5. Ausgabe winti ventures

Veröffentlicht von proptechnews am

5. Ausgabe winti ventures

5. Ausgabe winti ventures. Steffen Ehrhardt im Interview mit Raphael Tobler. Wohnungsvermietung, Zahnimplantate, Zugangsregelung für Türen, Demenz, Notariate und Brennnesseln. Und vieles mehr unter den verschiedenen Rubriken und „Best of the Rest“.

Am Schluss dieses Artikels meine Empfehlungen für nächste Veranstaltungen.

5. Ausgabe winti ventures

Im Foyer des ehemaligen Sulzer-Hochhauses in Winterthur fand bereits die 5. Ausgabe winti ventures statt. In der Startup- und Investoren-Szene ist dies ein kleiner, feiner Anlass, ganz ohne Glamour und Bling Bling.

6 Startups aus den verschiedensten Bereichen haben ihre Ideen vorgestellt. Ich schätze diese Breite sehr. Bei der 5. Ausgabe winti ventures habe ich ausnahmesweise drei Lösungen bereits gekannt. Besonders war ich gespannt auf das Feedback von den anwesenden Investoren zu den Angeboten.

PropTech auf der Bühne

Die erste Präsentation machte die Gründerin von homelymatch.ch. Sie will den Vermietungsprozess komplett umbauen und quasi ein Tinder für Wohnungen schaffen. Vermieter stellen ihre Objekte zur Verfügung und definieren die Kriterien für die Vergabe. Auf der anderen Seite können potenzielle Mieter ein Profil erstellen und homelymatch.ch schlägt dann nach dem Abgleich die ideale Mieterin vor. Objekte auf die Plattform zu bringen, ist einfach. Zusagen von Immobilienfirmen gibt es schon. Die Herausforderung liegt bei den Mieterprofilen. Diese können nur mit beträchtlichem Marketingaufwand «beschafft» werden. Und ein Problem löst auch homelymatch.ch nicht, nämlich die Wohnungsknappheit in gewissen Orten. Vielmehr besteht die Gefahr, dass die potenzielle Mieterin meint, dass sie dank eines Profils überhaupt eine Wohnung bekommt. Sportlich war auch die Aussage der Gründerin, dass homelymatch.ch keine Konkurrenten hätte. Auf der PropTech Map Switzerland sind mindestens drei gleiche oder ähnliche Angebote zu finden, welche innerhalb der letzten 12 Monate live gingen.

Zahnimplantat und revolutionäre Zugangsregelung

Wie kann ein Zahnarzt beurteilen, ob die Knochendichte stimmt für den «Einbau» eines Implantates. Nur ein Röntgenbild oder die Erfahrung des Arztes reichen da nicht aus. implanz.com geht einen ganz neuen Weg. Aus dem bestehenden Scan und innert Minuten berechnet IMPLANZ die Knochenqualität und simuliert, wie sich das Implantat im Knochen verhalten wird, errechnet die erreichbare Primärstabilität und macht eine Empfehlung für das schnellste Behandlungsprotokoll. Das Ergebnis wird direkt in der Planungssoftware angezeigt, die der Zahnarzt bereits verwendet.

Überall muss der Zugang geregelt werden. Sei es eine simple Eingangstüre, seien es Computer oder Applikationen. Mitarbeitende sollen laut INOXO.io im Schnitt 67 Zugänge benötigen. INOXO hat dafür eine bahnbrechende Lösung entwickelt. Jede Person im Betrieb hat eine einzige Identität. Eine innovative Mitarbeiterkarte öffnet die Tür, startet die Maschine und ersetzt das Passwort in jeder Software. Wer geht, verliert alle Zugänge mit einem Klick. Ein Betrieb ohne Passwörter. So sicher wie eine Bank (hier gibt es sicher bessere Vergleiche, meine ich).

Was sagt ein erfahrener Investor?

