proptechnews.ch: Du bist nun seit zwei Jahren in der PropTech Szene unterwegs. Was hat sich in dieser Zeit verändert?

Die Szene ist professioneller geworden. Am Anfang waren es einige wagemutige Gründer, die mit ihren Ideen die Immobilienwirtschaft optimieren wollten. Einige davon sind sogar durch Zufall in der Branche gelandet, nachdem ihr Geschäftsmodell im eigentlichen Zielmarkt nicht funktioniert hat. Dieses auf – gut Glück – Vorgehen hat sich komplett geändert. Erfahrene Gründer und Investoren analysieren akribisch die Potenziale des reifen Sektors, bevor sie mit neuen Lösungsansätzen den Markt bearbeiten.

proptechnews.ch: Du hast swissproptech.ch gegründet. Wer steht eigentlich hinter dieser Plattform?

Das Ziel der sieben Gründungsmitglieder flatfox, Movu, eMonitor, eSmart, Propmatch, Spectando und mir war es, eine effiziente und Schweiz weite Organisation aufzubauen, welche Innovationen fördert und von der etablierten Wirtschaft akzeptiert wird. Ein halbes Jahr lang haben wir verschiedenste Stakeholder abgeholt und sind zum Schluss gekommen, dass die Ziele nur mit einem etablierten und unabhängigen Partner in nützlicher Frist erreicht werden können. Mit Swiss Circle, dem unabhängigen Schweizer Immobiliennetzwerk, haben wir den idealen Partner gefunden, der unsere Organisation im gewünschten Rahmen unterstützt.

proptechnews.ch: Wie hat sich swissproptech.ch seit der Gründung entwickelt?

Seit der Gründung ist unsere Schweizer PropTech Community um 1500% auf 90 Mitglieder angewachsen. Zudem zählen wir mit unserem Netzwerk und Mitgliederangeboten zu den führenden PropTech-Organisationen weltweit. Beim letzten PropTech Contest an der Expo Real durften wir unseren bisher grössten Erfolg feiern. Von den 25 Finalisten, welche sich gegen 1500 PropTech-Firmen behaupten konnten, waren rund ein Viertel Mitglieder von SwissPropTech. Mit zwei Erst- und Zweitplatzierten haben wir auf internationalem Parkett die Qualitäten der Schweizer PropTech-Lösungen unter Beweis gestellt.

proptechnews.ch: Was sind deine Pläne mit swissproptech.ch?

Wir bleiben unserer Mission als Support-Organisation treu und fördern weiter die Bekanntheit, Akzeptanz und das Verständnis der PropTech-Bewegung. Mit unserem Flagship Event, dem SwissPropTech Day im Hallenstadion Zürich, verstärkter Medienpräsenz, regelmässigen Informationsveranstaltungen, Referaten und Lehraufträgen an Hochschulen und Weiterbildungsprogrammen werden wir einen weiteren Beitrag zur Innovationsförderung in der Immobilienwirtschaft leisten.

proptechnews.ch: Weshalb muss ein Schweizer PropTech bei swissproptech.ch mitmachen?

Jungunternehmen kämpfen von Anfang an mit Ressourcenknappheit. Es fehlt an Zeit, Geld und Personal. SwissPropTech bietet in allen drei Bereichen Unterstützung:

  1. Durch direkte Kontakte zu potenziellen Kunden und attraktiven Präsentationsmöglichkeiten reduzieren wir die Akquisitionszeiten massiv
  2. Mit unserem Investorennetzwerk, bestehend aus Business Angels, Venture Capitalists und Corporate Investors, bieten wir Unterstützung bei der Finanzierung
  3. Den Personalmangel helfen wir zu beseitigen, indem wir direkt Fachkräfte vermitteln und auf offene Stellen via swissproptech.ch/jobs aufmerksam machen.

proptechnews.ch: Du hast ja auch den internationalen Blick. Was empfiehlst du Schweizer Startups bezüglich Expansion?

Überlegt euch bereits im frühen Wachstumsstadium, welche Expansionsstrategie ihr verfolgen möchtet und verfolgt diese konsequent. Bei der Expansion sind wir im internationalen Vergleich bescheiden. Wir konzentrieren uns gerne auf den Schweizer Markt mit ausgewählten Sprachregionen. Nutzt Netzwerke wie SwissPropTech, um effizient Marktpotenziale zu evaluieren und lasst diese Erkenntnisse in die Expansionsüberlegungen einfliessen. Das rasante Tempo der PropTech Bewegung bietet wenig Spielraum für verpasste Chancen.

Proptechnews.ch: Was macht Mario Facchinetti neben seinem Engagement für die PropTech Szene?

Nach einer interessanten und lehrreichen Zeit im Business Development der Swiss Life verfolge ich ab 30. April mit a-impuls.ch eigene Projekte. Neben der Arbeit spiele ich regelmässig Eishockey und schätze es, in der Natur Winter- und Sommeraktivitäten nachgehen zu dürfen.

proptechnews.ch: Wie digital arbeitet Mario Facchinetti?

So digital, dass meine Produktivität darunter nicht leidet. Ich versuche, meine Arbeitsabläufe so effizient wie möglich zu gestalten und setze dafür gerne digitale Hilfsmittel ein. Über die Jahre habe ich Tools gefunden, die miteinander harmonieren und mir den Arbeitsalltag extrem erleichtern.