Moin PropTech, Moin Hamburg

Moin PropTech, Moin Hamburg. Und vieles mehr unter den verschiedenen Rubriken und „Best of the Rest“.
Am Schluss dieses Artikels meine Empfehlungen für nächste Veranstaltungen.
Moin PropTech, Moin Hamburg
EXPO REAL, MIPIM: Alle meinen, diese zwei Veranstaltungen wären, gerade für PropTechs, das absolute Mass der Dinge. Nach der RENT vom letzten November besuchte ich nun den PropTech Summit, kombiniert mit dem Construction Summit, in Hamburg. Deshalb der Titel «Moin», was aber nichts mit «Morgen» zu tun hat, sondern sich vom niederdeutschen «moi» für «schön» oder «gut» ableitet. Und schön waren die zwei Konferenztage in Hamburg.
Kathedralen der Arbeit
Die beiden Summits fanden im Schuppen 52 mitten im riesigen Hafenareal statt. Früher wurde das Gebäude für den Stückgutumschlag (eben Kathedralen der Arbeit). Mit dem Aufkommen der Container wurde der Schuppen dann umgenutzt und dient heute als eindrucksvolle Location mit Blick auf die Elbphilharmonie. Mit einer Länge von 134.5 Metern und einer Breite von 48.5 Metern bietet der Schuppen 52 Platz für bis zu 3’000 Gäste. Nun, so viele Besucher verzeichneten die beiden Summits (noch) nicht. Die luftige Atmosphäre bot aber viel Raum für Begegnungen. Neben dem Netzwerken konnten auf vier Bühnen interessante Vorträge verfolgt werden.

Eine andere Kathedrale sollte quasi als Eingangstor gebaut werden. Der Elbtower mit seiner spektakulären Architektur präsentiert sich heute als Bauruine, eine Hinterlassenschaft der Signa-Pleite. Der von Chipperfield geplante Bau sieht für mich aus wie ein Schuh. Vielleicht wird On das Projekt übernehmen und fertigstellen.
Starke Schweizer Delegation
16 PropTechs und 14 ConTechs präsentierten sich jeweils während fünf Minuten. Darunter auch erfreulich viele Schweizer Startups wie viboo, comstruct, benetics AI, smino (Award-Gewinner 2025) oder vyzn. Sie alle hatten auch Stände, wo Gespräche vertieft werden konnten. Weitere Schweizer Stände gab es von Terradata oder Hilti.