An der 5. Ausgabe winti ventures wurde Steffen Ehrhardt von Raphael Tobler interviewt. Steffen meinte, dass gerade in einer frühen Phase ein Startup noch keine belastbaren Zahlen aufweisen könne. Hier wäre das Team wichtig. Deshalb wären für Investoren Einzelgründer ein NoGo. Investoren erhielten täglich unzählige Dossiers auf den Tisch. Deshalb sollte zu einem Investor eine Beziehung aufgebaut werden, d.h. es sollten regelmässig Informationen zum Verlauf geliefert werden. So bleibt das Startup im Gedächtnis und wird allenfalls berücksichtigt, wenn der Investor später bereit ist einzusteigen. Und bleibt es dennoch bei einem Nein, dass unbedingt nachfragen, ob der Angel jemanden kennt, der allenfalls interessiert sein könnte. Steffen sprach mir mit seiner Aussage aus dem Herzen, dass Gründer und Gründerinnen zu wenig ambitioniert seien. Hier spricht der erfahrende Investor die mangelnde internationale Ausrichtung an. Wer aber in andere Märkte expandieren will, dem empfiehlt Steffen, dass schnell jemand mit Kenntnissen dieses Marktes ins Boot geholt wird. Das Interview war gleichermassen interessant für Gründerinnen und Gründer, wie auch für Investoren.

Demenz und effiziente Notariate

Demenz ist gerade bei älteren Menschen ein grosses Thema. Wissen, Erfahrungen gehen verloren. Diesem Thema hat sich vreni.ai angenommen und eine Toniebox für Demenz entwickelt (wobei ich zuerst nachlesen musste, was eine Toniebox überhaupt ist). VRENI macht dieses Wissen nutzbar. Teams, Angehörige und wo möglich die Bewohnenden selbst tragen persönliche Informationen per Sprache, Dashboard oder Link bei. Daraus entsteht ein gemeinsames Biografieprofil, genutzt über ein vertrautes, bildschirmfreies Radio mit einem einzigen Knopf. VRENI sitzt zwischen Dokumentationssystemen und Sprachassistenten und verbindet Spracherfassung, geteilte Plattform und Ein-Knopf-Hardware.

registras.ch kennt sich aus in der Welt der Notariate und hat dabei festgestellt, dass immer noch Daten und Dokumente manuell bearbeitet und erfasst würden. Daraus resultierten Verzögerungen, Kosten und Ineffizienzen. Und dies nicht nur bei den Notariaten, sondern auch bei den Mandanten, Registerbehörden, Amtsstellen oder Banken. Registras bietet Schweizer Notariaten und Anwaltskanzleien eine vertikale, rechtssichere SaaS-LegalTech-Plattform mit KI-Assistenz zur Prozessautomatisierung. Am Markt soll es bisher keine solche Lösung geben.

Brennnesseln für Textilien

Was macht jemand, der jahrelang in der Textil- und Modebranche arbeitete und mit den dortigen Zuständen immer unzufriedener ist? Sie gründet ein eigenes Unternehmen. Nettle Circle (nettlecircle.com) entwickelt eine patentierte, wetterunabhängige Technologie, die Brennnesseln lokal zu rückverfolgbaren Textilfasern und verwertbaren Nebenprodukten verarbeitet. Das skalierbare NettleHUB-Modell ermöglicht die regionale Replikation dieser zirkulären Wertschöpfung, mit Ganzpflanzennutzung und reduzierter Abhängigkeit von Importen. Der erste Technologie-HUB schafft die Grundlager für Skalierung und regionale Replikation.

Investments

Gemäss Medienmitteilung beteiligt sich buildify.earth an vyzn, dem ETH-Spinn-off für KI-gestützte Entscheidungen in Bauprojekten. Buildify.earth investiert langfristig in PropTechs, die das Bauen nachhaltiger und zirkulärer machen. Die beiden Parteien äussern sich nicht zum investierten Betrag. Im Portfolio von buildify.earth sind auch Oxara, scandens oder viboo finden.

PropTech Map Switzerland

In der Kategorie «Services» ist rabbit.re neu. Das Team von Kevin und Furio denkt Immobilienentwicklung radikal anders.

Künstliche Intelligenz

Wir backen in Europa einfach kleiner Brötchen. Während in Amerika die KI-Firmen mit riesigen Milliarden-Bewertungen aufwarten, wird das Pariser KI-Start-up Mistral AI gerade mal mit über 21 Mrd. € bewertet. Brosamen im Vergleich zu Amerika. Jetzt hat Mistral 3 Mrd. € in einer Series-D-Runde eingesammelt. Angeführt von Samsung Electronics, beteiligten sich auch EQT und PSG Equity. Mistral beschäftigt mittlerweile mehr als 1’000 Mitarbeitende.

