Lookthrough und BuildingMinds gehen zusammen

Veröffentlicht von proptechnews am

Lookthrough und BuildingMinds gehen zusammen

Lookthrough und BuildingMinds gehen zusammen. MOD gewinnt Challenge. Gravis Robotics ist Unicorn. KI-Wette immer verrückter. Zillow mit Pinterest. Compass mit SW, Aus für PropTechs? Und vieles mehr unter den verschiedenen Rubriken und „Best of the Rest“.

Am Schluss dieses Artikels meine Empfehlungen für nächste Veranstaltungen.

Lookthrough und BuildingMinds gehen zusammen

Lookthrough und BuildingMinds schliessen sich zusammen und wollen eine führende KI-Plattform für institutionelle Immobilien schaffen. Diese Information sickerte schon vor der offiziellen Veröffentlichung durch. Seit langem kommen wieder zwei PropTechs zusammen. Interessant an dieser Transaktion wären die finanziellen Bedingungen, leider gibt es dazu keine Kommunikation.

Gemeinsam decken die beiden PropTechs über 100’000 Gebäude in 64 Ländern ab und verbinden ESG- und Betriebsdaten mit KI-gestützter Finanz- und Entscheidungsintelligenz. BuildingMinds behält Marke, Standort und Teams. Schindler bleibt als grösster institutioneller Aktionär von Lookthrough engagiert. Ziel ist, Immobilieninvestoren nicht nur beim Reporting, sondern insbesondere bei konkreten Investitionsentscheidungen zu unterstützen. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.

BuildingsMinds gescheitert?

BuildingMinds wurde 2019 vom Schweizer Aufzugskonzern Schindler gegründet, um die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft voranzutreiben. Schindler stellte dafür scheinbar bis zu 150 Millionen Euro bereit und gewann Microsoft als Technologiepartner. Die ursprüngliche Vision war ambitioniert: Eine cloudbasierte Plattform sollte unterschiedliche Gebäudedaten zusammenführen und als eine Art digitales Gehirn für Immobilien dienen. Statt einzelner technischer Systeme sollte das gesamte Gebäude beziehungsweise Portfolio digital abgebildet werden. Mit der wachsenden Bedeutung von ESG und Dekarbonisierung verlagerte BuildingMinds seinen Schwerpunkt. Im Zentrum standen zunehmend die Vereinheitlichung heterogener Immobiliendaten, digitale Gebäudezwillinge sowie Informationen zu Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und Investitionsbedarf. Damit entwickelte sich BuildingMinds von einer breit angelegten Smart-Building-Plattform zu einer Daten- und Entscheidungsplattform für institutionelle Immobilieneigentümer. Die Entwicklung spiegelt zugleich den Wandel der PropTech-Branche wider: von Smart Buildings und IoT über ESG und Dekarbonisierung hin zu datenbasiertem Portfolio Management und künstlicher Intelligenz.

Lookthrough übernimmt

Lookthrough ist eine in Zürich ansässige Real-Estate-Decision-Intelligence-Plattform für Investoren, Asset Manager, Berater und Immobilieneigentümer der öffentlichen Hand. Die KI-gestützte Plattform ermöglicht forensische, präventive und prädiktive Datenanalysen. Die Gebühren sind an messbare Ergebnisse auf Objektebene in den Bereichen Ertrag, Kosten und Risiko gekoppelt. Lookthrough betreut Kunden in 15 Ländern und verfügt über Büros in Zürich, Kopenhagen, Amsterdam und Wien. Das PropTech war nominiert für die ULI Proptech Innovation Challenge.

Meine Einschätzung: BuildingMinds ist für mich ein aussergewöhnliches PropTech-Experiment. Schindler investierte enorm viel Kapital in die Vision einer umfassenden Immobilienplattform. Viel Geld bedeutet eben nicht viel Erfolg! Dass sich der Fokus bei BuildingsMinds später deutlich auf ESG, Daten und Dekarbonisierung verschob, zeigt, wie schwierig Plattformstrategien in der Immobilienwirtschaft sind. Entscheidend wird sein, ob das Zusammengehen von Lookthrough und BuildingsMinds langfristig ein profitables, skalierbares Softwaregeschäft ermöglicht. Vorerst müssen wohl Organisation, Personal und Produkte harmonisiert werden. Es wartet viel Arbeit auf die Teams.

