Wir schnuppern Innovationsluft. Anstelle eines Schultages in der HWZ erwarteten uns interessante Ausführungen im Innovationspark. Dieser soll auf dem Gelände des Militärflughafens Dübendorf entstehen, sollten irgendwann mal alle Bewilligungen vorliegen. Wie viel co-working wird in den zu bauenden Gebäuden entstehen? Für Vishal Mallick von Performance Buildings eröffnet sich ein weites Beschäftigungsfeld. Verständlich, dass er sich fragt, ob co-working das neue Normal sein wird?

Vishal gab uns einen profunden Überblick über die co-working-Szene. Die wenigsten Betreiber verdienen heute Geld. Auch im Vergleich mit der traditionellen Büronutzung schneidet co-working (noch) schlecht ab. Nur gerade 1 % der Büroflächen werden heute gemeinsam genutzt. Oder der Optimist sieht hier das halbvolle Glas.

Eingebunden in starke Gemeinschaft

Mallick spricht vom Bankrott der Firmenkultur, wenn Unternehmen wie UBS ganze Abteilungen an co-working auslagern. Menschen seien am Glücklichsten, wenn sie Teil seien einer starken Gemeinschaft. Dazu gehört neben der Familie und den Freunden auch die Arbeit. Flexibilität als Hauptgrund von co-working darf nicht zulasten des Wir-Gefühls gehen. Mallick sagt, dass Büroflächen nur zu 55 % genutzt würden. Es sei verständlich, dass der CFO das Optimierungspotenzial ausschöpfen will. Pult neben Pult, Menschen mit „Stöpseln“ in den Ohren, damit sie in „Ruhe“ arbeiten können, seien die Folge. Als ich kürzlich meine frühere Leidenschaft homegate.ch besuchte, fand ich genau dieses Szenario vor.

Asymmetrische Geschäftsmodelle

Mallick erwähnt Google als Beispiel eines asymmetrischen Geschäftsmodells. Geld wird über Werbung verdient. Viele andere Services wie Android, Map, Kalender, E-Mail werden angeboten, um die Kunden an sich zu binden. Eine BMW-Garage könnte in Zukunft Sitzungszimmer anbieten, weil auf dem Gelände Parkplätze vorhanden sind und auch die Infrastruktur besteht. Sitzungsteilnehmer schlendern durch den Showraum und kommen so mit den Produkten von BMW in Kontakt.

Steve Jobs als Vorbild

In einem Bürogebäude braucht es einen zentralen Treffpunkt, wo Leute aus den verschiedensten Bereichen oder Firmen zusammenkommen. Aus informellen Gesprächen können Ideen entstehen, die dann in einem neuen Geschäft enden. Mallick schwebt genau diese Vorgabe von Steve Jobs vor. Mit daycrun.ch will er eine Plattform rund um co-working aufbauen. Schon heute bieten sie technische Lösungen für den Betrieb von co-working-Flächen. So kann er über den Helpdesk jede Türe zu einem Raum im Gebäude öffnen, sollte jemand den Zutrittscode verlegt haben. Allerdings geht die Vision von Vishal weiter. Jedes Gebäude könne flexibel genutzt werden. Neben einem Ankermieter hat es Platz für Startups. Alle nutzen gemeinsame Flächen wie Cafeteria oder Kopierraum und kommen so in Kontakt, tauschen sich aus. Und der ganze Betrieb des Gebäudes wird technologisch unterstützt.

Internet of Things

Vikram Bhatnayar stellt seine Plattform hivemind.ch vor, welche Gegenstände im Sinne von IoT verbindet. Er erwähnt SmartBasel, wo das Fernwärmenetz, der Geräuschpegel in den Strassen, die Nutzung von Parkplätzen oder die Bodenfeuchte überwacht werden. Auch Winterthur macht gerade einen Test mit hivemind.ch, in dem sie den Verkehr zählen und daraus wichtige Erkenntnisse für die Verkehrsführung gewinnen.

ZKB Partner des Innovationsparks

Meine Studienkollegen Franz und Philipp haben den Tag im Innovationspark ermöglicht. Danke für die tolle Veranstaltung! Die ZKB will auf dem Gelände das alte Feuerwehr-gebäude sanieren und unter dem Brand „Büro Züri“ Platz für Startups schaffen.

Zum Schluss präsentierte Studienkollege Mauro den Swiss Re Digital Assistant. Drei Kundengruppen werden mit der App bedient: die Mitarbeitenden in Zürich; die Mitarbeitenden eines anderen Büros, die in Zürich auf Besuch sind; Besucher. Eine grosse Herausforderung bildete der Datenschutz. Je nach Land mussten spezifische Anforderungen berücksichtigt werden. Interessant auch die Lösung, welche für die Mitarbeitenden in Bangalore (Indien) entwickelt wurde. Die Mitarbeiterin kann sich den Arbeitsweg anzeigen lassen analog der neuen SBB App. So sollen Mitfahrgelegenheiten gefördert werden. Wer alleine sich durch die Strassen der Hauptstadt des Bundesstaates Karnataka quälen will, kann sich den CO2-Ausstoss anzeigen lassen. Auf spielerische Art sollen die Mitarbeitenden zu umweltschonendem Reisen motiviert werden.