Jürg Stöckli, CEO von SBB Immobilien, eröffnete den Reigen der Studientage des CAS DRE der HWZ mit dem Hinweis auf Smart Building, Smart City, Smart Mobility. Er erwähnte, dass die Züge im Durchschnitt nur zu 30 % belegt seien. Dafür seien sie am Morgen zwischen 0630 und 0830 Uhr und am späteren Nachmittag zwischen 1630 und 1830 Uhr voll bis sehr voll. Während ich mit meiner Tochter im Hiltl an der Ecke der Sihlpost sass, konnte ich den nicht abbrechenden Strom von Werktätigen beobachten, der in den Schlund der unterirdischen Ladenpassagen verschwand.

Projekte, Smart, Lab, BIM

Es ist beachtenswert, dass ein vielbeschäftiger, erfolgreicher CEO einen halben Tag Zeit hat für die Studenten des CAS CRE. Stöckli erklärte die Strategie der SBB Immobilien. Für ihn ist es wichtig, die Prozesse zu beherrschen. Dies gilt vor allem für das Facility Management FM und die Bewirtschaftung. Offen sagte Stöckli, dass sie bei SBB Immobilien die Schnittstellen (noch) nicht im Griff hätten. Gespannt warte er auf die neue Version von SAP, die Richtung Digital Twins ginge. Stöckli träumt von einer Plattform mit integriertem digitalem Bewirtschaftungsprozess. Für ihn gäbe es noch zu viele Silolösungen. Hier verlangt er eine viel stärkere integrale Betrachtungsweise. Der CEO von SBB Immobilien kann sich Disruption beim FM, aber auch beim Generalunternehmer vorstellen.

Smart Emma – oder die Renaissance des kleinen Ladens

Sehr stark befasst sich SBB Immobilien mit dem Thema Smart City. Sie hätten die Grundlagen erarbeitet und würden Projekte in verschiedenen Bereichen vorantreiben. Überhaupt verwendet Stöckli sehr oft die Begriffe “Projekt”, “Lab” oder “Smart”. Auch die digitalen Zwillinge würden in der Zukunft an Bedeutung gewinnen. Ab 2021 wolle SBB Immobilien nur noch nach BIM ausschreiben. Am Projekt Letziturm würden sie testen, wie BIM in den Betrieb überführt werden könnte. Spannend ist sicher auch das Projekt “Smart Emma”, bei dem sich in den Bahnhöfen kleine Detailhändler ansiedeln sollen.

Insights vom Marktführer crowdhouse

Am Nachmittag ging es dann weiter mit Robert Plantak, CEO von crowdhouse. Die erste Plattform für crowdinvesting bietet nach eigenen Angaben nach drei Jahren schon sehr attraktive Renditen. Bei der Schwarmfinanzierung wird heute unterschieden nach

  • crowdfunding = etwas Gutes tun
  • crowdlending = Geld ausleihen und es mit Zinsen zurückerhalten
  • crowdinvesting = Geld investieren mit Renditeerwartungen

Geld verdient crowdhouse mit den Transaktionsgebühren und den Management Fees, welche gegenüber den bekannten Immobilienfonds deutlich tiefer sein sollen. Plantak zeigte auf, dass sie sich bei crowdhouse immer wieder hinterfragen und neu erfinden. Nur so können sie besser sein als die Konkurrenz. Im Moment würden sie sich mit Blockchain, Mindestbetrag für Investoren, neuen Geschäftsfeldern wie “private real estate” befassen.

Eine ganz wichtige Aussage von Robert Plantak: Wenn von Digitalisierung gesprochen werde, dann meine man immer die Sicht nach Innen und es ginge um Effizienz, Kosteneinsparungen, Personalreduktion. Selten oder gar nie würde gefragt, was die Digitalisierung dem Kunden bringe. Wo er recht hat, hat er recht.