Marktplätzen droht weiteres Ungemach

Marktplätzen droht weiteres Ungemach. KI stiftet schon genug Verunsicherung. Jetzt kommt noch Google. Und vieles mehr unter den verschiedenen Rubriken und „Best of the Rest“.
Am Schluss dieses Artikels meine Empfehlungen für nächste Veranstaltungen.
Marktplätzen droht weiteres Ungemach
Die Immobilienmarktplätze sind gerade unter Druck. Ob KI eine der Ursachen für fallende Börsenkurse ist, lässt sich noch nicht abschliessend beantworten. Vieles deutet darauf hin. Branchenkenner Malcolm Myers hat sich kürzlich mit den Marktplätzen beschäftigt. Er empfiehlt eine rasche Integration von KI-Lösungen beispielsweise in die Immobiliensuche.
Als wäre KI noch nicht genug!
Marktplätzen droht weiteres Ungemach. Mindestens wenn wir dem kürzlichen Beitrag von Mike DelPrete Glauben schenken. Google testet derzeit, Immobilienangebote direkt in den Suchergebnissen anzuzeigen. Diese enthalten vollständige Objektseiten sowie Funktionen zur Terminvereinbarung und Kontaktaufnahme mit Maklern – also zentrale Funktionen klassischer Immobilienportale. Der Test läuft aktuell nur in wenigen Märkten und ausschliesslich mobil, offenbar in Zusammenarbeit mit ComeHome by HouseCanary. Die Angebote stammen nicht direkt von Maklern oder Brokern. Die möglichen Auswirkungen auf Immobilienportale, exklusive Listings, KI und internationale Märkte sind gross, aber noch unklar. Vorerst bleibt abzuwarten, wie sich das entwickelt – die kommenden Jahre könnten sehr spannend werden.

Börsenwerte zeigen nach unten
Einer der profundesten Kenner der internationalen Marktplatz-Szene ist Malcolm Myers. Er hatte kürzlich an der DMA Conference in Zürich ein spannendes Referat gehalten. Malcolm analysierte in einem anderen Zusammenhang die Bewertungen von verschiedenen internationalen Marktplätzen. Die Zahlen von REA Group, Scout 24 SE, Rightmove (werden gerade von einem «activist investor» attackiert; über Monate hat IFP Aktien im Wert von über 250 Millionen Pfund zugekauft und ist aktuell der drittgrösste Aktionär von Rightmove) oder Baltic Classifieds Group zeigten nach unten, zwischen minus 10 bis minus 40 %. Der in den Vereinigten Arabischen Emiraten beheimatete Marktplatz Dubizzle Group hat gar den Am Freitag vor der Publikation dieses Beitrages lag der Preis bei fast einem Drittel unter dem Ausgabepreis. Marktplätzen droht weiteres Ungemach.
Ende der Fahnenstange?
In einem anderen Beitrag fragte Malcolm: Sind Immobilienportale am Ende einer Ära angelangt oder steht uns ein neues goldenes Zeitalter bevor?
Verbraucher, die LLM wie ChatGPT zu ihrem Standardausgangspunkt für alle Suchanfragen gemacht haben, erwarten nun die gleiche dialogorientierte und personalisierte Erfahrung bei der Suche nach einer Immobilie. Viele werden ChatGPT zu ihrem Immobilien-Co-Piloten machen, indem sie dort zuerst Angebote entdecken und nach der Ansicht eines Angebots auf einem Portal zurückkehren. Immobilienmakler wenden sich einer neuen Generation von KI-nativen Tools wie Ylopo und Roof.ai zu, um Käufer über soziale Plattformen zu finden, zu qualifizieren und anzusprechen, wodurch sie ihre Abhängigkeit von Portalen für Leads verringern.
