Ich erinnere mich noch gut an die Anfänge von homegate.ch. Damals begrüsste die Immobilienbranche die digitalen Marktplätze, weil sie endlich die Abhängigkeit von den Zeitungen abschütteln konnte. Jedes Jahr mussten die Kunden mit der Faust im Sack die Preiserhöhungen bei den Zeitungsinseraten schlucken. Die Marktplätze wie homegate.ch oder immoscout24.ch brachten tiefere Marketingkosten bei besserer Leistung. Diese Zweckgemeinschaft funktionierte bis vor kurzem für Alle. Seit die Immobilienportale aber ausserhalb der sog. Listings expandieren, ist Feuer unter dem Dach. Mit der Lancierung von homeday zog der Marktführer homegate.ch den Ärger der Immobilienmakler auf sich. Diese am Ende als Test deklarierte Initiative wurde schliesslich eingestellt. Geschickter agierte immoscout24.ch. Deren Aktivitäten mit Casasoft oder IAZI verursachten viel weniger Lärm. Die Stossrichtung ist auch hier klar zu erkennen: Reduktion der Abhängigkeit vom Online-Inserat, hin zu mehr Dienstleistungen.

Ein Blick über den Tellerrand zeigt aber, dass im Ausland die Immobilienportale sich in die gleiche Richtung entwickeln. Ich organisiere selber internationale Konferenzen, an denen immer wieder über neue Geschäftsfelder diskutiert wird. “Closer to the transaction” heisst das Zauberwort. Die Marktplätze wollen sich von den Online-Inseraten unabhängig(er) machen, kommt doch dieses Geschäftsmodell immer mehr unter Druck. In Amerika experimentiert Zillow in ausgewählten Regionen mit dem Kauf- und Verkauf von Immobilien.

Fortsetzung folgt