Martin A. Meyer weist einen interessanten Werdegang auf. In seiner Jugend schon interessierte er sich für Computer, studierte dann Architektur, gründete Raumgleiter (kürzlich erfolgreich an Halter AG verkauft), kaufte den ersten Tesla in der Schweiz und gründete den Tesla Club, daneben noch Zeit für ein Executive MBA in St. Gallen, Stiftungsrat bei Greenpeace und heute engagiert als Co-Founder, Investor und Verwaltungsrat bei Kugelmeiers, einem Medtech-Unternehmen. Und er ist überzeugt: Die Welt wird 4D.

What’s next?

Augmented Reality: zusätzliche Informationen werden in die reale Welt eingeblendet, Beispiel Pokémon Go
Virtual Reality: es entsteht eine neue, virtuelle Welt, die Aussenwelt wird ausgeblendet, immer mehr werden alle Sinne wie sehen, hören, riechen abgeholt
Mixte Reality: die Aussenwelt bleibt sichtbar, auf die Brille werden zusätzliche Infos eingeblendet
Immersion: es soll das Gefühl erzeugt werden, dass ich mich in dieser “Welt” befinde, ist bei VR am Stärksten

Martin sieht grosses Potenzial in der Gaming Welt. Dort werden schon Technologien verwendet, die uns bald im Alltag begleiten werden. Im iPhone gibt es die Gesichtserkennung zum Entsperren der Gerätes. Dank zweier Kameras lassen sich 3D Daten erzeugen, welche dann für 3D Modelle genutzt werden. In einer alten ABB-Halle in Oerlikon hat eine fahrbare Kamera von Navis das ganze Gebäude in kürzester Zeit vermessen, der Mitarbeiter hätte dafür Wochen gebraucht. Für mich das schlimmste Beispiel war dieses mit den virtuellen Ferien. In Japan sollen die “Feriengäste” im Flugzeug sitzen, dort erhielten sie Essen und Getränke, während sie virtuell Ferien geniessen.

AR/VR ist Realität!

Martin ist vorsichtig optimistisch, was die Zukunft anbelangt. Er meint, dass wir in den nächsten Jahren viel weniger Ressourcen verbrauchen als heute. Statt ein eigenes Notebook oder Tablet haben wir eine Brille mit allen Informationen drauf. Wir werden ein minimales Gerät mit Schnittstellen zu allen Applikationen verwenden. Auch das selbstfahrende Auto wird unser Mobilitätsverhalten massiv verändern. Weniger Autos werden unterwegs sein, dafür sind diese permanent im Einsatz. Die Lebensqualität in den Städten wird sich markant verbessern.

Wenn wir bereit sind, von anderen Branchen, Menschen zu lernen, können überraschende Lösungen im eigenen Bereich entstehen, lautete das Schlusswort von Martin A. Meyer.

Mathematik auf höchstem Niveau

Matthias Standfest von Archilyse holte uns auf den harten Boden der Zahlen zurück. Künstliche Intelligenz ist Realität und Gegenwart, meinte er. Sein Startup konnte sich an der EXPO Real unter die 25 wichtigsten Neugründungen im PropTech-Bereich platzieren. Kürzlich schlossen sie eine weitere Finanzierungsrunde ab und konnten illustre Investoren gewinnen wie Ringier Digital Ventures, PropTech1 Ventures, Zürcher Kantonalbank und Dr. Stefan Heitmann, Gründer von MoneyPark und PriceHubble.

Matthias schoss ein Feuerwerk von provokativen Aussagen ab: Heute, wo es uns dreckig geht, wirkt Antibiotika nicht mehr. Der Eiffelturm war nur ein Turm für die Kommunikation mit Amerika. 95 % der Amerikaner haben den Weichmacher für Plastikteile im Urin, dieser kann zu Unfruchtbarkeit oder Krebs führen. Wir nutzen den Computer als besseres Bleistift. 75 % des globalen CO2-Ausstosses wird durch Architektur verursacht.

Mit 20 % Statistikkosten 80 % Mehrwert generieren

Die Immobilienbewertung ist für Matthias ein klassischer Fall für Statistik. Leider verfügen in der Schweiz nur ganz wenige, grosse Player über genügend grosse Datenmengen. Wir können nur besser machen, was wir messen können, meinte Standfest. Nachdem uns BIM in den letzten Studientagen begleitet hat und wir viele tolle Ideen sahen und hörten, holte uns Matthias auf den Boden der Realität zurück. BIM ist Over-Engineering für 70 % des Lebenszyklus einer Immobilie. BIM light würde für viele genügen.

Was macht Archilyse?

In einer Machbarkeitsstudie für die SIA haben sie die Möglichkeit automatisierter Normenprüfungen untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass Gebäudenormen leicht digitalisiert werden können. Dies haben sie anhand der SIA Norm 500 für barrierefreies Bauen exemplarisch gezeigt. In einem zweiten Pilotprojekt hat Archilyse die Automatisierung von Bauzonen-Checks analysiert. Mit Hilfe der API konnten sie Konflikte mit Bauvolumenbeschränkungen oder Bauzonen identifizieren. Schliesslich haben sie gemeinsam mit Pricehubble (Immobilienbewerter) für das Swiss Life Asset Management die wichtigste Pilotstudie durchgeführt. Archilyse erhielt rund 1000 Wohnungspläne, die sie mit der API in Bezug auf Aussichtspotenzial, Nachbarschafts-qualitäten und externe Lärmbelastung auswerten liessen. Diese Daten wurden dazu genutzt, die statistischen Modelle für die Mietpreisschätzungen zu verbessern, wodurch die Prognosegenauigkeit auf bis zu 20% erhöht werden konnte.

Informationen, die nicht zu einer Handlung führen, soll man löschen!