Immobilienportale (noch) nicht abschreiben
Dennoch verfügen die führenden Portale laut Malcolm nach wie vor über etwas Beeindruckendes: Grösse, Vertrauen und unglaubliche Datenmengen. Viele verlagern ihren Fokus von der Maximierung des vierteljährlichen EBITDA hin zu einer Technologie- und Produktorientierung. Sie investieren massiv, um sowohl das Verbraucher- als auch das Maklererlebnis neu zu gestalten. Natürliche Sprachsuche, dialogorientierte Schnittstellen, Chatbots, virtuelle Inszenierungen und personalisierte Treffer beginnen, die filterbasierte Suche und das endlose Scrollen zu ersetzen, die seit Jahren die Immobiliensuche geprägt haben.
KI schnell integrieren
Portale entwickeln auch KI-gestützte Software-Layer, die über reine Listings hinausgehen. Makler können nun automatisch ansprechende Immobilienbeschreibungen aus Fotos generieren, angereichert mit Informationen zur Nachbarschaft. Plattformen wie Property Finder und Bayut bieten bereits einen tiefen Einblick in die Qualität der Leads, während andere KI-Assistenten erproben, die Käuferanfragen in Echtzeit verwalten und qualifizieren können.
Die Schlussfolgerungen von Malcolm: Wenn KI schnell genug und auf die richtige Weise eingesetzt wird, wird sie es führenden Portalen ermöglichen, mehr Wert im gesamten Immobilien-Ökosystem zu schaffen und weiterhin ein starkes EBITDA-Wachstum zu erzielen. Marktplätzen droht weiteres Ungemach.
Wo stehen die Marktplätze der SMG?
Kürzlich liess ich mich von vier Kollegen der SMG über die Entwicklungen im Bereich Real Estate orientieren. Sandro Principe eröffnete die Präsentationen mit der Value Proposition: Die SMG will Top-Immobilienplattformen bieten, gepaart mit digitalen Produkten. In den letzten Monaten wurde stark in den Ausbau des Verkaufs investiert. Die beratungsintensiven Premium Produkte verlangen neue Kompetenzen im Aussendienst.
Mit Casalead will die SMG Immobilienmakler unterstützen, sei es bei der Akquise von neuen Mandaten oder via Content Creator bei der Erstellung von Bildern und Texten. Hier kommt bereits KI zum Einsatz.
Der sehr offene Austausch mit den Kollegen der SMG erlaubte interessante Einblicke. Und wie Malcolm in seinem Beitrag sagte: Die führenden Portale können weiter Wert im gesamten Immobilien-Ökosystem generieren.
Events
Mein ehemaliger Mitarbeiter Robert Kampczyk bietet 18.12.2025 ein Webinar, welches sich auch Schweizer Immobilienmakler nicht entgehen lassen dürfen. Zwischen 10 und 12 Uhr spricht er zum Thema «KI als Immobilienmakler nutzen (mit Langdock), aber DSGVO-konform!». Und er verspricht ganz selbstbewusst, dass die Teilnehmer danach die Abos für ChatGPT und Co. kündigen könnten. Hier geht’s zur kostenpflichtigen Anmeldung für das sicher spannende Webinar.
Investments
Steffen Ehrhardt, VP SICTIC, hat eine umfassende Liste erstellt mit 140 Events weltweit, welche für die Gründerinnen und Gründer interessant sein könnten. Top 140 Tech & Startup Events 2026
PropTech Map Switzerland
vyzn transformiert die frühe Bauplanung mit seiner KI-basierten Plattform. Die vyzn Software bereinigt und wertet 3D-Gebäudemodelle automatisch aus und liefert daraus detaillierte Erkenntnisse zu Emissionen, Energieverbrauch, Zirkularität, Komfort oder Kosten – so können Entwickler, Architektinnen und Ingenieurinne schneller datenbasierte Entscheidungen treffen. Nun hat vyzn eine Seed-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Mit dabei sind Spicehaus Partners, Kiilto Ventures und strategische Investoren aus der Bau- und Immobilienbranche. Über die Höhe der Finanzierung schweigt sich das Unternehmen aus.
