Why PropTech Moves Slowly?

Why PropTech Moves Slowly? SwissMLS als dritte Kraft. The Big Handshake im Lakeside. ETH und EPFL Spitze. Aprilscherz mit Digital Minister. Und vieles mehr unter den verschiedenen Rubriken und „Best of the Rest“.
Am Schluss dieses Artikels meine Empfehlungen für nächste Veranstaltungen.
Why PropTech Moves Slowly?
Rasmus Juul-Nyholm hat verschiedene Hüte auf, u.a. ist er Founder und Chairman von PropTech Denmark. Kürzlich hat er in einem Artikel auf Linkedin die Frage beantwortet: Why PropTech Moves Slowly?
Why PropTech Moves Slowly?
Rasmus argumentiert, dass die langsame Einführung von Technologie im Immobiliensektor nicht primär auf kulturelle Faktoren zurückzuführen ist, sondern auf strukturelle Unterschiede zwischen Immobilienunternehmen und Technologieanbietern. Diese strukturellen Barrieren verhindern, dass Angebot und Nachfrage effektiv zusammenfinden.
Auf der Nachfrageseite ist die Immobilienbranche stark fragmentiert und besteht überwiegend aus kleinen Organisationen mit begrenzten personellen Ressourcen. Diese Unternehmen konzentrieren sich auf ihr Kerngeschäft wie Investition, Betrieb und Finanzierung und verfügen selten über spezialisierte IT- oder Innovationsteams. Dadurch fehlt es an den Fähigkeiten, die notwendig sind, um Technologien systematisch zu evaluieren, einzuführen und langfristig zu nutzen. Zudem ist die IT-Kostenbasis traditionell sehr niedrig: Viele Prozesse werden mit Standardsoftware abgewickelt, und IT-Ausgaben spielen sowohl auf Objekt- als auch auf Unternehmensebene eine untergeordnete Rolle. Ein weiterer zentraler Punkt ist die finanzielle Logik der Branche: Laufende Kosten, etwa durch Software-Abonnements, reduzieren direkt das operative Ergebnis (NOI). Das macht wiederkehrende Preismodelle unattraktiv.
Immobilienbranche ist nicht rückständig
Auf der Angebotsseite ist PropTech eine noch junge Branche, die sich erst seit wenigen Jahren entwickelt. Viele Gründer stammen aus der Technologiebranche und bringen zwar technisches Know-how mit, unterschätzen jedoch häufig die Besonderheiten der Immobilienwirtschaft. Anstatt die strukturellen Herausforderungen zu verstehen, wird die Branche oft vorschnell als „rückständig“ eingeordnet. Zudem bieten viele PropTech-Unternehmen spezialisierte Einzellösungen an, die jeweils nur ein Problem adressieren. Für Immobilienunternehmen führt dies zu einer Vielzahl von Systemen, die integriert werden müssen – ein erheblicher Aufwand, insbesondere ohne interne IT-Kompetenz. Auch die gängigen Preismodelle (z. B. abonnementbasiert) passen schlecht zur wirtschaftlichen Logik der Branche. Hinzu kommen lange Verkaufszyklen und die Erwartung, dass Produkte bereits vollständig ausgereift sind, was viele Start-ups finanziell belastet.
Der zentrale Gedanke des Artikels ist, dass weder die Immobilienbranche noch die PropTech-Unternehmen als alleinige Ursache für die langsame Digitalisierung verantwortlich sind. Vielmehr handelt es sich um ein strukturelles Missverhältnis zwischen zwei Systemen mit unterschiedlichen Logiken, Fähigkeiten und Erwartungen. Fortschritte werden erst möglich, wenn beide Seiten diese Unterschiede erkennen und aktiv darauf reagieren: Immobilienunternehmen müssen in Kompetenzen und Strukturen investieren, während PropTech-Anbieter ihre Produkte, Preisstrategien und Marktzugänge stärker an die Realität der Branche anpassen müssen.
Fazit
Weder Immobilienbranche noch PropTech sind „schuld“. Fortschritt erfordert, dass beide Seiten ihre strukturellen Unterschiede verstehen und sich anpassen.
