The winner takes it all – dieses Credo begleitete mich während meiner ganzen Zeit bei homegate.ch. Wir ordneten alle unsere Aktivitäten diesem Leitsatz unter. Was bedeutet „The winner takes it all“? Der Marktführer erzielt höhere Preise, macht grössere Umsätze und ist markant profitabler. Als ich 2015 mit homegate.ch abschloss, hatten wir dieses Ziel erreicht (ausser im Espace Mittelland).

Business Information Modelling BIM

Ivo Lehnherr von der Architekturgruppe fsp. Seit 2011 richtet er sein Unternehmen konsequent auf die Marktführerschaft aus im Bereich „Architektur und BIM“. Das Ganze hat schon fast sektenhafte Züge, wenn Ivo von Glaubensgemeinschaft oder von der Bibel spricht. Aber auch Ivo ist beseelt vom Gedanken „The winner takes it all“.

Aktive Integration

Weitere Parallelen zu meiner Zeit als CEO bei homegate.ch entdeckte ich bei fsp. Das Unternehmen beschäftigt Leute mit verschiedenen Nationalitäten. Trotzdem ist die Gruppensprache deutsch. Alle ausländischen Arbeitnehmer besuchen in den ersten Monaten konsequent am Morgen Deutschkurse und am Nachmittag arbeiten sie im Betrieb. Warum? Die Auftraggeber von fsp sprechen deutsch und wollen/können sich nicht in einer anderen Sprache austauschen. Was bei den komplexen Projekten von fsp auch verständlich ist. Es ist deshalb spannend zu schauen, wie sich mein ehemaliger Arbeitgeber sprachlich entwickelt unter der Leitung eines englischsprechenden Chefs.

Software am Schluss

Nach der Übernahme von fsp hinterfragten die neuen Partner das bisherige Geschäftsmodell. Sie überarbeiteten den Businessplan und entwickelten eine neue Prozessmethodik. Auch erfolgreiche Firmen oder Abteilungen müssen sich laufend verändern. Welche Mitarbeiter brauchen wir, um die neuen Ziele zu erreichen? Ivo hat dazu eine klare Meinung: Wir brauchen die Leute der Zukunft, nicht der Vergangenheit. Und weil er auf Menschen setzt, wurde erst nach sechs Jahren eine neue Software für fsp angeschafft. Sie haben auch die klassische hierarchische Organisation abgeschafft und sprechen nun von Zellen. Jedes Mitglied einer Zelle hat eine Rolle, die sich im Laufe des Projektes auch ändern kann. Mir kommt diese Modell bekannt vor. In Holland arbeiten über 10’000 Spitex-Mitarbeitende nach Buurtzorg. In einer Gruppe arbeiten maximal 12 Personen, diese organisieren sich selbstständig. Mit weniger als 100 Personen wird die ganze Organisation gesteuert. In Zürich gibt es erste, ermutigende Versuche mit dem holländischen Buurtzorg (was übrigens Nachbarschaftshilfe heisst) im Spitex-Umfeld.

Stay hungry, stay foolish

Dieser Satz wird Steve Jobs zugeschrieben. Bei fsp werden alle neuen Spielzeuge ausprobiert wie Hololens, Drohnen. Hier sieht Ivo viel Potenzial. So fliegt die Drohne am Abend durch die Baustelle, nimmt die Baufortschritte auf und die übermittelten Daten erlauben am nächsten Tag die Verrechnung der Arbeiten an den Auftraggeber. Die Sitzungszimmer in Spreitenbach sind unterschiedlich möbiliert, um unterschiedliche Stimmungen abzuholen. Ein bisschen Google, einfach in Spreitenbach.

ERNE – der Schweizer Modulbauer

Eine ganz andere Welt zeigte uns Patrick Sutter. ERNE ist der grösste Anbieter von modularen Bauelementen. Patrick erzählte von einem Schulhaus in Frankfurt, bei dem heute die Bodenplatte betoniert sei und das in einem Jahr den Betrieb aufnimmt. Bei temporären Bauten für Schulen, Spitäler, Pflegezentrum, Studentenwohnungen sind Module ideal. Der Auftraggeber gewinnt Zeit, kauft Qualität, spart aber nicht unbedingt Geld. In Stein stehen manuelle und automatisierte Fertigungsstrassen. Pro Jahr wird sehr viel Holz verarbeitet. Dieses wird vom Lieferanten verarbeitungsfertig angeliefert, also fertige Holzbalken mit den Bohrungen am richtigen Ort. Jedes Teil ist eindeutig beschriftet, einzelne Teile werden als Set zusammengefasst. Auch für ERNE lohnt sich diese Zusammenarbeit mit den Holzlieferanten. Wenn sie nämlich selber fertigten, benötigten sie die doppelte Fläche. Das Holz kommt übrigens zum grössten Teil aus der Schweiz.

Suurstoofi als Referenz

In Rotkreuz entstehen Gebäude von ERNE, bei den Holz und Beton kombiniert werden. Dank neuer Technologien ist es möglich, höher und höher zu bauen. So sind Gebäude mit ERNE-Modulen von 60 Metern Höhe geplant.

Es sind nicht unsere Füsse, die uns weiterbringen, es ist unser Denken (chinesisches Sprichwort)!