Immobilienauktion oder Höchstpreis

Immobilienauktion oder Höchstpreis. Beim Verkauf einer Wohnung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Fixpreis, Höchstpreis, Preis auf Anfrage – eigentlich ist es immer Verhandlungssache. Einen anderen Weg geht das PropTech residenture.ch. Das junge Unternehmen bietet eine automatisierte Immobilienauktion. Wie dies geht, wollte ich von Marco Brändli, CEO und Gründer, wissen:
Was ist das Geschäftsmodell von Residenture?
Residenture ist ein PropTech Unternehmen, ansässig in Pfäffikon Schwyz, das den Immobilienverkauf durch ein digitales Bieterverfahren optimiert. Unser Ziel ist es, Immobilien einfacher, schneller und transparenter zu verkaufen und dabei den bestmöglichen Preis zu erzielen. Im Mittelpunkt steht unsere digitale Plattform, über die Immobilienauktionen vollständig automatisiert abgewickelt werden. Interessenten verifizieren ihre Identität online, laden Finanzierungsnachweise hoch und können nur innerhalb ihrer bestätigten Kaufkraft bieten. Das Bieterverfahren ist vollständig digital, in Echtzeit verfügbar und funktioniert auf allen Geräten. Dadurch entsteht ein fairer Wettbewerb, der Verkäufern höhere Preise und Käufern maximale Transparenz bietet.
Zusätzlich arbeiten wir mit Maklern und Partnern zusammen, die unser Bieterverfahren in ihre Prozesse integrieren können. Über die Kooperation mit OnOffice lassen sich Auktionen direkt aus dem CRM starten. Dank der Partnerschaft mit der SMG erhalten Makler mit Abo vergünstigten Zugang zur Plattform und können ihren Kunden einen modernen, technologiegestützten Verkaufsprozess anbieten. Darüber hinaus stellen wir unsere Technologiekompetenz auch externen Unternehmen zur Verfügung. Unser Team entwickelt individuelle Apps, Datenbanken und Frontends und nutzt dabei die Erfahrung, die wir beim Aufbau unserer Plattform gesammelt haben. So erschliessen wir zusätzliche Umsatzquellen und stärken unsere Positionierung als Technologieanbieter über den Immobilienbereich hinaus.
Durch die Verbindung dieser drei Bereiche – digitale Plattform, Unterstützung für Makler und externe Technologieprojekte – hat Residenture ein einzigartiges PropTech Ökosystem geschaffen, das neue Massstäbe für den digitalen Immobilienverkauf setzt.
Private Verkäufer und Makler bedienen, ein Widerspruch?
Die Zusammenarbeit mit privaten Verkäufern und Maklern ist bei Residenture kein Widerspruch, sondern ein strategischer Vorteil und ein zentraler Bestandteil unseres Geschäftsmodells. Diese beiden Bereiche sind bewusst so aufeinander abgestimmt, dass sie nicht in Konkurrenz stehen, sondern voneinander profitieren. Für Eigentümer übernehmen wir den gesamten Verkaufsprozess – von der Bewertung über die Erstellung eines hochwertigen Dossiers bis hin zur Vermarktung, der Qualifizierung der Interessenten, dem digitalen Bieterverfahren und der Vertragsvorbereitung. Ziel ist es, für Eigentümer maximale Transparenz, Sicherheit und den bestmöglichen Verkaufspreis zu erzielen.
Für Makler sind wir hingegen kein Wettbewerber, sondern ein Technologiepartner. Unsere Plattform ermöglicht es ihnen, ihre eigenen Mandate innovativ, effizient und transparent abzuwickeln. Sie behalten jederzeit die volle Kontrolle über ihre Kundenbeziehungen und profitieren gleichzeitig von unserer Technologie, dem digitalen Bieterverfahren, der automatisierten Interessentenprüfung und der Echtzeit-Aktualisierung der Gebote. Das führt zu einer höheren Abschlussquote, kürzeren Vermarktungszeiten und zufriedeneren Verkäufern und Käufern.
Die beiden Geschäftsbereiche ergänzen sich gegenseitig: Durch die Zusammenarbeit mit Maklern gewinnt die Plattform zusätzliche Reichweite und Relevanz, während unsere eigenen Mandate die Attraktivität der Auktionen und die Marktdynamik erhöhen. Residenture positioniert sich damit klar als Partner im Immobilienmarkt, der Makler stärkt, Eigentümern eine zukunftsweisende Verkaufslösung bietet und insgesamt für mehr Transparenz, Effizienz und bessere Ergebnisse sorgt.
Immobilienauktionen: was ist der Unterschied zum Verkauf zum Höchstpreis?