MOD gewinnt Challenge

ULI Switzerland lud ins Hotel Zürichberg ein zur ULI Proptech Innovation Challenge. Vier PropTechs präsentierten ihre Lösungen: AssetOS, Lookthrough, Materius und MOD. Gewonnen hat die Challenge MOD, vertreten durch ihren CEO und Gründer Marc Beermann (mit Marc war ich übrigens an einer durch Swiss PropTech organisierten Studienreise in Amsterdam). MOD wird nun die Schweiz im europäischen Finale repräsentieren. Die früheren Kandidaten waren Stellos AG (ShareP), vyzn und Optiml. Herzliche Gratulation an das Team von MOD und viel Glück im Finale.

Lookthrough und BuildingMinds gehen zusammen

Zusammen mit Lars Sommerer und Birgit Rahn-Werner durfte ich mich den Fragen von Robin Odermatt zur aktuellen Lage der PropTechs stellen. MOD gewinnt Challenge.

Investments

Ich habe schon früher über ein mögliches Investment von SoftBank bei Gravis Robotics geschrieben. Jetzt hat sich das Gerücht bewahrheitet. Gravis Robotics, ein ConTech-Unternehmen, welches auch auf der PropTech Map Switzerland aufgeführt ist, entwickelt autonome Technologien für Baumaschinen. Jetzt hat das Unternehmen in einer Serie-A-Finanzierungsrunde 172 Millionen Euro eingesammelt, wodurch das Unternehmen eine Post-Money-Bewertung von 862 Millionen Euro (1 Milliarde US-Dollar) erreicht hat. Gravis Robotics wird damit zum neuesten Robotik-Einhorn Europas.

SoftBank ist der einzige Investor in dieser Runde, die laut Gravis Robotics die bislang grösste Serie-A-Finanzierung im Bereich der Baurobotik darstellt. Bei der letzten Finanzierungsrunde im Jahr 2025 erhielt Gravis Robotics noch 19 Millionen.

PropTech Map Switzerland

goneon.city bietet nach eigenen Angaben «the first AI-Agentic Planing Service». Nun ist goneon.city auf der PropTech Map Switzerland in der Kategorie «Construction». Ebenfalls in der Kategorie «Construction» ist materius.app zu finden. Das PropTech hat die zentrale Plattform für die Auswahl, Prüfung und Dokumentation von Bauprodukten entwickelt. In der Kategorie «Services» ist neu speedikon FM Schweiz dabei. Die deutsche speedikon FM AG ist ein führender Anbieter von Softwarelösungen für Facility und Corporate Real Estate Management. MOD gewinnt Challenge.

Künstliche Intelligenz

Es wird immer verrückter! Nvidia hat das grösste jemals gebaute Rechenzentrum finanziert. OpenAI verfügt nicht über die erforderliche Bonität, um das zu bauen, was es bauen möchte. Sein grösster Zulieferer, also Nvidia, bürgt für den Kredit. Und so sieht die Sache aus: Nvidia unterstützt eine Finanzierung in Höhe von rund 105 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit OpenAI’s neuem 20-Jahres-Mietvertrag für einen 10-Gigawatt-Rechenzentrumskomplex in Pike County, Ohio, der auf dem Gelände einer stillgelegten Urananreicherungsanlage errichtet wird. Es handelt sich um das grösste jemals angekündigte Rechenzentrumsprojekt.

Um was geht es konkret?

Nvidia hat sich bereit erklärt, die Finanzierung abzusichern, und damit im Wesentlichen garantiert, dass OpenAI den Kredit zurückzahlen kann. Die Finanzierung deckt die Bau- und Pachtkosten ab, nicht jedoch die Kosten für die Chips selbst. SB Energy, die Energie-Tochtergesellschaft von SoftBank, wird die Anlage errichten und betreiben. Durch das Geschäft entstehen bis 2032 schätzungsweise 35’000 Arbeitsplätze im Baugewerbe sowie 2’500 feste Stellen. Nvidia-CEO Jensen Huang erklärte, das Ziel sei eine Rechenleistung, die OpenAI mit der Einführung neuer Chips „immer wieder aufrüsten“ könne.

Die Zahlen zum Vergleich: 10 Gigawatt entsprechen in etwa dem jährlichen Stromverbrauch von 8 Millionen US-Haushalten. Die Gesamtkosten des Projekts, einschliesslich der Chips, könnten 500 Milliarden US-Dollar übersteigen. Dies kommt zu den 30 Milliarden US-Dollar hinzu, die Nvidia bereits direkt in OpenAI investiert hat.

