Bedroht «agentic search» die Marktplätze?

Bedroht «agentic search» die Marktplätze? Marktplatz-Karussell dreht munter weiter. Wichtige Personalwechsel. Und vieles mehr unter den verschiedenen Rubriken und „Best of the Rest“.
Am Schluss dieses Artikels meine Empfehlungen für nächste Veranstaltungen.
Bedroht «agentic search» die Marktplätze?
In seinem Artikel thematisiert Edmund Keith von OnlineMarketplaces die potenzielle existenzielle Gefahr, die von einer neuen Suchtechnologie namens «agentic search» für Immobilienportale ausgeht. Bislang dominierte die Diskussion über die Disruption der Immobiliensuche durch Künstliche Intelligenz – ähnlich wie das Internet einst den Printmedienmarkt revolutionierte. Mit der Einführung von OpenAIs Produkten «Operator» und «Deep Research» eröffnete sich ein Blick in eine Zukunft, in der Suchtechnologien nicht mehr nur Informationen finden, sondern auch aktiv Aufgaben erledigen. Diese Entwicklung könnte zukünftig den entscheidenden Lead, also die Kontaktgenerierung zwischen Suchenden und Immobilienportalen, direkt in die Hände von KI-Systemen legen.
Was ist «agentic search» und warum ist sie eine potenzielle Bedrohung?
Der Begriff «agentic search» bezieht sich auf eine Suchmethode, die über das reine Finden von Informationen hinausgeht. Während bei der klassischen „Maklersuche“ der Nutzer selbst zahlreiche Webseiten von Immobilienfirmen durchforstet, übernimmt die «agentic search» aktiv Tätigkeiten – etwa das Vereinbaren von Besichtigungsterminen. Dadurch kann der entscheidende Vorteil der Immobilienportale, nämlich die Generierung von qualifizierten Leads, direkt untergraben werden. Die Technologie basiert auf dem Produkt «Operator», welches mithilfe eines neuen Modells namens Computer-Using Agent (CUA) in der Lage ist, komplexe Befehle zu verstehen, selbstständig zu interagieren, Fehler zu erkennen und sich gegebenenfalls korrigieren zu lassen. Im Fall von Schwierigkeiten wird die Kontrolle an den Menschen zurückgegeben. Erste Demos dieses Systems haben Fachleute begeistert, und es wird erwartet, dass die Technologie rasch von einem beeindruckenden Prototypen zu einem alltäglichen Werkzeug avanciert.
Wie gut ist «agentic search» und wie sieht es mit der Akzeptanz aus?
Obwohl «Operator» bereits jetzt sehr komplexe Aufgaben bewältigen kann, ist der tatsächliche Durchbruch von «agentic search» auch von der Akzeptanz bei den Endnutzern abhängig. Viele Menschen geniessen den Prozess der Wohnungssuche und könnten zögern, eine lebensverändernde Entscheidung – wie die Buchung eines Besichtigungstermins – vollständig an eine KI abzugeben. Zudem zeigt sich in der bisherigen Entwicklung, dass der Marktanteil von KI-gestützten Suchanfragen noch relativ gering ist. Beispielsweise werden in den USA nur rund 6 % der Internetsuchen über KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity abgewickelt – bei transaktionalen Suchanfragen sogar nur etwa 3 %. Dies legt nahe, dass der Einfluss auf etablierte Geschäftsmodelle erst dann spürbar wird, wenn ein kritischer Masseanteil der Nutzer das System auch bei wichtigen Entscheidungen anwendet.
Ja, aber…
Es gibt jedoch auch gewichtige „Ja, aber…“-Einwände. Zum einen vertrauen viele Nutzer vielleicht noch nicht darauf, dass ein KI-Bot alle Aspekte der Immobiliensuche zuverlässig übernehmen kann. Die Freude an der eigenen Recherche und die Unsicherheit, ob eine Maschine die individuellen Präferenzen vollständig berücksichtigen kann, stellen signifikante Hürden dar. Zum anderen ist fraglich, wie schnell sich der Wandel vollziehen wird, bis genügend Nutzer bereit sind, ihre persönlichen und teils komplexen Suchaufgaben vollständig auszulagern. Die Vergleichbarkeit mit der Entwicklung der KI-Internetsuche legt nahe, dass die breite Akzeptanz – gerade bei transaktionalen Aufgaben – noch Jahre auf sich warten könnte.