Ein zentraler Unterschied von Residenture im Vergleich zu klassischen Maklern liegt im digitalen Bieterverfahren. Während traditionelle Makler oft mit dem Versprechen werben, eine Immobilie «zum Höchstpreis» zu verkaufen, basiert dieser Ansatz in der Regel auf individuellen Preisverhandlungen und nicht auf einem strukturierten, transparenten Prozess. Bei klassischen Verkäufen erhalten Interessenten häufig wenig Einblick in die Gebote anderer Käufer, und der endgültige Verkaufspreis hängt stark vom Verhandlungsgeschick der Parteien ab. Dieser Ansatz birgt Risiken, da es vorkommen kann, dass potenziell höhere Gebote gar nicht abgegeben werden, weil Interessenten den aktuellen Stand nicht kennen oder keinen direkten Wettbewerbsdruck spüren.
Das Residenture-Bieterverfahren verfolgt einen völlig anderen Ansatz: Es schafft einen klar strukturierten, digitalen und fairen Prozess. Alle Interessenten geben ihre Gebote in Echtzeit ab und können die aktuelle Preisentwicklung live mitverfolgen. Dadurch entsteht ein dynamischer Wettbewerb, bei dem Käufer genau wissen, wo sie stehen, und motiviert sind, ihr maximales Gebot abzugeben. Gleichzeitig sorgt unser System dafür, dass nur Interessenten mit nachgewiesener Kaufkraft teilnehmen können, wodurch Verkäufern eine deutlich höhere Sicherheit geboten wird.
Die Ergebnisse sind messbar: Immobilien erzielen über Residenture höhere Verkaufspreise als im klassischen Verfahren, weil das Bieterverfahren das Potenzial der Nachfrage vollständig ausschöpft. Zudem profitieren Verkäufer von maximaler Transparenz: Sie sehen jederzeit, welche Gebote eingegangen sind und wie sich der Preis entwickelt. Käufer wiederum haben die Gewissheit, dass alle Interessenten dieselben Chancen haben und der Zuschlag tatsächlich an das höchste Gebot geht.

Ich bin Marco Brändli, Gründer und Geschäftsführer der Residenture AG. Vor der Gründung habe ich mehrere Jahre Erfahrung in der Technologie- und Digitalisierungsbranche gesammelt. Bei der Boston Consulting Group war ich als Systemengineer im Bereich Prozessoptimierung und Digitalisierung tätig und habe das Unternehmen dabei unterstützt, seine Abläufe effizienter zu gestalten und innovative Technologien erfolgreich einzuführen.
Anschliessend war ich in Dublin bei einem InsurTech Startup tätig, wo ich als PMO den Aufbau des Unternehmens aktiv mitgestaltet habe. Dort habe ich Digitalisierungsprojekte koordiniert, neue Prozesse etabliert und Strukturen geschaffen, die das Wachstum des Startups nachhaltig unterstützt haben.
Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie digitale Lösungen komplexe Abläufe vereinfachen und beschleunigen können. Mit Residenture setze ich genau hier an: Meine Vision ist es, den Immobilienverkauf durch moderne Technologie, Transparenz und Automatisierung neu zu definieren. Mein Ziel ist es, Residenture als führende Plattform für digitale Immobilienauktionen in der Schweiz zu etablieren und das Konzept langfristig auch international auszurollen.
Ist der Auktionsprozess komplett digital, also inkl. Grundbuch und Notariat?
Der gesamte Verkaufsprozess bei Residenture ist weitgehend digitalisiert und basiert auf einer hochautomatisierten Plattform. Bereits zu Beginn durchlaufen alle Interessenten einen vollständig automatisierten KYC-Prozess. Hierbei wird die Identität mithilfe eines amtlichen Ausweises und einer biometrischen Verifizierung überprüft, um die Authentizität der Käufer sicherzustellen und regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Parallel dazu erfolgt die digitale Prüfung von Finanzierungsnachweisen. Das System analysiert automatisch eingereichte Unterlagen wie Finanzierungsbestätigungen und Bankauskünfte, ermittelt die maximale Kaufkraft der Interessenten und verknüpft diese direkt mit dem Bieterverfahren. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass nur Gebote innerhalb der nachgewiesenen finanziellen Möglichkeiten abgegeben werden können, was den gesamten Prozess für Verkäufer und Käufer sicherer und transparenter macht.
Auch das digitale Bieterverfahren selbst ist vollständig integriert und crossmedial verfügbar. Kaufinteressenten können jederzeit und von jedem Gerät aus teilnehmen. Sei es über Desktop, Tablet oder Smartphone. Bemerkenswert ist, dass ein Grossteil der Gebote über das iPhone abgegeben werden, oft spät abends oder am Wochenende. Das System verarbeitet diese Gebote in Millisekunden und aktualisiert alle verbundenen Endgeräte automatisch, ohne dass eine manuelle Aktualisierung erforderlich ist. Diese Echtzeit-Synchronisation sorgt für maximale Transparenz und ein dynamisches Bietererlebnis.
