Der international anerkannte Autor Mike DelPrete hat kürzlich drei kommende Entwicklungen beschrieben, welche die Immobilienwirtschaft stark beeinflussen können.

Auch wenn heute viel mehr Leute Häuser kaufen und verkaufen als vor 100 Jahren, so ist die Immobilienwirtschaft noch weit weg von einem digitalisierten Prozess. Mike fragt sich, weshalb der Hauskauf und -verkauf immer noch nach Grossväter Sitte stattfindet.

Der Blick über die Grenzen zeigt drei Geschäftsmodelle, welche in verschiedenen Märkten an Geschwindigkeit gewinnen: Pauschale, Verkauf durch den Eigentümer und sog. disruptive Player.

Bei der Pauschale werden die Dienstleistungen zu einem fixen Betrag und nicht mit einer prozentualen Provision auf dem Verkaufspreis angeboten. Dieses Modell bringt dem Verkäufer tiefere Kosten (bei gleichen Services). Ein bekannter internationaler Anbieter in diesem Segment ist Purplebricks. 2014 gestartet, verzeichnet dieser Anbieter eine Marktkapitalisation von 1.25 Milliarden Pfund. Purplebricks beschäftigt sog. Local Property Experts, welche nur bezahlt werden bei einem erfolgreichen Abschluss. Vergleichbar ist das Modell mit Uber, weil beide die Dienstleister nicht anstellen, sondern bei Erledigung des Auftrages bezahlen. Im internationalen Vergleich arbeiten aber die Modelle am besten, wo die Dienstleister angestellt sind. Sie verzeichnen eine grössere Kundenzufriedenheit.

Beim Verkauf durch den Eigentümer spart sich der Verkäufer die Kommission des Immobilienmaklers. In Kanada gibt es beispielsweise ComFree, welche Eigentümern beim Hauskauf hilft. Grösster Anbieter in diesem Segment in Amerika ist ForSaleByOwner.com. Der Erfolg hängt stark davon ab, wie viel Service diese Anbieter offerieren.

Disruptive Player kommen normalerweise nicht aus der Immobilienwirtschaft. Vielmehr suchen sie eine Lösung für ein Problem, mit dem sie beispielsweise beim Hauskauf selber konfrontiert waren. So ist doodle entstanden, die führende Plattform für die Terminfindung. Eines der besten Beispiele ist sicher Opendoor. Diese amerikanische Firma kauft und verkauft selber Häuser mit einer 30 Tage Geld-zurück-Garantie. Opendoor steht noch ganz am Anfang und muss somit beweisen, dass dieses Modell funktioniert. In der Zwischenzeit gibt es verschiedene Anbieter in anderen Märkten. Interessant ist sicher der Einstieg des amerikanischen Immobilienportals Zillow in dieses Geschäft mit Zillow’s Instant Offer.

Amerika ist weit weg, Grossbritannien bald nicht mehr in der EU. Sind die drei Modelle überhaupt übertragbar auf die Schweiz? Mike sieht die grössten Erfolgschancen in der Kombination von Technologie, persönlicher Unterstützung und unübertroffener Kundennutzen. ComFree und Purblebricks beschäftigen Hunderte von Mitarbeitern, welche durch Technologie unterstützt werden. Und sie bieten einen besseren Service zu tieferen Kosten als die herkömmlichen Makler. Allerdings gibt es nicht das Modell, vielmehr ist es ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren. Auch wird der Mensch weiterhin ein wichtige Rolle spielen beim Hausverkauf, eine tolle App genügt nicht.

Fest steht, dass alle Neuerungen den Immobilienmarkt nicht über Nacht verändern werden. Aber die hier beschriebenen Modelle zeigen auf, wohin die Reise gehen könnte.