Auch wenn ich mich in meinem Blog mit PropTech-Themen auseinandersetze, lohnt sich der Blick in andere Bereiche wie FinTech. Alles scheint dort besser, grösser zu sein. Ist aber alles besser?

Die Beratungsgesellschaft PwC hat sich die Finanz-Startups genauer angeschaut und sie zeichnen ein düsteres Bild. Obwohl die jungen Mitbewerber der Banken und Versicherungen Millionnen schwere Finanzierungsrunden abschliessen können, wachsen die Bäume nicht in den Himmel. In den letzten Jahren haben über 200 FinTechs den Geist aufgegeben. Der Pleitegeier startete seinen Flug vor etwas mehr als zwei Jahren. Seither gaben 170 Startups die Tätigkeit auf. Die meisten Fintechs stellen den Betrieb im dritten oder vierten Geschäftsjahr ein. Die festgestellte Welle basiert auf dem Gründerboom der Jahre 2015 und 2016. Die Experten von PwC gehen von einer Erfolgquote von lediglich 10 % aus.

Und wie sieht es nun mit der PropTech-Szene in der Schweiz aus? Glücklicherweise bestätigen sich die Beobachtungen bei den FinTechs in Deutschland bei uns nicht. Hat es mit einem anderen Geschäftsverständnis zu tun? Ich leite ja selber ein PropTech und sehe, wie sich alle Akteure mit der Digitalisierung (noch) schwer tun. In der Immobilienwirtschaft lockt nicht das ganz grosse Geld wie dies bei der Finanzindustrie der Fall ist. Beide – Immobilienfirmen und PropTechs – sind bodenständiger. Alle PropTechs, die ich kennen gelernt habe, sind bescheiden. Dies zeigt sich beispielsweise bei der Internationalisierungsstrategie. Schweizer PropTechs starten vielfach in der Deutschschweiz und schielen nach dem Westschweizer Markt. Die wenigsten PropTechs haben eine klare Vision, wie sie den internationalen Markt erobern wollen. Vielleicht führt dieser bescheidenere Ansatz auch zu weniger Firmenausfällen?