SMG vom Haken?

SMG vom Haken? Einigung zwischen Preisüberwacher und SMG. Kurse weiter unter Druck. City Pop löst Wohnungsprobleme. Meta stoppt KI-Brille. Und vieles mehr unter den verschiedenen Rubriken und „Best of the Rest“.
Am Schluss dieses Artikels meine Empfehlungen für nächste Veranstaltungen.
SMG vom Haken?
Das Jahr 2026 könnte für die SMG nicht besser beginnen. Der Marktplatzbetreiber hat sich mit dem Preisüberwacher auf eine einvernehmliche Lösung für Ricardo und SMG Real Estate geeinigt. Am Tage der Veröffentlichung der Medienmitteilung explodierte der Titel förmlich mit einem Plus von gegen 17 % an der Schweizer Börse. Die Aktionäre werden sich wohl gefreut haben über das Geschenk am Dreikönigstag. Schliesslich war der Titel im November auf unter 30 Franken abgestürzt. Allerdings lag dann der Schlusskurs nach der ersten Börsenwoche im Januar bei 41 Franken, was immer noch ein Minus von 16 % gegenüber dem Ausgabepreis.
Kunden sollten profitieren
Gemäss Vereinbarung zwischen Preisüberwacher und SMG sollen die Immobilienkunden von einem neuen Preismodell profitieren. Das neue Abo-Modell solle für die Inserenten mehr Transparenz bringen, die Kostenkontrolle vereinfachen und solle in gewissen Fällen ein deutliches Einsparungspotenzial ermöglichen. Laut einem Artikel in der NZZ scheint die Einigung das Unternehmen nicht stark zu schmerzen. Die SMG hätte mitgeteilt, dass die neuen Preise keinen Einfluss auf die Finanzziele sowie auf die Wachstums- und Gewinnprognosen hätten.
Die Regelung war auch Themen in den verschiedenen Medien. So beurteilte die Fachfrau in der Konsumentensendung Espresso auf Radio SRF 1 das Abkommen. Sie kam zum Schluss, dass das ausgehandelte Resultat den privaten Inserenten nichts brächte. Bei den Immobilienfirmen käme es ganz auf das aktuelle Preismodell an.
SMG vom Haken? Wirklich?
Die Weko hat Ende 2025 eine Vorabklärung gegen die SMG eröffnet. Dabei ginge es um einen allfälligen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Gegenstand der Vorabklärung sei eine etwaige Behinderung von konkurrierenden Immobilien-Rubrikanzeigen-Plattformen, so die Weko. Bisher wurde immer erklärt, dass die Konkurrenz nicht im Inland, sondern bei den «bösen» ausländischen Playern wie Google oder Facebook liege. Diese Argumentation könnte nun Auftrieb bekommen, wenn die Versuche von Google mit Immobilien-Resultaten in der KI-Suche erfolgreich verlaufen sollen.
SMG vom Haken? Tatsächlich? Wie ich schon verschiedentlich auf proptechnews.ch hingewiesen habe, droht mit der KI-Suche neues Ungemach. Noch ist unklar, wie weit die Künstliche Intelligenz das Suchverhalten und somit die Bedeutung von Marktplätzen verändern wird. Es bleibt spannend!
Auf Linkedin kursieren Kommentare, wonach die branchenfreundliche Plattform newhome.ch keine Verfahren vor dem Preisüberwacher oder der Weko hätte. Mit Verlaub, dies ist fast schon lächerlich. Hoffentlich ist die Nummer 3 unter den Immobilienplattformen «branchenfreundlich. Schliesslich gehört sie neben den Kantonalbanken, den CH-Medien, der AXA auch gegen 500 Immobilienfirmen.
Marktplätze generell unter Druck
Die spanische Wettbewerbsbehörde CNMC blickt genau hin: Der schwedische Fonds EQT will Adevinta übernehmen – bekannt durch Plattformen wie Fotocasa, InfoJobs und Milanuncios. Ziel ist frischer Schub für Spaniens Online-Marktplätze, während Adevinta sich stärker auf Europa fokussiert. Auch sonst bewegt sich was: Bassac plant den Kauf der französischen Holding Financière Ramsès, und Greystar erweitert sein Studentenwohnheimnetz in Spanien mit drei neuen Canvas-Standorten im Wert von rund 120 Millionen Euro.