Was meinen die Kollegen von The Neuron dazu?

Dies ist entweder die grösste Infrastrukturwette in der Geschichte der Technologiebranche oder das bislang deutlichste Anzeichen dafür, dass sich eigentlich niemand in dieser Branche das leisten kann, was dort gerade aufgebaut wird. OpenAI schreibt nach wie vor rote Zahlen. Das bedeutet, dass Banken dem Unternehmen aus eigener Kraft keine Kredite zu günstigen Konditionen gewähren würden (ähnlich wie eine Bank einen schlechteren Zinssatz verlangt, wenn man über kein regelmässiges Einkommen verfügt). Stattdessen springt Nvidia ein und bürgt quasi für das Darlehen – vergleichbar mit Eltern, die für ihr Kind, das noch über keine Bonitätshistorie verfügt, den Mietvertrag für eine Wohnung mitunterzeichnen. Sollte die Nachfrage nach KI nicht ausreichen, um die Investitionen in Server-Racks im Wert von 500 Milliarden Dollar (etwa in Ohio) zu rechtfertigen, wäre Nvidia nicht mehr nur der Chiphersteller für OpenAI. Das Unternehmen würde zugleich zum Eigentümer der Infrastruktur, zum Kreditgeber und zum Gläubiger werden, bei dem OpenAI in der Kreide steht, falls die Dinge schiefgehen. Das verleiht einem Unternehmen eine enorme Machtfülle über einen Partner, mit dem es eigentlich nur geschäftlich kooperieren sollte.

Lookthrough und BuildingMinds gehen zusammen    Lookthrough und BuildingMinds gehen zusammen

Wie leicht lassen wir uns täuschen. Welches der beiden Bilder ist von AI geschaffen worden? Die Auflösung ist am Schluss nach den Veranstaltungen zu finden.

Immobilienportale

Gemäss einem Artikel von Laurie Sullivan auf MediaPost nutzt Zillow erstmals seine eigenen Nutzerdaten ausserhalb der eigenen Plattformen. Über eine Partnerschaft mit Pinterest können Werbekunden auf mehr als 200 Hinweise zum Immobilieninteresse und 34 Zielgruppensegmente zugreifen. Grundlage sind konkrete Nutzeraktivitäten wie Immobiliensuchen oder Hypothekenberechnungen. Damit lassen sich etwa aktive Käufer, Mieter, Eigentümer, Verkäufer oder Renovierungsinteressierte gezielt ansprechen. Ein Pilotprojekt mit dem Dienstleister Kohler erzielte 82 Prozent zusätzliche Reichweite und eine Engagement-Rate von 23,54 Prozent. Zillow will das Angebot «Elevate Audiences» weiter ausbauen und zusätzliche Plattformen und Zielgruppen integrieren. Die Strategie zeigt den Trend weg von demografischem Targeting hin zu verhaltens- und absichtsbasierten Daten.

Zudem arbeitet Zillow mit Microsoft für die virtuelle Online-Welt „World of Warcraft“ zusammen. Auf der Microsite „Zillow for Warcraft“ können Spielerinnen und Spieler virtuelle Häuser mittels 3D-Modellen und virtuellen Touren erkunden, was Werbetreibenden künftig neue Daten zur Anzeigenschaltung liefern könnte.

Compass setzt auf eigene Technologie – was bedeutet das für PropTechs?

Mit rund 340’000 Maklerinnen und Maklern baut Compass seine Position im amerikanischen Immobilienmarkt massiv aus. Gleichzeitig setzt das Unternehmen konsequent auf eine eigene Technologieplattform. Auch Marken wie Coldwell Banker, The Corcoran Group und Sotheby’s International Realty sollen künftig auf dieser Infrastruktur arbeiten. Compass spricht von einer der grössten Technologie-Implementierungen im US-Wohnimmobilienmarkt.

Diese Entwicklung könnte auch Auswirkungen auf Softwareanbieter und PropTechs haben. Denn dank KI sind die Kosten und der Aufwand für die Entwicklung eigener Software deutlich gesunken. Was früher grosse Entwicklerteams und noch grössere Investitionen erforderte, kann heute mit kleineren Teams und KI-Unterstützung umgesetzt werden. Für grosse Maklerunternehmen wird die Frage «Build or Buy?» damit neu gestellt.