Künstliche Intelligenz
Wie leicht lassen wir uns täuschen. Welches der beiden Bilder ist von AI geschaffen worden?


In Deutschland wurde eine Idee umgesetzt: Ein KI-Webshop für Immobilien und Facility Management. Dazu wurde der Verein REAL GAIN gegründet mit dem Ziel, Nutzung, Handel und Skalierung Agentischer AI in der Immobilienwirtschaft und dem FM zu unterstützen. Aus der Schweiz sind mit dabei: HSLU Hochschule Luzern und pom+.
Zillow mit Gefahrenkarte
Im September 2024 hatte Zillow seine Immobilienanzeigen um Risikobewertungen für Überschwemmungen, Hitzeexposition, Waldbrandgefahr und Luftqualität erweitert – und sich damit an Konkurrenten wie Redfin und Realtor.com angepasst, die diese Informationen schon seit einiger Zeit bereitstellten. Nur ein Jahr später wurden diese Informationen wieder entfernt. Dies als Reaktion auf Immobilienmakler, die sagten, die Angaben hätten Hausangebote unfair in ein schlechtes Licht gerückt.
Dies erinnert mich stark an meine Zeit bei homegate.ch, wo wir Aussagen zur «Qualität» der Gemeinde auf den Inseraten integrierten. Auch hier mussten wir nach teilweise fast rufschädigenden Bewertungen die Dienstleistung wieder anschalten.
Ausgewählte Veranstaltungen
Neu in der Halle 550 findet die IMMO26 vom 14.-15. Januar 2026 statt.
Die Swissbau bietet Startups eine Bühne vom 20.-23. Januar 2026.
Am 2. Februar 2026 lädt die Group of Fifteen zum jährlichen Symposium im Kunsthaus Zürich. Im Jubiläumsjahr geht es um «Fortschritt statt Vorschrift – Fesseln lösen, Zukunft gestalten».
Die Schweiz hat vom 10.-12. Februar 2026 einen Pavillon an der E-World Energy & Water in Essen.
Raus in den Frühling von Cannes. Dort gibt es die nächste MIPIM vom 9.-13. März 2026.
Der kleine, aber feine Anlass, wo sich Investoren und Startups treffen, findet in Winterthur statt. Winti Ventures lädt am 15. April 2026 zur 4. Durchführung ein.
Im April lockt der Proptech Summit die Gäste vom 22. bis 23. April 2026 nach Hamburg.
Den Global Real Estate Run kann man vom 23. bis 24. April 2026 auch in Hamburg während des Proptech Summits absolvieren. Sonst einfach dort, wo es gerade passt.
Wer es weniger sportlich oder näher liebt, geht am 23. April 2026 an den 108. immoTable Ticino.
Malta im Mai muss sehr schön sein. Neben der Insel kann vom 7.-8. Mai 2026 der EU-Startups Summit entdeckt werden.
Der 109. immoTable findet am 4. Juni 2026 in St. Gallen statt.
Die REAL Estate Arena beherbergt die Branche vom 10. bis 11. Juni 2026 im Messegelände Hannover.
Am 15.-17. Juni 2026 gastiert die EXPO REAL Asia Pacific in Singapur.
Veranstaltungen 2. Hälfte 2026
Luzern ist am 24. September 2026 Austragungsort des 110. immoTable.
Im Trafo in Baden geht am 22. Oktober 2026 der Real Estate Award 2026 über die Bühne.
Der November ist wieder reich befrachtet. Le Salon RENT findet in Paris vom 4. bis 5. November 2026 statt.
Winterthur heisst zwischen dem 5. und 6. November 2026 die Gäste der Startup Nights willkommen.
In der Serie immoTable wird die 111. Ausgabe am 26. November 2026im Limmattal durchgeführt.
Der nächste Digital Real Estate Summit findet erst 2027 statt.
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