SwissMLS als «dritte Kraft»
In der Schweizer Wirtschaft wurde immer wieder von der sog. «dritten Kraft» gesprochen. So sollte beispielsweise neben Coop und Migros ein dritter starker Player entstehen. Denner galt traditionell als die «dritte Kraft», der sich als Discounter mit aggressiver Preispolitik positionierte. Als «dritte Kraft» scheiterten z.B. die Usego-Gruppe oder bon appétit. Auch Manor, Volg, Lidl oder Aldi sind aktiv als Detailhändler, sind aber weit weg von Coop und Migros.
Fast wäre es als Aprilscherz durchgegangen. Aber IMMOMIG AG und Properstar AG verschickten ihre Pressemitteilung am Vortag des 1. April. Selbstbewusst wählten die beiden Absender der Botschaft den Titel «Zwei Schweizer Akteure erschüttern den Immobilienmarkt». IMMOMIG AG und Properstar AG gründeten das 50/50 Joint Venture mit dem Namen SwissMLS AG.
Mit SwissMLS AG können Immobilieninserate auf dreamo.ch und properstar.ch sowie über hundert internationalen Immobilienmarktplätzen publiziert werden. Dafür braucht es nur einen Vertrag. Gemäss Medienmitteilung ist es nicht mehr möglich, die beiden Schweizer Plattformen einzeln zu abonnieren. SwissMLS AG tritt am Markt selber nicht aktiv auf. IMMOMIG AG und Properstar AG sind die Vertriebsorganisationen für dreamo.ch und properstar.ch.
Am 30. April stehen die beiden Verantwortlichen, Patrick Maillard und Gerard Paratte, ab 1600 Uhr dem interessierten Publikum Red und Antwort. Hier kann man sich zum Webinar anmelden.
Events
Am 19. Mai wird sicher wieder bei schönstem Wetter The Big Handshake im Lakeside in Zürich durchgeführt. Mitglieder von Swisscircle und Swiss PropTech erhalten zwei kostenlose Tickets. Regulär kostet der Zugang zu diesem hochkarätigen Anlass CHF 450.00 pro Person.
PropTech Map Switzerland
Neu in der Kategorie «Services» ist cahuu.ch. Das PropTech bietet eine Serviceplattform für professionelle Umzüge, Warentransporte, Räumungen, Entsorgungen und Reinigungen.
maison.work hat die Inseratesuche optimiert. Einfach den gewünschten Flächentyp und den Standort auswählen und schon poppen die Angebote auf.
Diego Anders war lange das Gesicht von backbone in der Deutschschweiz. Nun hat er zu Tayo gewechselt, wo er das Geschäft im DACH-Raum ausbauen soll.
Garaio REM verstärkt sich in der Westschweiz. Stephan Nuzzolo ist neuer Leiter Romandie. Er wird unterstützt vom bisherigen Leiter Verkauf, Rémy Berzin.
Künstliche Intelligenz
Das KI-Unternehmen Anthropic hat per einstweiliger Verfügung erreicht, dass seine Einstufung als Lieferketten-Risiko für die nationale Sicherheit vorerst blockiert wird. Gegenwärtig scheint Anthropic Nutzniesser des Konflikts mit dem Pentagon zu sein. Aktuell verzeichnet man starkes Wachstum bei zahlenden Nutzern: Die Zahl der Abos hat sich 2026 mehr als verdoppelt. Treiber sind neue Features wie Claude Code sowie hohe Aufmerksamkeit durch den Streit mit dem Pentagon.

Kürzlich wurden interne Dokumente von Anthropic öffentlich, die ein neues, noch leistungsfähigeres KI-Modell namens „Claude Mythos“ enthüllen. Das Modell soll bisherigen Systemen, insbesondere im Bereich Cybersicherheit, weit überlegen sein und löste bereits Kursverluste bei Cybersecurity-Aktien aus. Daneben prüft Anthropic Berichten zufolge einen Börsengang, der bereits im Oktober stattfinden könnte. Erste Gespräche mit grossen Investmentbanken sollen schon geführt worden sein. Der Schritt heizt den Wettbewerb im KI-Sektor weiter an, da auch der Rivale OpenAI eine mögliche Börsennotierung bis Ende des Jahres vorbereitet. Das Rennen ist offen!
Wie leicht lassen wir uns täuschen. Welches der beiden Bilder ist von AI geschaffen worden?


