Mit 66 Jahren fängt …

Mit 66 Jahren fängt … Lebenslanges Lernen hört nicht mit 30 auf! Wie geht es weiter mit den Immobilienportalen? KI Tools kennenlernen und damit spielen. Weiteres PropTech vor dem Aus? Und vieles mehr unter den verschiedenen Rubriken und „Best of the Rest“.
Am Schluss dieses Artikels meine Empfehlungen für nächste Veranstaltungen.
Nachlese zu General Atlantic und funda.nl
Nachdem ich letzte Woche über die Beteiligung der amerikanischen «Heuschrecke» am holländischen Immobilienportal berichtete, möchte ich nochmals einige Gedanken darüber teilen. In der Zwischenzeit konnte ich mich auch mit einem profunden Kenner der holländischen Szene austauschen. Die Geschichte rund um General Atlantic und funda.nl ist nicht so einfach, wie ich sie dargestellt habe. Mir ging aber immer um die Tatsache, dass der amerikanische Investor an einem europäischen Netz von Immobilienmarktplätzen arbeitet.
Anfangs Jahr habe ich im Blog gefragt «Wem gehören die Marktplätze?». Die Überschrift eines Artikels der Online Marketplaces Group lautete: Are agent-led portals becoming a thing of the past? Weltweit spielen die von den Immobilienfirmen beherrschten Marktplätze eine unbedeutende Rolle. Warum verkaufen die Eigner immer wieder ihren Marktplatz? Die Antwort ist einfach: Es geht ums Geld! Es braucht enorm viel Kapital, um den Brand eines führenden Portals aufzubauen. Ist dies geschafft, dann braucht es weiter viel Geld, um die Bekanntheit und somit die Marktführerschaft sicherzustellen. Einfach zur Erinnerung: homegate.ch und immoscout.ch haben nach meiner Schätzung in den letzten 20 Jahren weit über 100 Millionen ins Marketing gesteckt. Da reicht einfach guter Wille eines ambitionierten Marktteilnehmers nicht.
In Südafrika hat die Wettbewerbskommission kürzlich die zwei führenden Immobilienportale mit Restriktionen bedacht. Eine davon sagt, dass die Immobilienfirmen ihre Anteile an den Portalen verkaufen müssten. Das Argument der Wettbewerbskommission: Der Wettbewerb sei wegen der Verbindung Eigner und Inseratekunde verhindert. Auch in anderen Ländern wurden die von den Immobilienfirmen beherrschten Portale immer wieder von der WEKO genauer angeschaut.
Mit 66 Jahren fängt …
Dieser Schlagertitel von Udo Jürgens gilt in wenigen Wochen auch für mich 😊. Allerdings lasse ich mir die Haare nicht länger wachsen. Vielmehr will ich mich weiter neugierig mit den Themen rund um PropTechs und um Innovation befassen.
Kürzlich habe ich am Schweiz. Institut für Betriebsökonomie SIB das Seminar «AI Tool Kit – Smarter mit AI im daily business» besucht. Seminarleiter Sven Ruoss zeigte uns die verschiedenen Lösungen rund um Text, Bild, Video und Suche. Wir hatten Gelegenheit, viel auszuprobieren und zu üben. Leider kennen die meisten Tools heute keine kostenlose Version mehr, was das Testen aufwändiger macht.
Sich mit KI auseinandersetzen, ist das Gebot der Stunde!
Wie erstellte ich einen guten Auftrag, oder Prompt genannt? Denn auch bei der KI gilt: rubbish in, rubbish out. ChatGPT ist in der Bezahlversion eigentlich ein sehr, sehr, sehr günstiger Praktikant. Für nur 20 Franken im Monat kann dieses Tool riesige Datenmengen aus verschiedenen Quellen schnell verarbeiten und analysieren. Repetitive Aufgaben wie E-Mail-Kampagnen, Social Media Planung und Dateneingabe werden so effizient automatisiert.
Heute schon können mit KI Fotos erstellt werden, welche kaum mehr als Fake erkannt werden. Aber noch spannender sind Applikationen wie Kaiber oder HeyGen. Kaiber erstellt aufgrund meines Textes ein Video, während HeyGen mit realistischen Avatars arbeitet. Wir staunten nicht schlecht, als wir das Video anschauten mit Ueli Maurer, der perfektes Englisch spricht. Welches Gras hat der ehemalige Bundesrat wohl gekaut, haben wir uns gefragt. KI machts möglich.
