion. Heute ist China führend in der Auslieferung von Robotern.

Star am Frühstück von Colliers war aber Henrietta. Sie wiegt 35 kg, ist 132 cm gross und besteht mehrheitlich aus Aluminium. Ihre Batterie hält ca. 4 h und Henrietta zeichnet sich durch einen stabilen Stand aus. Das Modell ist für 13’500 Dollar zu haben, was Vogel als Lockvogelangebot bezeichnet.

 

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Was fehlt heute beim Roboter? Sicher sind es die Hände. Beim Menschen sind diese schon sehr komplex. Dem Roboter fehlt noch das Feingefühl. Vogel erläuterte dies am Beispiel einer Flasche. Glas oder Plastik, Inhalt (still oder mit Kohlensäure, Temperatur, Druck), offen oder geschlossen. Auf diese Situationen reagiert der Mensch, wenn er eine Flasche in die Hand nimmt. René Vogel glaubt, dass in 5 Jahren die Roboter im Schweizer Alltag angekommen sein werden. Als Anwendungsfall in der Immobilienwirtschaft könnte er sich Wohnungsbesichtigungen mit dem Roboter vorstellen.

Maklerszene im Umbruch

Die Zukunft gehört nicht jenen mit der besten Technologie, sondern jenen, die sie mutig erlebbar machen. So das Schlusswort von Vogel.

Finalisten sind bekannt

20 PropTechs haben sich für den Award beworben, der an der AI@RE Konferenz vergeben wird. Jetzt sind die fünf Finalisten bekannt: avendo, bewy, Flint, Scandens und vyzn. Einmal mehr die üblichen Verdächtigen. Jetzt brauchen die fünf PropTechs die Unterstützung der Community, denn der Award geht nur an einen Teilnehmer. Hier geht’s zur Abstimmung.

PropTech Map Switzerland

Bisher war neo-hypothèques nur in der Westschweiz tätig. Nun sind sie in die Deutschschweiz und ins Tessin expandiert. Neu ist neo-hypotheken.ch auf der PropTech Map Switzerland in der Kategorie «Finance» zu finden.

Das PropTech Scandens geht eine Partnerschaft mit Anevo ein. Dieses ETH-Spinn off erfasst automatisch laufende Betriebsdaten für ein Sustainability Reporting auf Knopfdruck. Scandens verknüpft diese Daten mit der CAPEX- und Ertrags-Planung. Ganz nach dem Motto: Wer weiss, was die Liegenschaften heute verbrauchen, kann morgen besser entscheiden, wo er oder sie investiert.

Gridwork hat zwei neue Funktionen aufgeschaltet, welche den Koordinationsaufwand reduzieren und alle Informationen an einem Ort bündeln: Host für Besichtigung festlegen und Finanzanfragen zuweisen.

Künstliche Intelligenz

KI-Tools wie ChatGPT, Claude oder Gemini sind in der Immobilienbranche zunehmend im Einsatz: für Recherchen, Bewertungen, Berichte, Pitches. Doch eines bleibt: Diese Modelle kennen den regionalen Immobilienmarkt nicht. Sie verfügen über keine Transaktionsdaten und kennen weder die Mikrolage einer Liegenschaft, noch den passenden Diskontierungssatz oder evidenzbasierte Baukosten. Genau das ändert Fahrländer Partner Raumentwicklung jetzt. Mit dem neuen MCP-Server lassen sich die FPRE-Daten und -Modelle direkt in diverse KI-Tools einbinden. Die KI greift dann im Hintergrund auf die FPRE-Services zu: belastbar, kleinräumig, marktnah. Wer mehr wissen will, kann sich für die Webinars von FPRE anmelden.

Niklas Volland zeigt in einem kürzlich erschienenen Beitrag anhand von drei Beispielen, wie schnell ein Tool wieder weg vom Markt sein kann. Humane AI: eingestellt nach 230 Mio $ Burn. Builder.ai: insolvent trotz 1,2 Mrd $ Bewertung. Jasper: erheblicher Kundenverlust nach Entlassungen und Restrukturierung. Volland testet 10 bis 15 neue KI-Tools im Monat. Die meisten fliegen nach kurzer Zeit wieder aus seinem Stack. Vieles glänze in der Demo, tauge im Alltag aber nicht, so Volland. Eine MIT-Studie aus 2025 zeigt es klar: 95% der Enterprise-GenAI-Pilots liefern keinen messbaren ROI. 90% der AI-Startups scheitern innerhalb der ersten 5 Jahre (CB Insights, 2024). Das ist keine KI-Krise. Das ist eine Marktkorrektur. Tools ohne echten Mehrwert verschwinden, diejenigen mit Substanz bleiben.

Hier die fünf Tools, die Volland einsetzt: Claude, Perplexity, Wispr Flow, NotebookLM (Google) und Apify.

Bessere Diagnosen mit KI

Zwei neue Studien zeigen, dass KI in einigen der schwierigsten Bereiche der Medizin bereits besser als Fachärzte sein kann. Ein Modell der Mayo Clinic erkannte Bauchspeicheldrüsenkrebs bis zu drei Jahre vor der Diagnose. Es analysierte rund 2’000 CT-Scans, die ursprünglich als unauffällig galten, und identifizierte 73 % der später bestätigten Krebsfälle – deutlich mehr als Radiologen mit 39 %. Frühere Erkennung ist entscheidend, da diese Krebsart meist zu spät entdeckt wird.