Aber auch einige Besucherinnen und Besucher waren in der Hansestadt. Franzisca Wolfer von akenza.io präsentierte sich mit Stefan Baumann und Martin Rub von TEDAMOS vor der Fotowand. Beim Kaffee traf ich Martin Hofer von Wattelse.
Glückliche Gewinner der Awards
In beiden Kategorien wurde je drei Awards vergeben. Die Gewinner erhielten zudem einen Scheck über 2’000 Euro für die Teilnahme an den Summits 2027. Nach jedem Pitch hatte das Publikum die Möglichkeit, den «Daumen hoch» zu vergeben. Scheinbar wurde während des Tages aktiv für positive Bewertungen geworben. Vergeben wurden die Awards an Startups, die sich jeweils in der ersten Runde vorstellen konnten. Denn kurz nach dem letzten Pitch wurden auch schon die Gewinner verkündet. Dieses System scheint mir persönlich etwas undurchsichtig und unvorteilhaft.
Bei den PropTechs gingen die drei Awards an
- avori mit Stefanie Balzarek, sie kümmert sich um Ladeinfrastruktur für E-Mobilität
- taskrunner mit Philipp Biel, er befasst sich mit dem Auftragsmanagement für das FM
- Over Easy Solar mit Klaus Pichler, er bietet PV-Anlagen auf begrünten Dächern
Die Gewinner bei den ConTechs waren
- LostBIM mit Antonia Langner, sie erhöht die Datenqualität von BIM-Modellen
- Benetics AI mit Tobias Händler, er hat einen KI-Assistenten für Handwerker gebaut
- Comstruct mit Tristan Hammer, er digitalisiert Lieferscheine und Rechnungen bei Bauwerken
Besonders gefallen hat mir das Gespräch mit Nicolas Gresser. Zu meiner Zeit bei homegate.ch träumte ich davon, dass das Immobilienportal das erste 3D-Gebäude als Sponsor ermöglichen würde. Allerdings war die Technik vor etwa 13 Jahren noch in den Kinderschuhen. Nicolas baut jetzt mit 3D-bautec Solutions an einer spannenden Lösung. Ich wünsche ihm viel Erfolg.
Bunter Strauss an Referaten
Auf den vier Bühnen gaben sich die Referentinnen und Referenten die Hand. Ich habe u.a. die Podiumsdiskussion zum Thema „digitale Immobilienverwaltung“ verfolgt. Im Gespräch wurde auf die hohe Skepsis bei den Mitarbeitenden hingewiesen. Eine Referentin meinte, man müsste die Lösungen „vom Schmerz her denken“. Die Unternehmen müssten kleine Use Cases ausarbeiten, welche schnelle Erfolge ermöglichten. Als Quick Wins wurden erwähnt: Kommunikation mit Mietern, Störungsmeldungen durch die Mieterin, Voice Bots zur Entlastung der Mitarbeitenden, digitale Signatur. Allerdings dürfe nicht vergessen werden, dass die Digitalisierung immer ein Change Prozess darstelle. Zur KI meinte das Podium, dass diese Technologie gegen den Fachkräftemangel helfen könne, aber auch die Übernahme von zusätzlichen Mandaten ermöglichen könnte.
PropTech Map Switzerland
Auf der PropTech Map Switzerland gibt es zwei neue Einträge in der Kategorie «Construction». rematter.earth hat sich auf regenerative Materialien spezialisiert. Die Rematter Deckenelemente werden modern mit Robotern gebaut. Bei terradata.ch geht es um Messen und Dokumentieren auf dem Bau. Terradata gehört zur Geoterra Gruppe.
Gridwork bringt mit dem Update Smart Matching. Damit lassen sich Leads noch besser mit passenden Objekten in der Datenbank abgleichen. Die Maklerin beschreibt, was der Kunde sucht und GridAI erledigt den Rest. Wer sich für den Test in der Beta-Phase interessiert, meldet sich bei Gridwork.
Innosuisse hat fünf Startups ausgezeichnet. Darunter ist auch das PropTech Soobr, welche eine AI-basierte Reinigung von Räumen anbietet. Die Auszeichnung bestätige nach Meinung von Innosuisse signifikante Fortschritte im Coaching-Programm und signalisiere Investoren Skalierungspotenzial.
Stefan Zanetti ist ein Urgestein der PropTech Szene. 2015 trat er an der damals von mir mit organisierten halbtägigen Konferenz auf (Vorgänger des Digital Real Estate Summit). Jetzt ist Stefan als Chief of Growth zurück in einer operativen Rolle bei Allthings. Daneben wir er weiter seinen technologiegetriebenen Dienstleister Pivotal AG vorantreiben.
Künstliche Intelligenz
Die rasante Verbreitung künstlicher Intelligenz (KI) beeinflusst Geschäftsprozesse grundlegend. KI-Agenten handeln zunehmend autonom, rufen APIs auf, nutzen interne Tools und treffen eigenständige Entscheidungen. Diese Autonomie bietet enormes Potenzial, eröffnet gleichzeitig aber auch eine neuartige und weitläufige Angriffsfläche für Cyberkriminelle, die mit herkömmlichen Sicherheitstests nicht abgedeckt werden kann. OnConsult hat ein Whitepaper veröffentlicht, welches einen umfassenden Überblick über die Bedrohungslage agentischer KI-Systeme bietet. Autor Dr. Marco Bertenghi liefert auch praxisnahe und realistische Absicherungsstrategien. Hier geht’s zum Whitepaper.
Firefox 150 hat 271 Sicherheitslücken behoben, darunter ein 27 Jahre alter Fehler in OpenBSD, einem System, das speziell darauf ausgelegt ist, schwer zu hacken zu sein. Claude Mythos hat sie alle aufgedeckt. Das Internet hat ein schmutziges Geheimnis: Die Software, die wir alle täglich nutzen, ist voller alter Fehler, die niemand jemals entdeckt hat. Nicht, weil niemand danach gesucht hätte, sondern weil ihre Aufdeckung ein Mass an menschlichem Fachwissen erforderte, das so selten und kostspielig war, dass es sich die meisten Angreifer ebenfalls nicht leisten konnten. Doch das hat sich mit Claude Mythos geändert. Firefox 150 veröffentlichte diese Woche Patches für 271 Schwachstellen, die mit Anthropics „Claude Mythos Preview“ gefunden wurden – einem leistungsstarken neuen KI-Modell, das Anthropic still und leise einer kleinen Gruppe von Unternehmen zur Verfügung gestellt hat, um Sicherheitslücken aufzuspüren, bevor es die Bösewichte tun. Das Projekt heisst „Project Glasswing“ und ist im Wesentlichen ein koordinierter Wettlauf, um das Internet zu patchen, bevor KI-gestütztes Hacking billig und für jedermann zugänglich wird.

