KI ist das neue Digital

Veröffentlicht von proptechnews am

KI ist das neue Digital.

KI ist das neue Digital. Reprogramming Real Estate. Übliche Verdächtige für Award. Wo sind die Frauen geblieben? Konkurrenz unter PropTechs. Und vieles mehr unter den verschiedenen Rubriken und „Best of the Rest“.

Am Schluss dieses Artikels meine Empfehlungen für nächste Veranstaltungen.

KI ist das neue Digital

KI ist das neue Digital. Wie komme ich auf diesen Titel? Jetzt sind wir jahrelang an Konferenzen gepilgert, wo uns auf der Bühne die Digitalisierung um die Ohren gehauen wurde. Startups präsentierten Lösungen für Probleme, von denen die Immobilienwirtschaft noch gar nichts wusste. Die Ära der Veranstaltungen unter dem Begriff «Digitalisierung» neigt sich zu Ende. Am Horizont zeigen sich nun die KI-Konferenzen. Beispiel gefällig? Der Digital Real Estate Summit pausiert dieses Jahr, um sich neu zu erfinden. The Big Handshake ist von einer ganztägigen Veranstaltung auf einen kurzen Nachmittag geschrumpft. KI ist das neue Digital, dies zeigte sich an der AI@RE Konferenz von der HSLU.

Reprogramming Real Estate

Der eigentliche Titel des Anlasses lässt noch nicht auf den Schwerpunkt KI schliessen. Aber an der Konferenz ging es nur um KI und Lösungen, rund um KI. Etwa 100 Personen folgten der Einladung der Organisatoren. Der Spannungsbogen war geschickt aufgebaut. Zuerst wurde aus der Sicht der Forschung berichtet, bevor es zu den konkreten Beispielen aus der Praxis ging. Die Breakout Sessions haben immer das gleiche Problem. Die vorgestellten Themen wären alle interessant, aber als Teilnehmer muss ich mich für einen Block entscheiden.

KI in der Immobilienwirtschaft (noch) nicht angekommen

Da der erste Redner eigentlich am Vorabend aus Berlin hätte anreisen sollen, wegen Ausfalls des Fluges aber mit dem Nachtzug nach Zürich reiste, überbrückten die Organisatoren den Auftakt von AI@RE mit einigen Betrachtungen. KI sollte strategisch eingesetzt werden. Wie soll dies aber gehen, wenn Immobilienfirmen weder eine Unternehmens-, noch eine Digitalstrategie haben? Die HSLU begleitet mit dem Transformation Circle KI-Projekte innerhalb einer Immobilienfirma. Neben Theorie erhalten die Teilnehmenden viele praktische Lösungen, die während der neun Monate für das eigene Unternehmen entwickelt wurden. Die Beteiligung am Transformation Circle kostet 19’500 Franken (für max. drei Personen), was viele kleinere und mittlere Firmen eher ausschliesst.

Viele Fachbegriffe

Zum Auftakt fragte Christoph Holzmann, was KI in der Immobilienwirtschaft (noch) nicht könne? General Purpose Technologies würden Wirtschaft und Gesellschaft verändern. Und dies in einer in der bisherigen Geschichte noch nie dagewesenen Geschwindigkeit. Holzmann nannte z.B. Berufe in der Architektur, beim Immobilienverkauf oder der Hypothekenvergabe, welche durch KI gefährdet werden könnten. Allerdings schob er nach, dass immer noch Aufgaben beim Menschen verbleiben würden. Obwohl die KI heute schon 80 % der Aufgaben schneller als der Mensch verarbeiten würde.

Beim nächsten Programmteil ging es im Gespräch zwischen Michael zur Mühlen und Marc Gille-Sepehri um Agentic BPM. Die beiden betonten, dass Excel nach wie vor eines der am meisten eingesetzten Tools wäre. Dann setzte das Feuerwerk der Fachbegriffe ein: Systemlandschaft, ERP, CRM, CAFM, Workflows, MCP-Werkzeuge, agentische Workflows. Zum Abschluss meinten sie, dass Business Process Management BPM nichts Neues wäre. KI würde einfach gewisse Aufgaben vom Menschen übernehmen. Die Firmen hätten die Kochrezepte für BPM eigentlich in der Hand. Jetzt brauche es noch die Köche.

