Verluste neu über 10 Jahre

Verluste neu über 10 Jahre. Startups for Europe ohne Schweiz? Construction auf PropTech Map der Wachstumstreiber. Schwierige Woche für SMG. Und vieles mehr unter den verschiedenen Rubriken und „Best of the Rest“.
Am Schluss dieses Artikels meine Empfehlungen für nächste Veranstaltungen.
Events
Am 4. März 2027 trifft sich die Bau- und Immobilienwirtschaft beim elften Digital Real Estate Summit im Trafo Baden. Im Fokus stehen digitale Lösungen, die die Branche konkret voranbringen. Wer ein digitales Projekt umgesetzt hat, welches die Bau- und Immobilienwirtschaft voranbringen soll/kann, dann kann jetzt dieses Projekt eingereicht werden für die Digital Top 10. Hier kann man sich bewerben!
Verluste neu über 10 Jahre
Unternehmen können Stand heute ihre steuerlichen Verluste innerhalb von sieben Jahren mit erwirtschafteten Gewinnen verrechnen. Davon profitieren unter anderem Startups mit längeren Aufbau- und Investitionszyklen. Neu wird die Frist auf zehn Jahre ausgeweitet. Nun informierte der Bundesrat über die geplante Inkraftsetzung: Per 1. Januar 2028 gilt der verlängerte Verlustrechnungszeitraum für Verluste ab der Steuerperiode 2020. Für die Verrechnung von Verlusten aus den Jahren vor 2020 gilt hingegen wie bisher eine Frist von sieben Jahren (startupticker.ch).
Wo bleibt die Schweiz?
Gemäss einer Medienmitteilung haben sich Allied for Startups und das European Startup Network am 1. Oktober 2026 zu «Startups for Europe» zusammengeschlossen. Die Organisation will Europa zum weltweit besten Standort für Unternehmensgründungen und Wachstum machen. Ihre Prioritäten sind ein einheitlicher Binnenmarkt, ausreichend europäisches Wachstumskapital und die Entwicklung eigener Zukunftstechnologien. Sie bündelt die Interessen von Gründern, Investoren, Wirtschaft und Forschung gegenüber der Politik. Im November sollen das Manifest und die vollständige Gründungskoalition bei einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung offiziell vorgestellt werden.
Meine Einschätzung: Wo bleibt die Schweiz? Sind wir bei dieser neuen Organisation dabei oder ist es nur für EU-Mitgliedländer? Wäre auf jeden Fall schade, wenn diese Türe verschlossen bliebe.
PropTech Map Switzerland
Die am stärksten wachsende Kategorie auf der PropTech Map Switzerland ist «Construction». Neu sind bauwerki.ch und baureif.ch dabei. bauwerki.ch bringt Ordnung in komplexe Bauprojekte, digital, einfach und effizient. baureif.ch hingegen prüft Baugesuche gegen die Bauordnung in der Gemeinde. Damit soll die Qualität der Baugesuche gesteigert werden.
ECCO2 ist ein Schweizer Unternehmen für intelligente Gebäudesteuerung. Das Unternehmen optimiert bestehende Heizsysteme im laufenden Betrieb. Heute wird die Lösung in mehr als 1’000 Liegenschaften eingesetzt, vom Einzelobjekt bis zu grossen Immobilienportfolios. Mehr als 20 TB Daten, rund 10 Mio. neue Datenpunkte täglich und eine spezialisierte AI-Architektur für den realen Gebäudebetrieb wurden erreicht. Inzwischen werden mehr als 3 Millionen m² Gebäudefläche mit der Lösung optimiert. Gleichzeitig lanciert ECCO2 mit NARA AI V5 die fünfte Generation seiner KI-basierten Heizungsoptimierung. Das Ziel bleibt einfach: Gebäude nur so stark zu beheizen, wie es tatsächlich notwendig ist, bei gleichbleibendem Komfort.