Laura Lewandowski von Smart Chiefs hat eine interessante Anleitung geschrieben für alle, welche ChatGPT für Claude verlassen haben und sich jetzt fragen, was sie mit Claude nun anfangen sollen. Besonders gefallen hat mir der Hinweis auf Cowork. Laura empfiehlt, einen Hauptordner zu erstellen mit Informationen zu mir als Person (Tonalität und Hintergrund), mit Templates für Strukturen, mit Projekten für Ziele und schliesslich mit dem Output für Beispiele. So versteht Claude, wie die Nutzerin oder der Nutzer denkt, schreibt und arbeitet. So kommen sie von Prompts zu Systemen.
Mein lieber Freund Jens Margraf hat kürzlich geschildert, wie KI seine Rolle als CEO in sechs Monaten revolutioniert habe. Er beschreibt «Augmented Leadership» als Hilfsmittel, die Last der operativen Arbeit mit KI zu reduzieren. Er nutze aibox-app.ch für alles, was mit Kunden zu tun habe. Hier geht’s zum vollständigen Artikel.
Wie leicht lassen wir uns täuschen. Welches der beiden Bilder ist von AI geschaffen worden?


Bewegung bei den deutschen Immobilienportalen. Emilio Matthaei informiert, dass er mit seinen zwei Partnern den Marktplatz immobilien.de übernommen habe. Er schreibt, dass die Zukunft der Immobiliensuche von KI-Agenten geprägt sein solle. Während Menschen nach Häusern und Wohnungen suchten, würden KI-Agenten parallel für Mieter, Käufer, Vermieter und Verkäufer arbeiten. Seine These: Neben immobilien.de würden Makler und intelligente Such-Agenten gemeinsam den Markt neu definieren. Für die Neuausrichtung geben sich die neuen Eigentümer, darunter auch Investor LakeEight, vier Jahre Zeit.
In Österreich wurde die Genossenschaft Propileya gegründet. Nach eigenen Angaben sollen sich über 2’000 Immobilienmakler, Bauträger und Investoren zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen haben, um die Zukunft der Immobilienbranche selbst in die Hand zu nehmen. Steine des Anstosses sind: Abhängigkeit von wenigen Immobilienportalen, gestiegene Vermarktungskosten, schwieriges Marktumfeld. Die Genossenschaft betreibt das Immobilienportal AlleImmobilien.at. Klingelt da etwas bei der Schweizer Immobilienwirtschaft?
Der deutsche Startup- und PropTech-Verband gpti hat eine Kooperation mit gif e.V. bekanntgegeben. Die Partnerschaft soll Innovation, Forschung und Praxis enger zusammenbringen.
Ausgewählte Veranstaltungen
Fehlt ein Anlass mit Bezug zu PropTech? Einfach melden an heinz.m.schwyter@schwyterdigital.ch
Malta im Mai muss sehr schön sein. Neben der Insel kann vom 7.-8. Mai 2026 der EU-Startups Summit entdeckt werden.
Die nächste Ausgabe von The Big Handshake wird am 19. Mai 2026 im Lakeside in Zürich durchgeführt.
Im IFZ Campus in Rotkreuz findet am 1. Juni 2026 die AI@RE Konferenz «Reprogramming Real Estate» statt.
Der 109. immoTable findet am 4. Juni 2026 in St. Gallen statt.
Die REAL Estate Arena beherbergt die Branche vom 10. bis 11. Juni 2026 im Messegelände Hannover.
Am 15.-17. Juni 2026 gastiert die EXPO REAL Asia Pacific in Singapur.
Die swiss startup association organisiert eine Vielzahl von Veranstaltungen, welche auch für PropTechs interessant sind. Da es so viele Anlässe sind, hier der Link zur Website von ssa.
Veranstaltungen 2. Hälfte 2026
Am 26. August 2026 organisiert Csaba von Zalan wieder seine bestens bekannte Paprika ImmoGolf Gentlemen Challenge.
Luzern ist am 24. September 2026 Austragungsort des 110. immoTable.
Im Trafo in Baden geht am 22. Oktober 2026 der Real Estate Award 2026 über die Bühne.
Der November ist wieder reich befrachtet. Le Salon RENT findet in Paris vom 4. bis 5. November 2026 statt.
Winterthur heisst zwischen dem 5. und 6. November 2026 die Gäste der Startup Nights willkommen.
An der fuckup night von Smino wird am 12. November 2026 über Misserfolg und die Lehren daraus berichtet.
In der Serie immoTable wird die 111. Ausgabe am 26. November 2026im Limmattal durchgeführt.
Veranstaltungen 2027
Den nächsten Digital Real Estate Summit gibt es erst 2027 wieder.
Die IMMO27 findet vom 13. bis 14. Januar 2027 statt.
Beim Besuch der REM SWISS 2027 vom 2. und 3. März 2027 können die Französischkenntnisse aufgefrischt werden.
Französisch spricht man auch an der MIPIM. Vom 15.-19. März 2027 trifft sich die Branche wieder am Mittelmeer.
Hamburg ist vom 14. bis 15. April wieder Gastgeber des PropTech Summit und des Construction Summit.
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