Schwelgen in der Vergangenheit

PropTech Urgestein Stefan Zanetti schaute auf 10 Jahre PropTech zurück. An der ersten von mir mitorganisierten Tagung zur Digitalisierung im Frühjahr 2015 trat Stefan schon als Referent auf. Am Anlass der HSLU zeigte er sieben Paradigmawechsel auf. Vor allem plädierte er, wieder mehr in die eigenen Kompetenzen zu vertrauen, als sich dauernd von Beratern abhängig zu machen. Als langjähriger Konferenzteilnehmer bemängelte Zanetti den Mix an den Immobilienveranstaltungen. Vielfach wären zu wenige Vertreterinnen und Vertreter aus der Immobilienwirtschaft anwesend. Also gerade diejenigen, die eigentliche von den Präsentationen und den Gesprächen mit Experten am meisten profitieren könnten.

Stefan empfahl u.a. den Käufern von PropTech-Lösungen, dass sie Resultate und keine Technologie kaufen sollten. Den PropTechs legte er ans Herz, Production Tests zu verkaufen und keine (unbezahlten) Pilotprojekte. Sein Fazit: Mehr Mut zum Experimentieren.

Interessante Use Cases

Zuerst zeigten Tobias Zollinger von Helvetia und Philipp Dohmen von QAECY das Wissensmanagement mit KI bei Baloise-Helvetia. Starke Aussage: Die Immobilienwirtschaft sei immer noch im Yahoo-Zeitalter steckengeblieben. Beim nächsten Projekt mit Daniel Stutz von Peter Halter AG und Alexandros Tyropolis von ailean ging es darum, wie der Bewirtschafter mit KI mehr Zeit für seine eigentliche Aufgabe bekommen sollte. Diese Präsentation gab einen Einblick, wie mit ailean die Mängelbehebung ohne Zutun der Mitarbeiterin organisiert werden kann. Ein Use Case, welcher auch für kleinere und mittlere Bewirtschafter brauchbar ist. Jörg Jungedeitering sprach zum Schluss über AI im FM. Er ist mit ROM Facility Solutions auch Partner bei Coalition X, einer Initiative in Deutschland zur Standardisierung von Immobiliendaten.

Am Nachmittag ging es dann weiter mit den drei Breakout Sessions mit den Titeln «from Data to Value», «Market Intelligence» und «Human and Organization».

Die üblichen Verdächtigen beim Award

Markus Schmidiger führte durch die Präsentationen für den «Best Use Case Award». Laut ihm hätten sie viele Bewerbungen erhalten. Aus meiner Sicht beschränkte sich die Auswahl der fünf Finalisten auf die üblichen Verdächtigen. Irritiert hat mich, dass Markus im Beirat sitzt von einem Anwärter auf den Award.

avendo, bewy, flint, vyzn und scandens präsentierten sich den Teilnehmenden. Sie deckten schön alle Themen der Immobilienwirtschaft ab: Verkauf, Bewirtschaftung, FM, Nachhaltigkeit. Den Award hat schliesslich avendo gewonnen mit 401 von 953 Stimmen, gefolgt von bewy, flint, scandens und vyzn. Wer im Vorfeld das Publikum mobilisierte, konnte an der Konferenz AI@RE schliesslich abräumen. Herzliche Gratulation allen Finalisten und avendo zum Gewinn des Awards.

Meine Eindrücke von AI@RE

Wo waren die Frauen? Einige Teilnehmerinnen waren anwesend, auf der grossen Bühne präsentierten nur Männer. Ich kann nicht glauben, dass innerhalb des Netzwerkes der HSLU keine Fachfrauen zu finden sind, welche zu spannenden Themen reden können.

AI-Konferenzen müssen mehr Bodenhaftung zeigen. Was konnte eine kleinere oder mittlere Immobilienfirma von AI@RE mitnehmen?

Events

Am Kundenanlass von Alphaprop zeigte Marina Arnold-Schürmann zuerst einen Rückblick auf die Highlights 2025, bevor Thomas Spycher auf die indirekten Immobilienanlagen einging. Thomas gab auch einen Einblick auf den Alphaprop Data Agent. Roman Bürki interviewte Roman Bürki von der Pensionskasse der technischen Verbände zum Thema «digitales Portfoliomanagement und KI». Schliesslich zeigte Massimo Mannino das KI-basierte Transaktionsmanagement Investra. Damit wollen sie im Herbst 26 live gehen. Ein spannendes Produkt, mit dem Alphaprop aber anderen Anbietern ins Gehege kommt. Es bleibt spannend!