Eine zweite Studie von Harvard University, gemeinsam mit Beth Israel Deaconess Medical Center und Stanford University, zeigte: Ein KI-Modell stellte in Notaufnahmen präzisere Ersteinschätzungen als Ärzte, besonders bei unvollständigen Informationen.

Beide Studien betonen jedoch, dass weitere Tests nötig sind, bevor KI klinisch eingesetzt wird. Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass KI besonders gut im Entscheiden unter Unsicherheit ist – eine zentrale Herausforderung der Medizin – und künftig eine wichtige unterstützende Rolle spielen könnte.

Wie leicht lassen wir uns täuschen. Welches der beiden Bilder ist von AI geschaffen worden?

   

 

Maklerszene im Umbruch

2018 habe ich den CAS Digital Real Estate absolviert. Diese Weiterbildung war damals ein absolutes Novum. Der CAS ging dann in einem neuen Master-Lehrgang auf. Die digitalen Themen wurden in drei Immobilien spezifischen CAS integriert. Nun wird der MAS sowie zwei der drei CAS wegen der mangelnden Nachfrage gestrichen. Studiengangsleiter Mario Facchinetti wird die HWZ verlassen.

In Österreich baut der Datamining-Spezialist IMMOunited ein neues Immobilienportal auf. Der Start ist schon im Juni 26 geplant. Laut Roland Schmid, CEO von IMMOunited, solle die neue Plattform sowohl den Immobiliensuchenden als auch Vermittlern eine fundierte Entscheidungsgrundlage bieten. Die Nutzung für Endkunden sei kostenlos. IMMOunited liefert der Immobilienwirtschaft Grundbuch- und Transaktionsdaten. Ein Marktteilnehmer meinte zur Ankündigung, dass eine Plattform gepaart mit transparenten Markt- und Lageeinblicken sich durchsetzen werde.

Viel Geld für Domainnamen

Die CoStar Group hat eine Vorliebe für aussagekräftige Domainnamen. In den USA betreibt sie die Websites Homes.com und Apartments.com, und bevor sie im vergangenen Jahr die Übernahme von Domain in Australien abschloss, zahlte sie Berichten zufolge 22,8 Millionen australische Dollar, um sich den Domainnamen Homes.com.au zu sichern. Nun hat sie auch die Marke Apartments.com.au im Visier. Die CoStar Group versucht laut einem aktuellen Eintrag bei IP Australia, die Marke „Apartments.com.au“ in Australien schützen zu lassen. Problematisch ist, dass die Domain bereits genutzt wird: Das Proptech-Unternehmen Third Door Ventures benannte seine Plattform Urban.com.au 2025 in Apartments.com.au um. CoStar verfolgt damit offenbar eine Strategie zum Ausbau seiner Immobilienportale nach der milliardenschweren Übernahme von Domain Holdings.

Ausgewählte Veranstaltungen

Fehlt ein Anlass mit Bezug zu PropTech? Einfach melden an heinz.m.schwyter@schwyterdigital.ch

Die nächste Ausgabe von The Big Handshake wird am 19. Mai 2026 im Lakeside in Zürich durchgeführt.

Im IFZ Campus in Rotkreuz findet am 1. Juni 2026 die AI@RE Konferenz «Reprogramming Real Estate» statt.

Der 109. immoTable findet am 18. Juni 2026 in Schlieren statt.

Die REAL Estate Arena beherbergt die Branche vom 10. bis 11. Juni 2026 im Messegelände Hannover.

Am 15.-17. Juni 2026 gastiert die EXPO REAL Asia Pacific in Singapur.

Die swiss startup association organisiert eine Vielzahl von Veranstaltungen, welche auch für PropTechs interessant sind. Da es so viele Anlässe sind, hier der Link zur Website von ssa.

Veranstaltungen 2. Hälfte 2026

Am 26. August 2026 organisiert Csaba von Zalan wieder seine bestens bekannte Paprika ImmoGolf Gentlemen Challenge.

Luzern ist am 24. September 2026 Austragungsort des 110. immoTable.

Im Trafo in Baden geht am 22. Oktober 2026 der Real Estate Award 2026 über die Bühne.

Der November ist wieder reich befrachtet. Le Salon RENT findet in Paris vom 4. bis 5. November 2026 statt.

Winterthur heisst zwischen dem 5. und 6. November 2026 die Gäste der Startup Nights willkommen.

An der fuckup night von Smino wird am 12. November 2026 über Misserfolg und die Lehren daraus berichtet.

In der Serie immoTable wird die 111. Ausgabe am 26. November 2026im Limmattal durchgeführt.

Veranstaltungen 2027

Den nächsten Digital Real Estate Summit gibt es erst 2027 wieder.

Die IMMO27 findet vom 13. bis 14. Januar 2027 statt.

Am 1. Februar öffnen sich die Türen des Kunsthauses Zürich für das 26. Symposium der Group of Fifteen.

Beim Besuch der REM SWISS 2027 vom 2. und 3. März 2027 können die Französischkenntnisse aufgefrischt werden.

Französisch spricht man auch an der MIPIM. Vom 15.-19. März 2027 trifft sich die Branche wieder am Mittelmeer.

Hamburg ist vom 14. bis 15. April wieder Gastgeber des PropTech Summit und des Construction Summit.

 

Das Bild mit der weinenden Katze ist real (sie schaut beim Zwiebel schneiden zu), während das Bild des jungen Mannes mit den roten Haaren mit KI erstellt wurde.


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