Gemäss Deep Tech Report 2026 stehen ETH Zürich und EPFL weltweit an der Spitze, wenn es um Deep Tech geht. Aber was ist Deep Tech? Deep Tech’s lösen komplexe, fundamentale Probleme durch disruptive Innovationen, oft in den Bereichen KI, Robotik, Biotech oder Quantencomputing. Sie haben lange Entwicklungszeiten und benötigen hohe Investitionen. Leider spielen die Schweizer PropTech’s keine so wichtige Rolle weltweit.
Einen April-Scherz der Extraklasse leistete sich Stefan Steiner von Venturelab. Er vermeldete, dass die offizielle Schweiz einen Startup-Minister suchen würden. Der Aufgabenbereich läge u.a. bei verbesserten Bedingungen für innovative Jungunternehmen oder bei vereinfachten administrativen Prozessen. Der neue Minister solle die Stimme der Startup-Welt in der Schweiz werden. Bewerbungen konnten eingereicht werden.
Mitula und Trovit sind internationale Marktplätze mit den Rubriken Auto, Immobilien, Jobs, Kleinanzeigen. Vergleichbar mit Swiss Marketplace Group. Die beiden Akteure gehören zur japanischen LIFULL Connect. Jetzt hat das internationale Jobportal Adzuna von Trovit und Mituala deren Stellenportale übernommen.
Ausgewählte Veranstaltungen
Fehlt ein Anlass mit Bezug zu PropTech? Einfach melden an heinz.m.schwyter@schwyterdigital.ch
Der kleine, aber feine Anlass, wo sich Investoren und Startups treffen, findet in Winterthur statt. Winti Ventures lädt am 15. April 2026 zur 4. Durchführung ein.
Im April lockt der Proptech Summit die Gäste vom 22. bis 23. April 2026 nach Hamburg.
Den Global Real Estate Run kann man vom 23. bis 24. April 2026 auch in Hamburg während des Proptech Summits absolvieren. Sonst einfach dort, wo es gerade passt.
Wer es weniger sportlich oder näher liebt, geht am 23. April 2026 an den 108. immoTable Ticino.
Malta im Mai muss sehr schön sein. Neben der Insel kann vom 7.-8. Mai 2026 der EU-Startups Summit entdeckt werden.
Im IFZ Campus in Rotkreuz findet am 1. Juni 2026 die AI@RE Konferenz «Reprogramming Real Estate» statt.
Der 109. immoTable findet am 4. Juni 2026 in St. Gallen statt.
Die REAL Estate Arena beherbergt die Branche vom 10. bis 11. Juni 2026 im Messegelände Hannover.
Am 15.-17. Juni 2026 gastiert die EXPO REAL Asia Pacific in Singapur.
Die swiss startup association organisiert eine Vielzahl von Veranstaltungen, welche auch für PropTechs interessant sind. Da es so viele Anlässe sind, hier der Link zur Website von ssa.
Veranstaltungen 2. Hälfte 2026
Am 26. August 2026 organisiert Csaba von Zalan wieder seine bestens bekannte Paprika ImmoGolf Gentlemen Challenge.
Luzern ist am 24. September 2026 Austragungsort des 110. immoTable.
Im Trafo in Baden geht am 22. Oktober 2026 der Real Estate Award 2026 über die Bühne.
Der November ist wieder reich befrachtet. Le Salon RENT findet in Paris vom 4. bis 5. November 2026 statt.
Winterthur heisst zwischen dem 5. und 6. November 2026 die Gäste der Startup Nights willkommen.
An der fuckup night von Smino wird am 12. November 2026 über Misserfolg und die Lehren daraus berichtet.
In der Serie immoTable wird die 111. Ausgabe am 26. November 2026im Limmattal durchgeführt.
Veranstaltungen 2027
Den nächsten Digital Real Estate Summit gibt es erst 2027 wieder.
Die IMMO27 findet vom 13. bis 14. Januar 2027 statt.
Beim Besuch der REM SWISS 2027 vom 2. und 3. März 2027 können die Französischkenntnisse aufgefrischt werden.
Französisch spricht man auch an der MIPIM. Vom 15.-19. März 2027 trifft sich die Branche wieder am Mittelmeer
1 Kommentar
Hat KI doch keinen Einfluss? • PropTech News · 4. Mai 2026 um 09:00
[…] der Ankündigung standen die Verantwortlichen von SwissMLS Online Red und Antwort. Initiator Patrick Maillard wies […]