Mit 66 Jahren fängt … Ich habe vielleicht noch 20 gute Jahre vor mir. In dieser Zeit kann technologisch so viel passieren. Da will ich so lange wie möglich dabei sein und mich nicht einfach anhängen lassen. Getreu dem Motto: Lebenslanges Lernen hört nicht nach dem 30. Geburtstag auf. Mit 66 Jahren fängt …
Investments
NNH Holding wird aktiv. Wem diese Firma nicht bekannt ist, hier die nötigen Infos: 19 Kantonalbanken haben darin ihre Aktivitäten im Immobilienbereich gebündelt. Zusammen mit Next Property sind sie z.B. hälftig an newhome.ch beteiligt. Und jetzt lanciet die NNH Holding hypomarket.ch eine neue Selfeservice-Plattform für die Finanzierung von privaten Immobilienkäufen. Die Technologie kommt von der Thurgauer Kantonalbank. Sie hat die Plattform schon vor zwei Jahren lanciert. hypomarket.ch dient dazu, den digitalen Kanal auszubauen. Dazu arbeiten sie mit emonitor zusammen. Das Produkt melon.sale ist so eingebunden, dass die einmal erfassten Daten «vererbt» werden können. Mit hypomarket.ch werden Medienbrüche abgebaut.
Da verschiedene Kantonalbanken ihre Finanzierungsangebote auf die Plattform stellen, hat der potenzielle Kunde auch eine Auswahl. Gegenüber dem Markt verschaffen sich die Kantonalbanken sicher einen Vorteil. Die Suchenden einer Hypothek müssen aber noch weitere Vergleichsplattformen konsultieren, um die für sie passendste Hypothek zu finden.
PropTech Map Switzerland
In der Kategorie «Floorplan AR/VR» ist neu designraum.ch. Sie sind mir u.a. aufgefallen wegen ihres Projektes «Glow».
Seit längerem kursieren Gerüchte rund um Nomoko. Scheinbar ist das PropTech am Ende. Nomoko wollte 3D-Zwillinge für die Städte von morgen anbieten. So wie es aussieht, gibt es für Nomoko kein morgen.
Künstliche Intelligenz
Mit Verwunderung haben wir von den Veränderungen bei OpenAI gehört. Wir bleiben dran.
Meta, Mutterkonzern von Facebook, wiederum hat sein AI Team aufgelöst. Gleichzeitig betonen die Verantwortlichen, dass weiter in sichere, verantwortungsvolle KI investiert werden soll.

McMakler entlässt schon wieder Mitarbeitende. Die Rede ist von Dutzenden von Mitarbeitenden. Auch sei ein Notverkauf nicht mehr ausgeschlossen. Der Chef von McMakler meinte gegenüber Wirtschaftsmedien, dass sie die Umsatzziele verfehlt hätten, konkret 10-15 % unter Plan. Deshalb würden 58 Mitarbeitende die Kündigung erhalten. Dieses Jahr hat McMakler schon wichtige Führungskräfte verloren.
Ausgewählte Veranstaltungen
Im Dezember ist es wieder soweit. NOAH Conference macht Halt in Zürich am 13. und 14.12.23.
Der erste Anlass im neuen Jahr findet vom 17. bis 18. Januar 2024 statt. Es ist die IMMO24.
Parallel findet in der Messe Schweiz in Basel die Swissbau vom 16. bis 19. Januar 2024 statt.
Dann lädt die Group of Fifteen am 29. Januar 24 ein zum 23. Symposium ins Kunsthaus in Zürich.
Und der Digital Real Estate Summit findet am 27. Februar 2024 an einem neuen Ort statt, nämlich in der Trafo Halle in Baden.
Die RENT Switzerland öffnet zum 5. Mal vom 6.-7. März 2024 die Tore.
Den Frühling in Cannes geniessen und die MIPIM vom 12.-15. März 2024 besuchen.
Im The Valley in Kempthal findet am 21. März 2024 die 2. Konferenz digital kommunal statt.
Noch ganz weit weg ist der Digital Real Estate Summit Romandie. Er findet am 19.9.2024 wieder in Lausanne statt.
Das Datum der nächsten EXPO REAL steht: 7.-9.10.24.
Ebenfalls steht das Datum der nächsten Startup Nights fest: 31. Oktober und 1. November 2024.
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