Erkenntnisse aus drei Jahren ChatGPT

Veröffentlicht von proptechnews am

Erkenntnisse aus drei Jahren ChatGPT

Erkenntnisse aus drei Jahren ChatGPT. Geschlechterkluft weitaus geringer. Meistens spielen, weniger arbeiten. Wo ist der Mehrwert? Und vieles mehr unter den verschiedenen Rubriken und „Best of the Rest“.

Am Schluss dieses Artikels meine Empfehlungen für nächste Veranstaltungen.

Erkenntnisse aus drei Jahren ChatGPT

Ende November feierte ChatGPT den 3. Geburtstag. Es ist einfach unglaublich, welche rasante Verbreitung dieses Tool, ja Künstliche Intelligenz gemeinhin erlebte. Pünktlich zum Geburtstag hat OpenAI nun interessante Einblicke in die Nutzung von ChatGPT gewährt. Die internen Daten wurden vom eigen OpenAI Economic Research Team ausgewertet, das Ganze wurde von einem Wirtschaftsfachmann von der Harvard University begleitet. Was waren gemäss John-Anthony Disotto von techradar.com die drei wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie?

Geschlechterkluft weitaus geringer

Laut OpenAI hat sich die Geschlechterkluft bei den Nutzern, die ChatGPT in vollem Umfang nutzen, im Laufe der Jahre drastisch verringert. Frühere Untersuchungen im Januar 2024 zeigten, dass von den Nutzern, deren Namen als männlich oder weiblich klassifiziert werden konnten, 37 % „typisch weibliche Namen” hatten. Im Juli 2025 lag dieser Anteil jedoch bei 52 %.

Disotto bezweifelt, wie OpenAI das Geschlecht eines Nutzers, der mit ChatGPT interagiert, wirklich bestimmen könne, aber angesichts des massiven Zustroms mit denselben Kriterien kann man mit Fug und Recht sagen, dass die Geschlechterkluft im Zusammenhang mit KI weitaus geringer ist als jemals zuvor.

An anderer Stelle berichtet OpenAI, dass die Akzeptanzrate in den Ländern mit dem niedrigsten Einkommen viermal so hoch sei wie in den reichsten Ländern.

Wie nutzen Menschen ChatGPT?

Laut OpenAI nutzen Menschen ChatGPT hauptsächlich, um Dinge zu erledigen, und „drei Viertel der Unterhaltungen konzentrieren sich auf praktische Anleitungen, die Suche nach Informationen und das Schreiben“.

OpenAI unterteilt die Nutzung von ChatGPT in drei Kategorien: Fragen, Ausführen und Ausdrücken. Die Studie behauptet, dass fast die Hälfte aller ChatGPT-Anfragen „Fragen“ sind – dabei interagiert ein Nutzer mit der KI, um Ratschläge zu erhalten. 40 % der Nutzung entfallen auf „Ausführen“ wie „Texte entwerfen, planen oder programmieren“ und 11 % der Nutzung entfallen auf „Ausdrücken“ mit Schwerpunkt auf „persönlicher Reflexion, Erkundung und Spiel“.

Diese Aufschlüsselung mag vielleicht nicht überraschen, aber es ist interessant zu sehen, dass das Schreiben tatsächlich die häufigste Arbeitsaufgabe ist, für die Menschen ChatGPT nutzen.

Disotto meinte dann auch, dass diese Resultate ihn nicht gerade mit Hoffnung erfülle, vor allem wenn man bedenke, dass er jeden Tag viele Stunden ohne Hilfe von KI mit Schreiben verbringe.

Meistens spielen, weniger arbeiten

Dieser Teil der Studie sei der interessanteste, meint Disotto. Tatsächlich sei er von den Ergebnissen ziemlich schockiert. OpenAI behauptet, dass 70 % der Menschen ChatGPT nicht für berufliche Zwecke nutzten, wobei die Studie feststellt, dass „ChatGPT dazu beiträgt, das Urteilsvermögen und die Produktivität zu verbessern”.

Ohne diese Studie hätte Disotto geglaubt, dass die meisten Menschen ChatGPT in einem beruflichen Umfeld nutzten, insbesondere für alltägliche Aufgaben, die keine grosse geistige Anstrengung erforderten. Stattdessen sieht es so aus, als würden die Nutzer nach Feierabend und in ihrer Freizeit mit ChatGPT interagieren, was deutlich macht, wie sehr KI bereits in unser tägliches Leben vorgedrungen sei.

Die vollständige Studie kann beim NBER heruntergeladen werden.

KI – wo ist der Mehrwert?