Was können Portale also machen?
Bedroht «agentic search» die Marktplätze? Angesichts dieser Entwicklungen sollten Immobilienportale aktiv Strategien entwickeln, um ihre zentrale Rolle beizubehalten. Zwar wird «agentic search» zunächst vor allem für die mühsamen Standardaufgaben eingesetzt werden, doch in naher Zukunft könnten auch externe KI-Bots Immobilienwebseiten durchkämmen. Eine mögliche Antwort liegt in der engen Zusammenarbeit mit Technologieanbietern. OpenAI arbeitet bereits mit namhaften Marktplatzbetreibern wie Instacart, Uber, Doordash, TripAdvisor und Booking.com zusammen. Besonders erwähnenswert ist die Kooperation mit Booking.com, das dafür sorgt, dass «Operator» primär auf dessen Plattform und Formularen zur Lead-Generierung trainiert wird. Diese strategische Partnerschaft verhindert, dass ein externer Bot ungehindert agiert und die etablierten Beziehungen zwischen Nutzern und Portalen untergräbt.
Der Artikel schlussfolgert, dass die Zukunft der Immobilienportale nicht zwangsläufig von einer radikalen Verdrängung durch KI geprägt sein wird. Vielmehr liegt der Schlüssel darin, stets über den umfangreichsten, aktuellsten und qualitativ hochwertigsten Bestand an Immobilien zu verfügen und dabei den Weg des geringsten Widerstands zu wählen. Ein vertrauenswürdiges Portal bleibt der zentrale Aggregator und Informationsgeber – auch wenn KI-Technologien viele Standardaufgaben übernehmen. Gleichzeitig sollten Portale den Aufbau von Partnerschaften mit den Herstellern dieser Systeme aktiv vorantreiben, um sicherzustellen, dass die KI den eigenen Angeboten den Vorzug gibt.
Insgesamt zeigt der Artikel, dass «agentic search» eine durchaus disruptive Kraft sein könnte, deren tatsächliche Wirkung jedoch stark von der Nutzerakzeptanz und den strategischen Massnahmen der Immobilienportale abhängt. Nur durch kontinuierliche Optimierung und enge Kooperationen können die Portale ihre zentrale Rolle im Markt sichern und gleichzeitig die Vorteile der neuen Technologie nutzen, um den Suchprozess für ihre Kunden weiter zu verbessern.
Bedroht «agentic search» die Marktplätze?
Marktplatz-Karussell dreht munter weiter
CoStar besitzt mit Homes.com die Nummer 2 in Amerika und mit OnTheMarket die Nummer 3 in Grossbritannien. Damit sind sie offenbar nicht zufrieden. Jetzt haben sie ein Auge auf die Nummer 2 in Australien geworfen. Domain soll für 1.72 Milliarden Dollar gekauft werden. CoStar würde den Kauf aus der Portokasse bezahlen wollen, verfügen sie doch über eine gut gefüllte Schatulle. Vor bald einem Jahr kündigte CoStar die Übernahme von Matterport für 1.6 Milliarden Dollar an. Die Transaktion soll auf gutem Weg sein, sagte CEO Andy Forance.

2024 verzeichnete CoStar einen Umsatz von 2.736 Milliarden Dollar. EBITDA sank um 68 % auf noch 123 Millionen Dollar. Vor allem die horrenden Marketingausgaben von über 1.3 Milliarden Dollar belasteten das Resultat.
Events
Die Swissbau Startup Challenge lädt Jungunternehmen der Bau- und Immobilienbranche zur Challenge ein. Im Juni 2025 geht’s los mit einem Bootcamp. Die Finalisten können sich dann auf der Swissbau vom 20.-23. Januar 2026 in Basel präsentieren. Startups können sich bis Ende März 2025 für die Swissbau Startup Challenge anmelden. Hier geht’s zur Anmeldung.