SMG vom Haken??.
Events
Herbst und Winter sind die Hauptzeiten für die wertvollsten Sorten (weiss von Oktober bis Dezember, schwarz Dezember bis März). Bei der AI-Trüffeljagt geht es aber nicht um die Knollen, sondern beim Workshop von pom+ sollen die echten, praxistauglichen Einsatzfelder von AI in der Immobilienwirtschaft aufgezeigt werden. Der Anlass findet am 27. Januar 2026 von 0930 bis 1630 Uhr an der Limmatstrasse 214 in Zürich statt. Tickets können hier gekauft werden.
Citypop ist Teil der Lösung und nicht des Problems. Dies wäre die knackige Zusammenfassung der Präsentationen anlässlich des Swiss PropTech Breakfast. Gastgeber waren die Artisa Gruppe, bekannt u.a. wegen der Entwicklungsprojekte in San Bernardino oder in Locarno mit dem Grand Hotel, sowie City Pop, dem Betreiber von Mikroliving unter dem Dach der Artisa Gruppe.

Die Medien schreien gerne lauthals auf, wenn es um Business Appartements geht. Dieses Geschäftsmodell würde dem Markt dringend benötigten Wohnraum entziehen. City Pop nutzt in den meisten Fällen bestehende Geschäftshäuser um und erstellt dort Wohnraum für Personen, die eine Bleibe zwischen einer Nacht oder 12 Monaten brauchen. So stehen z.B. in Zürich gegen 250 Wohnungen an drei Standorten zur Verfügung. Stolz ist das Team von City Pop auf den vollkommen digitalisierten Prozess. Via App kann gebucht und das Check-in erledigt werden. Die Verantwortlichen von City Pop streben ein organisches Wachstum an mit weiteren Gebäuden im In- und Ausland. Zum Schluss meinte CEO Pawel Gawor, dass die weitere Entwicklung ein motiviertes und erfahrenes Team bräuchte. Und dies hätten sie bei City Pop.
PropTech Map Switzerland
Ende 2025 zeigte die PropTech Map Switzerland 493 Einträge. Allerdings wird die Freude über diesen Rekordwert nicht lange anhalten. Aktuell bin ich am Aktualisieren der Map. Schon jetzt ist klar, dass einige Logos in die Kategorie „Friedhof“ wechseln werden.
Gravis Robotics ist neu in der Kategorie «Construction». Angesichts der weltweit steigenden Nachfrage im Baugewerbe, der Produktivitätseinschränkungen und der alternden Belegschaft positioniert Gravis seine Technologie als Mittel zur Unterstützung und Verbesserung der menschlichen Bediener, anstatt sie zu ersetzen. Gravis Robotics hat gerade eine Finanzierungsrunde über 19 Millionen Euro bekanntgegeben.
Künstliche Intelligenz
Als Nachlese zum Sylvester: The Neuron Daily beschreibt in einem kürzlich erschienen Artikel ein virales Missverständnis rund um angebliche Silvester-Feuerwerke an der Brooklyn Bridge in New York. Tausende Menschen versammelten sich dort an Neujahr, warteten bei eisigen Temperaturen bis Mitternacht – und nichts geschah: keine Raketen, kein Feuerwerk, gar nichts. Viele machten sofort ChatGPT verantwortlich. Tatsächlich stammte die Fehlinformation von TikTok- und Instagram-Accounts, die alte Aufnahmen vom Unabhängigkeitstag als Vorschau für Silvester 2026 ausgaben. Da es dort am 4. Juli echte Feuerwerke gibt, wirkten die Videos glaubwürdig. Ironischerweise verbreitete sich so Desinformation über angebliche KI-Desinformation.
Mehr Milliardäre dank KI
2025 gilt als Rekordjahr für künstliche Intelligenz: Laut Founders Magazin hat die KI-Revolution mehr als 50 neue Milliardäre hervorgebracht, überwiegend Gründer und Unternehmer aus spezialisierten KI-Startups, die Infrastruktur, Modelle und Anwendungen entwickeln. Viele dieser neuen Milliardäre stammen nicht von etablierten Tech-Giganten, sondern aus jungen, innovativen Teams, darunter etwa der Scale-AI-Mitgründer Alexandr Wang als jüngster Self-made-Milliardär. Dieser Boom zeigt, wie KI zur „Wealth-Engine“ und zur zentralen Triebfeder neuer wirtschaftlicher Macht geworden ist.