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Am 23. Juni 2026 (08:15 – 08:45 Uhr) führt ImmoSparrow in Zusammenarbeit mit der Next Property AG eine 30-minütige Online-Session durch. Im Fokus steht der neue Preisrechner von ImmoSparrow, der erste in der Schweiz mit integrierter LLM-Analyse, der nicht nur quantitative Transaktionsdaten, sondern auch qualitative Faktoren wie Mikrolage und Seesicht einbezieht. Immobilienprofis erhalten damit ein datengestütztes Werkzeug, um Preisempfehlungen gegenüber Eigentümern zu belegen. Ergänzt wird die Session durch einen aktuellen Markteinblick: Welche Regionen der Schweiz boomen, wo der Markt abkühlt und was die Daten über Vermarktungszeiten verraten.

AHA Session mit ImmoSparrow.

Künstliche Intelligenz

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Wie leicht lassen wir uns täuschen. Welches der beiden Bilder ist von AI geschaffen worden?

Immobilienportale

CoStar Group steht kurz vor dem Abschluss der Übernahme des Spezialisten für Wohnungsmarktdaten Zonda für 800 Millionen US-Dollar in einer reinen Bartransaktion, die in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden soll. Laut einer Pressemitteilung bietet die Plattform von Zonda End-to-End-Lösungen, die den Erwerb von Grundstücken, die Entwicklungsplanung, Analysen zum Wohnungsbau, Bauprognosen, Community-Marketing, das Management operativer Arbeitsabläufe und Online-Marktplätze für Neubauten umfassen. Zonda ist ein attraktives B2B-Unternehmen mit starken Gewinnmargen.

Ausgewählte Veranstaltungen

Fehlt ein Anlass mit Bezug zu PropTech? Einfach melden an heinz.m.schwyter@schwyterdigital.ch

Der 109. immoTable findet am 18. Juni 2026 in Schlieren statt.

Die REAL Estate Arena beherbergt die Branche vom 10. bis 11. Juni 2026 im Messegelände Hannover.

Am 15.-17. Juni 2026 gastiert die EXPO REAL Asia Pacific in Singapur.

Die swiss startup association organisiert eine Vielzahl von Veranstaltungen, welche auch für PropTechs interessant sind. Da es so viele Anlässe sind, hier der Link zur Website von ssa.

Veranstaltungen 2. Hälfte 2026

Am 26. August 2026 organisiert Csaba von Zalan wieder seine bestens bekannte Paprika ImmoGolf Gentlemen Challenge.

Einer meiner liebsten Investoren-Anlässe: Winti Ventures lädt zur fünften Runde am 9. September 2026.

Luzern ist am 24. September 2026 Austragungsort des 110. immoTable.

Im Trafo in Baden geht am 22. Oktober 2026 der Real Estate Award 2026 über die Bühne.

Der November ist wieder reich befrachtet. Le Salon RENT findet in Paris vom 4. bis 5. November 2026 statt.

Winterthur heisst zwischen dem 5. und 6. November 2026 die Gäste der Startup Nights willkommen.

An der fuckup night von Smino wird am 12. November 2026 über Misserfolg und die Lehren daraus berichtet.

In der Serie immoTable wird die 111. Ausgabe am 26. November 2026im Limmattal durchgeführt.

Veranstaltungen 2027

Den nächsten Digital Real Estate Summit gibt es erst 2027 wieder.

Die IMMO27 findet vom 13. bis 14. Januar 2027 statt.

Am 1. Februar öffnen sich die Türen des Kunsthauses Zürich für das 26. Symposium der Group of Fifteen.

Beim Besuch der REM SWISS 2027 vom 2. und 3. März 2027 können die Französischkenntnisse aufgefrischt werden.

Französisch spricht man auch an der MIPIM. Vom 15.-19. März 2027 trifft sich die Branche wieder am Mittelmeer.

Hamburg ist vom 14. bis 15. April wieder Gastgeber des PropTech Summit und des Construction Summit.

Warum nicht Malta im Frühling? Vom 13. bis 14. Mai 2027 findet der EU-Startups Summit statt.

Am 7. Juni rückt Rotkreuz ins Zentrum mit der 2. Konferenz AI@RE.

 

Das Bild mit der Frau im Zentrum ist mit LTX 2.3 gemacht, mit LoRA «verfeinert», um den Eindruck der 1990er-Jahre zu erzielen. Ist somit KI, während das Bild mit dem dem gelb gekleideten Herrn im Hintergrund real ist.

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