Make or buy, dies ist die Frage!

Das bedeutet allerdings nicht, dass externe Softwareanbieter überflüssig werden. Während sich Standardfunktionen zunehmend einfacher nachbauen lassen, bleibt die sogenannte «letzte Meile» anspruchsvoll. Dazu gehören stabile Integrationen, branchenspezifische Sonderfälle, komplexe Prozesse und die Zuverlässigkeit im täglichen Einsatz.

Der Wettbewerbsvorteil von PropTech-Unternehmen könnte sich deshalb verschieben: Weg von einzelnen Funktionen und technologischen Features, hin zu tiefem Prozesswissen, zuverlässigen Lösungen und schwer kopierbaren Integrationen. Für PropTechs steigt damit der Druck, einen klaren Mehrwert gegenüber Eigenentwicklungen zu bieten. Gleichzeitig müssen grosse Immobilienunternehmen genauer prüfen, ob die vermeintlich günstigere Eigenentwicklung auch langfristig bei Betrieb, Wartung, Integration und Weiterentwicklung überzeugt.

Ausgewählte Veranstaltungen

Fehlt ein Anlass mit Bezug zu PropTech? Einfach melden an heinz.m.schwyter@schwyterdigital.ch

Die swiss startup association organisiert eine Vielzahl von Veranstaltungen, welche auch für PropTechs interessant sind. Da es so viele Anlässe sind, hier der Link zur Website von ssa.

Am 26. August 2026 organisiert Csaba von Zalan wieder seine bestens bekannte Paprika ImmoGolf Gentlemen Challenge.

Das Immobiliengespräch findet in Zürich am 2. September 2026 zum 111. Mal statt.

Einer meiner liebsten Investoren-Anlässe: Winti Ventures lädt zur fünften Runde am 9. September 2026.

Das Immobiliengespräch gibt es auch in Lausanne. Am 17. September 2026 ist es wieder soweit.

Luzern ist am 24. September 2026 Austragungsort des 110. immoTable.

Im Trafo in Baden geht am 22. Oktober 2026 der Real Estate Award 2026 über die Bühne.

In Madrid findet vom 28. bis 30. Oktober die PropTech & PortalWatch Conference statt.

Den Global Real Estate Run kann man zwischen dem 29. und 30. Oktober auch in Madrid absolvieren.

Der November ist wieder reich befrachtet. Die neue Semaine de l’Immobilier et du Logement findet in Paris vom 2. bis 6. November 2026 statt. Le Salon RENT ist darin eingebettet vom 4. bis 5. November 2026.

Winterthur heisst zwischen dem 5. und 6. November 2026 die Gäste der Startup Nights willkommen.

An der fuckup night von Smino wird am 12. November 2026 über Misserfolg und die Lehren daraus berichtet.

In der Serie immoTable wird die 111. Ausgabe am 26. November 2026 in St. Gallen durchgeführt.

Das letzte Immobiliengespräch dieses Jahres findet wieder in Zürich am 2. Dezember 2026 statt.

Veranstaltungen 2027

Den nächsten Digital Real Estate Summit gibt es erst 2027 wieder.

Die IMMO27 findet vom 13. bis 14. Januar 2027 statt.

Am 1. Februar öffnen sich die Türen des Kunsthauses Zürich für das 26. Symposium der Group of Fifteen.

Beim Besuch der REM SWISS 2027 vom 2. und 3. März 2027 können die Französischkenntnisse aufgefrischt werden.

Französisch spricht man auch an der MIPIM. Vom 15.-19. März 2027 trifft sich die Branche wieder am Mittelmeer.

Hamburg ist vom 14. bis 15. April wieder Gastgeber des PropTech Summit und des Construction Summit.

Warum nicht Malta im Frühling? Vom 13. bis 14. Mai 2027 findet der EU-Startups Summit statt.

Die Flughafenregion Zürich lädt am 1. Juni 2027 zum nächsten ImmoSummit ein.

Am 7. Juni rückt Rotkreuz ins Zentrum mit der 2. Konferenz AI@RE.

 

Ehrlich gesagt, ich weiss es auch nicht. Ich vermute, dass der weisse Hai KI ist, während das Bild mit dem leicht rosa gefärbten Hai real ist.

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Entdecke mehr von PropTech News

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen