immoscout24 lässt Muskeln spielen

Veröffentlicht von proptechnews am

Neubauprojekt Mara

immoscout24 lässt Muskeln spielen. Anfang Juni verkündete immoscout24 die Lancierung einer Plattform für Neubauprojekte. Und löste damit auf den Sozialen Medien einen Sturm der Entrüstung aus. Ein Blick auf den Verwaltungsrat der Casasoft AG lässt vermuten, dass sich bei den Besitzverhältnissen etwas getan hat. Schliesslich macht auch homegate.ch vorwärts. Aber eigentlich wollte ich nicht schon wieder über die Marktplätze in der Schweiz schreiben.

Plattform für Neubauprojekte

Gemäss eigenen Aussagen soll immoscout24 mit der Plattform für Neubauprojekte eine einmalige Lösung für die spezifische Vermarktung von Schweizer Neubauten schaffen. Man wolle eine Lücke bei der spezifischen Vermarktung von Neubauprojekten schliessen. Dabei verschliessen die Verantwortlichen bewusst die Augen vor der Tatsache, dass seit 2008 zwei spezialisierte Immobilienportale bestehen. Unter dem Dach der Neubau Portal AG sind neubauprojekte.ch und erstbezug.ch angesiedelt. Einziger Verwaltungsrat der AG ist Stefan Schärer, kein Unbekannter in der PropTech Szene. Laut Schärer sollen die zwei Portale zusammen weit über 2 Millionen Besucher pro Jahr verzeichnen.

immoscout24 lässt Muskeln spielen. Sie verweisen auf der Startseite der „normalen“ Plattform nur mit einem bescheidenen Hinweis auf die neue Dienstleistung. Es gibt keinen eigenen Navigationspunkt oder eine auffällig blinkende Anleitung zur Neubauseite. Irgendwie passt das vollmundige Ankünden nicht mit dem Online-Auftritt zusammen. Auf der eigentlichen Neubau-Sektion erscheint dann der Hinweis „Beta Version“. Offensichtlich hat es pressiert mit dem Launch. Die Verlinkungen scheinen mir nicht durchdacht. Wenn ich mir die Projekte in Zürich anschauen will, wird zu jedem Inserat das gleiche Bild verwendet. Auch steht bei jedem Inserat „coming soon“.

Ich wollte dann kontrollieren, wie viele Objekte in der Kategorie „Haus/Wohnung“ in meiner Wohngemeinde Turbenthal auf immoscout24 ausgeschrieben sind. Gerade ein Haus habe ich gefunden, welches zum Kauf angeboten wird. Auf homegate.ch sind es immerhin 8, während ich auf comparis.ch 13 gefunden habe. Was bieten die beiden Spezialisten? Beide zeigen mir 4 Neubauprojekte.

immoscout24 lässt Muskeln spielen. Die Verantwortlichen müssen jetzt schnell liefern, und zwar keine vollmundigen Ankündigungen. Sonst sind die Nutzer der Plattform weg.

CASASOFT nun Tochterunternehmen

In der gleichen Medienmitteilung erwähnt immoscout24, dass die Insertion über die CRM-Schnittstellen der Kunden erfolge. Dazu arbeite die Neubauplattform mit dem Tochterunternehmen CASASOFT zusammen. Ein Blick ins Handelsregister zeigt, dass wohl im Februar dieses Jahres die Übernahme vollzogen wurde. Dann wechselte der frühere Besitzer Basil Martin und der COO von Scout24, Martin Waeber, das Verwaltungsratspräsidium.

Über CASASOFT laufen nicht nur die Daten für die Inserate auf den verschiedenen Marktplätzen. Umgekehrt liefern die Immobilienportale auch die Erfolgszahlen zurück an das CRM-Tool. So hat der Inserent einen aktuellen Überblick, auf welchem Portal sein Inserat welche Reaktionen, sprich Interessenten, generiert. Mit anderen Worten: Es besteht die Möglichkeit, dass immoscout24 bei der Tochtergesellschaft CASASOFT über die Schulter schaut und so genau weiss, wie stark beispielsweise homegate.ch in einer Region ist. Ob sich wohl alle bewusst sind, über welche Daten der Flamatter Marktplatz so verfügt?

Bye bye immowelt.ch

Ich erinnere mich noch an meine ersten Jahre bei homegate.ch Frau Hoppe von immowelt aus Nürnberg meldete sich bei mir und wollte über eine Zusammenarbeit sprechen. Sie erklärte mir vollmundig, wie das deutsche Immobilienportal den Schweizer Markt aufrollen werde. Jetzt kündigt immowelt.ch auf der Startseite an, dass das Portal per 1.9.2022 eingestellt würde. Für Suchende oder Inserenten empfehlen sie Homegate.ch. So wandert ein weiteres PropTech auf meiner PropTech Map Switzerland in die interne Kategorie „Friedhof“.

immoscout24 lässt Muskeln spielen. Wer ist das nächste Opfer?


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