Künstliche Intelligenz
Laut The Neuron hat Donald Trump Jay Clayton zum zentralen Verantwortlichen für die KI-Politik ernannt. Clayton soll die neue «Super Intelligence Force» leiten. Eine erlassene Anordnung verlangt demnach, dass Bundesbehörden in ihrer Kommunikation künftig «Super Intelligence» statt «künstliche Intelligenz» verwenden. Eine weitere Nebelpetarde des amerikanischen Präsidenten. Wird KI deshalb besser oder sicherer?
Eine Arbeitsgruppe soll den Austausch der Regierung mit KI-Unternehmen, Konsumenten, Organisationen des öffentlichen Interesses, Religionsgemeinschaften und Betreibern kritischer Infrastruktur koordinieren. Zur Führung gehören ausserdem FTC-Präsident Andrew Ferguson, Pentagon-Technologiechef Emil Michael und Personalamtsdirektor Scott Kupor. Das Gremium berichtet an Trump und dessen Stabschefin Susie Wiles. Innerhalb von 120 Tagen soll es Chancen und Risiken untersuchen sowie Empfehlungen zur Rolle der Bundesregierung vorlegen. Bisherige Vereinbarungen mit KI-Unternehmen beruhten auf freiwilligen Verpflichtungen. Die neue Arbeitsgruppe bindet dagegen Behörden mit Einflussmöglichkeiten ein: Wettbewerbsaufsicht, militärische Auftragsvergabe und Personalpolitik des Bundes. Dadurch könnten Regeln für Anwendungen wie ChatGPT und Claude stärker durch Verwaltungsbehörden geprägt werden.
Wettbewerb vor Entwicklungspause
Clayton lehnt eine Unterbrechung der amerikanischen KI-Entwicklung ab. Er betrachtet einen technologischen Rückstand als grössere Gefahr und bevorzugt die Aufsicht durch Bundesbehörden gegenüber Zivilgerichten. Eine gemeinsame KI-Regulierung mit Chinas Präsident Xi Jinping lehnt er ebenfalls ab. Laut Text unterstützt Elon Musk die neue Terminologie und kündigt eine entsprechende Umbenennung seiner KI-Sparte an. Der zentrale Zielkonflikt bleibt: Kann ein Gremium, das den technologischen Wettlauf gewinnen will, zugleich wirksame Grenzen setzen? Fergusons parallele FTC-Untersuchung gegen OpenAI und Anthropic wirft zusätzliche Fragen zur Verbindung von Aufsicht und politischer Regelsetzung auf. Der Bericht könnte erste Antworten liefern. Dies alles wird den Präsidenten der USA nicht kümmern. Hauptsache es dient ihm und seinen Tech Friends.
Immobilienportale
Das „Real Estate Marketplaces Annual 2026“ von AIM Group ist soeben erschienen und kann für 1’695 Euro erworben werden. Inhalte des 130 Seiten starken Reports: Von der Suche bis zur Entscheidung. Wo sich KI wirklich bezahlt macht. Die Super-App. Warum sie weitgehend gescheitert ist. Hypotheken. Warum die meisten Portale nach wie vor Leads verkaufen, statt Kredite. Jenseits des Portals. Über 80 KI-native Start-ups, die Maklern helfen, anderswo Kunden zu finden. Die Ranglisten. Die 40 umsatzstärksten Konzerne, die 50 meistbesuchten Websites, die Top 3 in jedem Land – von Argentinien bis Simbabwe.
Meine Einschätzung: Switzerland kommt nach Simbabwe. Offensichtlich ist der Schweizer Markt zu wenig interessant. In der kostenlosen Vorschau konnte ich nur diese Schweizer Marktplätze entdecken: alle-immobilien.ch, home.ch und NextProperty als Aktionär bei newhome.ch. Leider ging die Liste nur bis zum Buchstaben «P». Ob es die SMG in den Report geschafft hat, lässt sich über die Vorschau nicht eruieren. Wer sich trotzdem informieren will, der kann hier den Report kaufen.