Das Unternehmen positioniert sich als europäische Alternative zu US-Anbietern und setzt auf Open-Weight-Modelle für mehr Datenhoheit. Mit über 125 Kunden in 20 Ländern, darunter Airbus und HSBC, fokussiert Mistral auf regulierte Branchen. Gleichzeitig zeigt sich eine wachsende Abhängigkeit von Investoren wie ASML, Samsung und Nvidia, die auch Hardware- bzw. Cloud-Partner sind. Trotz der hohen Bewertung bleibt die Frage, ob europäische Souveränität als Alleinstellungsmerkmal gegen die technologische Überlegenheit US-amerikanischer Anbieter ausreicht.

 

5. Ausgabe winti ventures       5. Ausgabe winti ventures

Wie leicht lassen wir uns täuschen. Welches der beiden Bilder ist von AI geschaffen worden? Die Auflösung ist am Schluss nach den Veranstaltungen zu finden.

 

5. Ausgabe winti ventures

Aandarta ist der Partner von Abacus, wenn es um AbaImmo geht. Jetzt wurde die Firma um Carmine De Masi von der Axept Gruppe übernommen. Unter dem Dach von Aandarta befinden sich die Lösungen AbaImmo, AbaImmoLite, Abacus, ImmoApp und DeepCloud.

Jetzt ist klar, wohin es Felix Bünning (ex-CEO von viboo) hinzieht. Er wird an der Bonn-Rhein-Sieg Universität neuer Professor für Künstliche Intelligenz in den Ingenieurwissenschaften. Da wünsche ich ihm doch viel Freude und Erfolg.

 

Ausgewählte Veranstaltungen

Fehlt ein Anlass mit Bezug zu PropTech? Einfach melden an heinz.m.schwyter@schwyterdigital.ch

Die swiss startup association organisiert eine Vielzahl von Veranstaltungen, welche auch für PropTechs interessant sind. Da es so viele Anlässe sind, hier der Link zur Website von ssa.

Das Immobiliengespräch gibt es auch in Lausanne. Am 17. September 2026 ist es wieder soweit.

Luzern ist am 24. September 2026 Austragungsort des 110. immoTable.

Im Trafo in Baden geht am 22. Oktober 2026 der Real Estate Award 2026 über die Bühne.

In Madrid findet vom 28. bis 30. Oktober die PropTech & PortalWatch Conference statt.

Den Global Real Estate Run kann man zwischen dem 29. und 30. Oktober auch in Madrid absolvieren.

Der November ist wieder reich befrachtet. Die neue Semaine de l’Immobilier et du Logement findet in Paris vom 2. bis 6. November 2026 statt. Le Salon RENT ist darin eingebettet vom 4. bis 5. November 2026.

Winterthur heisst zwischen dem 5. und 6. November 2026 die Gäste der Startup Nights willkommen.

An der fuckup night von Smino wird am 12. November 2026 über Misserfolg und die Lehren daraus berichtet.

In der Serie immoTable wird die 111. Ausgabe am 26. November 2026 in St. Gallen durchgeführt.

Das letzte Immobiliengespräch dieses Jahres findet wieder in Zürich am 2. Dezember 2026 statt.

Veranstaltungen 2027

Den nächsten Digital Real Estate Summit gibt es erst 2027 wieder.

Die IMMO27 findet vom 13. bis 14. Januar 2027 statt.

Am 1. Februar öffnen sich die Türen des Kunsthauses Zürich für das 26. Symposium der Group of Fifteen.

Beim Besuch der REM SWISS 2027 vom 2. und 3. März 2027 können die Französischkenntnisse aufgefrischt werden.

Französisch spricht man auch an der MIPIM. Vom 15.-19. März 2027 trifft sich die Branche wieder am Mittelmeer.

Hamburg ist vom 14. bis 15. April wieder Gastgeber des PropTech Summit und des Construction Summit.

winti ventures geht am 21. April 2027 in die nächste Runde.

Warum nicht Malta im Frühling? Vom 13. bis 14. Mai 2027 findet der EU-Startups Summit statt.

Die Flughafenregion Zürich lädt am 1. Juni 2027 zum nächsten ImmoSummit ein.

Am 7. Juni rückt Rotkreuz ins Zentrum mit der 2. Konferenz AI@RE.

 

Das Bild mit dem faltbaren iPhone ist KI, wobei es solche Smartphones schon gibt (aber nicht von Apple). Das Bild mit dem Smartphone und den vielen Icons ist real und zeigt das kürzlich von Apple angekündigte faltbare iPhone.


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