Wie leicht lassen wir uns täuschen. Welches der beiden Bilder ist von AI geschaffen worden?


Compass führt mit „Adresse auf Anfrage“ ein neues Vermarktungstool ein, das Immobilienanzeigen ohne genaue Adressangabe ermöglicht. Käufer müssen sich direkt an Makler wenden – ein cleverer Weg zur Lead-Generierung. Die Idee ist nicht neu, doch Compass hat sie systematisch skaliert. Damit erweitert das Unternehmen seine „Verkäuferwahl“-Programme und stärkt die Position seiner Makler im Wettbewerb um exklusive Angebote.
Meta stoppt den geplanten Rollout der Ray-Ban Display Glasses in Europa und Kanada. Grund sind laut Meta hohe Nachfrage und begrenzte Stückzahlen. Die 799-Dollar-Brille mit Display, Kamera und Neural-Band-Controller ist bisher nur in ausgewählten US-Stores erhältlich, Demo-Termine waren wochenlang ausgebucht.
Ausgewählte Veranstaltungen
2026 startet mit der IMMO26 vom 14.-15. Januar 2026 in der Halle 550 in Oerlikon statt.
Ebenfalls vom 14.-15. Januar 2026 findet der M01N Hackathon im ENTRA in Rapperswil statt. Das Preisgeld für Platz 1 beträgt 5’000 Franken.
Die Swissbau bietet Startups eine Bühne vom 20.-23. Januar 2026.
Am 2. Februar 2026 lädt die Group of Fifteen zum jährlichen Symposium im Kunsthaus Zürich. Im Jubiläumsjahr geht es um «Fortschritt statt Vorschrift – Fesseln lösen, Zukunft gestalten».
Die Schweiz hat vom 10.-12. Februar 2026 einen Pavillon an der E-World Energy & Water in Essen.
Raus in den Frühling von Cannes. Dort gibt es die nächste MIPIM vom 9.-13. März 2026.
Der kleine, aber feine Anlass, wo sich Investoren und Startups treffen, findet in Winterthur statt. Winti Ventures lädt am 15. April 2026 zur 4. Durchführung ein.
Im April lockt der Proptech Summit die Gäste vom 22. bis 23. April 2026 nach Hamburg.
Den Global Real Estate Run kann man vom 23. bis 24. April 2026 auch in Hamburg während des Proptech Summits absolvieren. Sonst einfach dort, wo es gerade passt.
Wer es weniger sportlich oder näher liebt, geht am 23. April 2026 an den 108. immoTable Ticino.
Malta im Mai muss sehr schön sein. Neben der Insel kann vom 7.-8. Mai 2026 der EU-Startups Summit entdeckt werden.
Der 109. immoTable findet am 4. Juni 2026 in St. Gallen statt.
Die REAL Estate Arena beherbergt die Branche vom 10. bis 11. Juni 2026 im Messegelände Hannover.
Am 15.-17. Juni 2026 gastiert die EXPO REAL Asia Pacific in Singapur.
Die swiss startup association organisiert eine Vielzahl von Veranstaltungen, welche auch für PropTechs interessant sind. Da es so viele Anlässe sind, hier der Link zur Website von ssa.
Veranstaltungen 2. Hälfte 2026
Luzern ist am 24. September 2026 Austragungsort des 110. immoTable.
Im Trafo in Baden geht am 22. Oktober 2026 der Real Estate Award 2026 über die Bühne.
Der November ist wieder reich befrachtet. Le Salon RENT findet in Paris vom 4. bis 5. November 2026 statt.
Winterthur heisst zwischen dem 5. und 6. November 2026 die Gäste der Startup Nights willkommen.
In der Serie immoTable wird die 111. Ausgabe am 26. November 2026im Limmattal durchgeführt.
Der nächste Digital Real Estate Summit findet erst 2027 statt.
1 Kommentar
Amazon entlässt und investiert • PropTech News · 2. Februar 2026 um 09:01
[…] steht der Kurs der Swiss Marketplace Group mehr als vier Monate nach dem Börsengang? Ende Januar 26 liegt der Kurs über ein Viertel unter […]