Keine gute Woche hatte die Swiss Marketplace Group.
Das Sekretariat der Wettbewerbskommission führt derzeit eine Vorabklärung gemäss Artikel 26 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1995 über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen (Kartellgesetz, KG; SR 251) in Sachen 32-0287: Swiss Marketplace Group SMG durch. Gegenstand der Vorabklärung ist eine etwaige Behinderung von konkurrierenden Immobilien-Rubrikanzeigen-Plattformen in der Ausübung von Wettbewerb. Damit könnte möglicherweise eine unzulässige Verhaltensweise gemäss Artikel 7 KG vorliegen. Ein weiterer, wohl hilfloser Versuch, die SMG in die Schranken zu weisen.
Dann hat es die Plattform Ricardo aus dem SMG-Universum erwischt. Hacker verschafften sich Zugang zu Daten von fast 900’000 Konten. Eine schwierige Situation für einen Konzern, der vom digitalen Geschäft lebt.
Schliesslich zeigt der Aktienkurs weiterhin nach unten. Im Moment liegt er bei CHF 27.45. Spannend wird es sein, ob sich der Hackerangriff auf den Kurs auswirken wird. Die nächsten Tage werden es zeigen.
Ausgewählte Veranstaltungen
Fehlt ein Anlass mit Bezug zu PropTech? Einfach melden an heinz.m.schwyter@schwyterdigital.ch
Die swiss startup association organisiert eine Vielzahl von Veranstaltungen, welche auch für PropTechs interessant sind. Da es so viele Anlässe sind, hier der Link zur Website von ssa.
Im Trafo in Baden geht am 22. Oktober 2026 der Real Estate Award 2026 über die Bühne.
In Madrid findet vom 28. bis 30. Oktober die PropTech & PortalWatch Conference statt.
Den Global Real Estate Run kann man zwischen dem 29. und 30. Oktober auch in Madrid absolvieren.
Der November ist wieder reich befrachtet. Die neue Semaine de l’Immobilier et du Logement findet in Paris vom 2. bis 6. November 2026 statt. Le Salon RENT ist darin eingebettet vom 4. bis 5. November 2026.
Winterthur heisst zwischen dem 5. und 6. November 2026 die Gäste der Startup Nights willkommen.
An der fuckup night von Smino wird am 12. November 2026 über Misserfolg und die Lehren daraus berichtet.
In der Serie immoTable wird die 111. Ausgabe am 26. November 2026 in St. Gallen durchgeführt.
Das letzte Immobiliengespräch dieses Jahres findet wieder in Zürich am 2. Dezember 2026 statt.
Veranstaltungen 2027
Die IMMO27 findet vom 13. bis 14. Januar 2027 statt.
Am 1. Februar öffnen sich die Türen des Kunsthauses Zürich für das 26. Symposium der Group of Fifteen.
Beim Besuch der REM SWISS 2027 vom 2. und 3. März 2027 können die Französischkenntnisse aufgefrischt werden.
Den nächsten Digital Real Estate Summit gibt es am 4. März 2027 im Trafo Baden.
Französisch spricht man auch an der MIPIM. Vom 15.-19. März 2027 trifft sich die Branche wieder am Mittelmeer.
Hamburg ist vom 14. bis 15. April wieder Gastgeber des PropTech Summit und des Construction Summit.
winti ventures geht am 21. April 2027 in die nächste Runde.
Warum nicht Malta im Frühling? Vom 13. bis 14. Mai 2027 findet der EU-Startups Summit statt.
Die Flughafenregion Zürich lädt am 1. Juni 2027 zum nächsten ImmoSummit ein.
Am 7. Juni rückt Rotkreuz ins Zentrum der Immobilien- und KI-Gemeinschaft mit der 2. Konferenz AI@RE.
Die neuen, grösseren Startup Nights kommen vom 7. bis 8. Oktober 2027 in die Hallen der Messe Zürich.
0 Kommentare