Investments
Ich gebe es zu: Ich halte gerne noch Papier in der Hand. Nun liegt mir der Swiss Venture Capital Report 2025 vor. Und für PropTechs ist es eine deprimierende Erfahrung. PropTechs existieren schlicht und ergreifend nicht im Report. 357 Finanzierungsrunden sind aufgeführt. PropTechs wie enerdrape (unter cleantech), LEDCity (cleantech), maison.work (ICT), Neustark (cleantech), optiml (ICT), Oxara (cleantech), Spacewise (ICT), Scandens (cleantech) oder Yord (cleantech) sind unter anderen Kategorien gelistet. Sorry startupticker.ch, aber damit tut ihr den PropTechs keinen Gefallen!
PropTech Map Switzerland
In der Kategorie „Asset Management“ ist AssetOS.ch neu aufgeführt. Das Startup aus Winterthur transformiert mit Künstlicher Intelligenz das Screening und die Due Diligence bei Immobilientransaktionen für Portfolio- und Asset Manager sowie beteiligte Drittparteien.
Künstliche Intelligenz
Wie leicht lassen wir uns täuschen. Welches der beiden Bilder ist von AI geschaffen worden?

Die Auflösung folgt nach meinen Veranstaltungstipps.

Daniel Bruckhoff wird grün. Am Digital Real Estate Summit wird er erstmals als neuer Mitarbeiter von pom+ vor Ort sein. Ich gratuliere Dani und wünsche ihm in der neuen Funktion viel Freude und Befriedigung.
Patrick Zurfluh wird neuer CEO von Avobis Advisory AG. Bisher war er bei Loanboox für den Bereich Real Estate zuständig. Ich wünsche Patrick am 1. Mai 2025 einen guten Start.
Ausgewählte Veranstaltungen
Vom 5. bis 6. März 2025 findet der PropTech Summit in Hamburg statt, die führende Messe für Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovation in der Immobilienbranche.
Und am 6. März 2025 geht es weiter mit dem Jubiläumsanlass Digital Real Estate Summit im Trafo Baden.
Am 12. März 2025 lädt winti ventures wieder Investoren und Startups ein.
Wem es in Hamburg oder Baden zu kalt ist, fährt zwischen dem 11. und 14. März 2025 an die MIPIM in Cannes.
St. Gallen lädt vom 20. bis 21. März zum START Summit.
Eine ganze Woche stehen Immobilien, PropTechs und vieles mehr im Fokus. Vom 31. März bis 4. April 2025 im SwissTech Convention Center bei der EPFL.
Wir betätigen uns vom 3. bis 4. April 2025 beim Global Real Estate Run und tun erst noch etwas Gutes.
Vom 24. bis 25. April erwartet der EU-Startups Summit Gäste in La Valetta, der wunderschönen Hauptstadt von Malta.
Am 14. und 15. Mai 2025 wird die nächste Real Estate Arena in Hannover durchgeführt. Zeitgleich wird auf dem Messegelände in Hannover die Hauptversammlung des Deutschen Städtetages mit rund 1’500 Delegierten aus deutschen Kommunen ausgerichtet.
Der nächste The Big Handshake wird am 27. Mai 2025 durchgeführt.
Veranstaltungen ab Herbst 2025
London beherbergt vom 3.-4. September 2025 die nächste PropTech Connect.
Die Herbst-Fachtagung Immobilienvermarktung begrüsst die Gäste am 4. September 2025 im Hotel Mariott in Zürich.
Vor der EXPO REAL wird beim REAL Estate Award am 2. Oktober im Trafo in Baden abgefeiert.
Nach dem Oktoberfest ist vor der EXPO REAL, vom 6.-8. Oktober 2025 in München.
Wer Gutes tun will und sich sportlich betätigen, der beteiligt sich am Global Real Estate Run vom 23. bis 24. Oktober 2025.
Geistige Nahrung verspricht der Fachkongress smart!mmo.io vom 6. November 2025.
Veranstaltungen in 2026
Neu in der Halle 550 findet die IMMO26 vom 14.-15. Januar 2026 statt.
Die Swissbau bietet Startups eine Bühne vom 20.-23. Januar 2026.
Am 15.-17. Juni 2026 gastiert die EXPO REAL Asia Pacific in Singapur.
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