Anlässlich meiner Studienreise nach Berlin hatte ich Gelegenheit, zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen vom CAS Digital Real Estate den Standort Potsdamerplatz von WeWork zu besichtigen. Innert dreier Monate haben sie die 15 Etagen des ehemaligen debis-Hauses mit 2’200 sog. Members gefüllt. WeWork ist somit an diesem Standort der grösste Mieter.

Aber auch im Ursprungsland schlägt WeWork Rekorde. Nach eigenen Angaben haben sie in Manhattan den amerikanischen Bankgiganten JP Morgan als grössten Mieter von Büroflächen abgelöst. Alleine in Manhattan würden sie über 50 Standorte verfügen. Kürzlich haben sie einen Mietvertrag über 24’000 m2 im Gebäude an der 21 Penn Plaza unterschrieben.

WeWork bietet Lösungen für die Miete von flexiblen Büroflächen, sog. coworking. Den Mietern stehen neben Gemeinschaftsflächen entweder ein einzelnes Pult, ein eigener Raum oder eine grössere Fläche zur Verfügung. Die Mieter kommunizieren mit WeWork und untereinander mit einer eigenen App.

Ist das Geschäftsmodell von WeWork auch für etablierte Bürovermieter kopierbar? Ich denke JA. Immobilienfirmen wandeln sich zu einer Art GU für Büroflächen. Statt der Vermietung im Rohbau wird die Fläche ausgebaut angeboten. Der zukünftige Mieter bringt sein Laptop mit, schliesst dieses an und kann sofort arbeiten. Dies wäre eine grosse Erleichterung für viele Mieter, die mit dem Ausbau, mit der Auswahl von Materialien schlicht überfordert sind. Weshalb also dieses Geschäft WeWork überlassen?

Es halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass sich WeWork bald in der Schweiz niederlässt. Dies würde die coworking-Szene sicherlich aufmischen.