Im englischen Immobilienmarkt spielt Countrywide eine wichtige Rolle. Umso mehr Lärm machten die neuesten Finanzzahlen der grössten englischen Immobilienfirma. Im ersten Halbjahr 2018 schrieben sie einen Verlust von über 200 Millionen Pfund, verur-sacht durch Neubewertungen der Anlagen und der Marke.

Die neuesten Zahlen verursachten ein mittleres Erdbeben im britischen Immobilien-markt, ist Countrywide mit über 10’000 Mitarbeitenden der grösste Immobilienmakler. Auch im Hypothekengeschäft ist die Gesellschaft ein Schwergewicht. Der englische PropTech Consultant Eddie Holmes sieht den Niedergang von Countrywide vor allem in Managementfehlern. So sollte die Gesellschaft sich auf die Erfolge von 2016 zurückbe-sinnen nach dem Motto “back to basics”. Allerdings wurde nicht berücksichtigt, dass sich die Immobilienwelt immer schneller dreht und dass Technologie das Geschäft immer stärker beeinflusst. Die Chefin, welche in der Zwischenzeit den Hut nahm, kam von ausserhalb der Immobilienbranche. Sie leitete über 21 Jahre lang eine private Gesund-heitsorganisation. Die Ex-CEO wollte den Ruf der Immobilienmitarbeiter komplett verbessern und den Kunden in den Fokus stellen. Dagegen kann man eigentlich nicht sein. Bei Countrywide wirkte sich der Strategiewechsel katastrophal aus.

In einer Welt voller Technologie und Disruption wirkt sich ein falscher Schritt verhee-rend aus. Natürlich kann der englische nicht mit dem unsrigen Immobilienmarkt ver-glichen werden. Aber als CEO oder Inhaber einer Immobilienfirma würde ich mir schon überlegen, wo ich meine Zeit und mein Geld investiere.