Auch nach Abschluss des Bieterverfahrens bleibt der Prozess digital: Reservationsverträge werden automatisch erstellt, personalisiert und elektronisch an die Parteien versendet. Dadurch entfallen manuelle Zwischenschritte, und Verkäufer wie Käufer profitieren von einer erheblichen Zeitersparnis. Lediglich der Notarprozess ist in der Schweiz aktuell noch vollständig analog. Grund dafür sind gesetzliche Vorgaben: Kaufverträge für Immobilien müssen Anwesenheit eines Notars öffentlich beurkundet werden. Da die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen noch keine vollständige Digitalisierung zulassen, ist dieser Schritt derzeit nicht automatisierbar.
Residenture beschäftigt 15 Mitarbeitende, was machen diese?
Der grösste Teil unseres Teams arbeitet im Technologie- und Produktentwicklungsbereich und treibt die Optimierung der Plattform aktiv voran. Dazu gehören die Sicherstellung höchster Systemstabilität sowie die Integration mit führenden Immobilienportalen wie Homegate und Immoscout24 und CRMs, um eine maximale Reichweite und Sichtbarkeit zu gewährleisten. Das Operationsteam ergänzt diesen technologischen Schwerpunkt und ist verantwortlich für die Markenbekanntheit, die Generierung neuer Leads, die Organisation und Begleitung der Auktionen sowie die enge Zusammenarbeit mit Käufern und Partnern. Durch diese klare Aufteilung der Verantwortlichkeiten vereint Residenture digitale Exzellenz mit einer persönlichen und professionellen Betreuung unserer Kunden.
Ein weiterer Erfolgsfaktor ist unser Verwaltungsrat und das Advisory Board, in dem wir das Privileg haben, mit hochkarätigen Persönlichkeiten zusammenzuarbeiten. Sie unterstützen uns aktiv mit strategischer Expertise, einem starken Netzwerk und wertvollen Impulsen in den Bereichen Technologie, Immobilien und Unternehmenswachstum. Dadurch können wir Entscheidungen schneller und fundierter treffen und die Ausrichtung des Unternehmens langfristig stärken.
Darüber hinaus haben wir begonnen, unsere technologische Expertise auch externen Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der steilen Lernkurve der letzten zwei Jahre konnten wir bereits mehrere Projekte erfolgreich umsetzen, darunter die Entwicklung von Apps, Datenbanken und Frontends. Damit hat sich Residenture nicht nur als Anbieter digitaler Immobilienauktionen etabliert, sondern auch als kompetenter Technologiepartner für massgeschneiderte Softwarelösungen.
Lohnt sich die Beteiligung an Anlässen wie SEF oder die Mitgliedschaft wie bei InnoSuisse?
Veranstaltungen wie das Swiss Economic Forum (SEF) und Förderprogramme wie InnoSuisse sind für Startups extrem wertvoll und wir können die Teilnahme uneingeschränkt empfehlen. Das SEF bietet Zugang zu einem exklusiven Netzwerk aus führenden Unternehmern, Investoren und Entscheidungsträgern und ermöglicht es, wertvolle Kontakte zu knüpfen und neue Partnerschaften aufzubauen. Für Residenture war die Teilnahme ein entscheidender Schritt, um die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen und strategische Impulse für das weitere Wachstum zu erhalten.
InnoSuisse bietet jungen Unternehmen gezielte Unterstützung bei der Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen und Technologien. Der grösste Mehrwert liegt jedoch darin, dass man sich durch die Anforderungen an die Teilnahme intensiv mit Themen auseinandersetzen muss, die im hektischen Alltag eines Startups oft in den Hintergrund rücken. Als Gründer wird man gezwungen, strategische Fragen, Prozesse, Business Cases und Strukturen bis ins Detail zu durchdenken und professionell aufzubereiten. Diese Auseinandersetzung schafft Klarheit, hilft, Prioritäten richtig zu setzen, und stärkt langfristig die Positionierung des Unternehmens. Genau das macht InnoSuisse zu einem der wertvollsten Förderinstrumente für Startups in der Schweiz.
Wann geht Residenture ins Ausland?
Residenture ist bereits in Deutschland und Österreich aktiv und arbeitet dort mit OnOffice zusammen. Durch eine enge technologische Integration ist Residenture direkt in das OnOffice-CRM eingebunden. Über ein nahtloses iFrame-Modul können Immobilienauktionen direkt aus dem OnOffice-System gestartet, administriert und vollständig über unsere Plattform abgewickelt werden. Diese Kooperation ermöglicht es Maklern in Deutschland und Österreich, das digitale Bieterverfahren von Residenture einfach in ihre bestehenden Arbeitsprozesse zu integrieren, ohne zusätzliche Systeme oder Schnittstellen nutzen zu müssen.
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