Azeem Azhar von Exponential View hat seine Gedanken zu 3 Jahre ChatGPT geteilt und seine Überzeugungen über die Branche und ihre Zukunft in vier Teilen zusammengefasst.

In Teil 1 zeigt er, dass die Einnahmen aus KI in zwei Jahren 60 Milliarden US-Dollar erreicht haben, wobei die API-Nutzung jährlich um 300 % gestiegen ist. Der Haken daran? Nur 20 % der Unternehmen sehen einen echten Mehrwert, da die Einführung von KI eine schmerzhafte Umstrukturierung der Organisation erfordert.

In Teil 2 wird Energie als der ultimative Engpass identifiziert: In den USA gibt es Wartezeiten von 4 bis 9 Jahren für neue Anschlüsse an das Stromnetz, was Unternehmen dazu zwingt, eigene Solaranlagen zu bauen, anstatt riesige Rechenzentrumscluster.

Teil 3 befasst sich mit den wirtschaftlichen Aspekten: Wenn GPUs statt drei Jahre sechs Jahre halten, ändert sich die gesamte Investmentthese, und 2026 wird zu dem Jahr, in dem Produktivitätssteigerungen realisiert werden müssen, sonst platzt die Blase.

Teil 4 zoomt heraus auf die Geopolitik: KI spaltet sich in pro-amerikanische, pro-chinesische und nicht-alignierte Lager. Azhar meint auch, dass die grössten Produktivitätsgewinne der KI „unsichtbar” seien und sich eher in Verwaltungs- und Finanzaufgaben als in auffälligen Tech-Jobs versteckten.

Events

Mein ehemaliger Mitarbeiter Robert Kampczyk bietet 18.12.2025 ein Webinar, welches sich auch Schweizer Immobilienmakler nicht entgehen lassen dürfen. Zwischen 10 und 12 Uhr spricht er zum Thema «KI als Immobilienmakler nutzen (mit Langdock), aber DSGVO-konform!». Und er verspricht ganz selbstbewusst, dass die Teilnehmer danach die Abos für ChatGPT und Co. kündigen könnten. Hier geht’s zur kostenpflichtigen Anmeldung für das sicher spannende Webinar. 

Karriere ist nur bedingt planbar

Erkenntnisse aus drei Jahren ChatGPT

Diese Aussage machte der abtretende CEO René Zahnd von der SPS anlässlich des Alumni-Anlasses Real Estate der HWZ. Im aufwändig renovierten Au Premier im Zürcher Hauptbahnhof zeigten die Studienleiter die Entwicklungen beim MAS Real Estate Management auf. René Zahnd erzählte packend seinen Werdegang, der ihn nach dem Jus-Studium zu Losinger Marazzi, dann über Implenia zur SPS brachte. Bei seinem Antritt war das Unternehmen ein Gemischtwarenladen mit Tertianum, Wincasa und Jelmoli mit über 6’000 Mitarbeitenden. Nach einer rigorosen Schlankheitskurs zählt SPS noch 200 Mitarbeitende. Beim anschliessenden Kaminfeuergespräch stellte sich der abtretende CEO dann den Fragen von Markus Streckeisen.

PropTech Map Switzerland 

Backbone hat wieder zugeschlagen. Dorian de Vinck, Co-founder und CEO, hatte mir schon in Paris anlässlich des Salon RENT eine grössere Sache angekündigt. Jetzt haben sie volted.ai übernommen, eine Plattform für visuelle AI Workflows (Bilder, Visualisierungen, Videos, 3D-Ansichten, etc.). Gleichzeitig lancieren sie das Backbone AI Lab.

Kürzlich habe ich über den Zusammenschluss von myky.ch und hausinfo.ch berichtet und vermutet, dass dadurch eine neue Nummer 1 unter den „Hüsli-Portalen“ entstünde. Bei meiner Aussage berief ich mich auf die Zahlen von Similarweb. Houzy ist mit meiner Schlussfolgerung gar nicht einverstanden. Similarweb könne den Traffic auf den Seiten nach dem Login nicht messen. Aktuell seien über 170’000 User registriert, die sich sehr aktiv auf der Plattform bewegten. Houzy stellte nun zusammen mit Fahrländer Partner FPRE eine Neuheit im Schweizer Immobilienmarkt vor. Erstmals lasse sich die Wertentwicklung von Schweizer Wohnimmobilien bis ins Jahr 1985 zurück öffentlich einsehen. Selbst eine Prognose für die nächsten 12 Monate werde geliefert. Ich habe die neue Applikation mit meiner eigenen Liegenschaft getestet. Spannend!

Künstliche Intelligenz

Einer meiner liebsten zeitgenössischen Denker ist Benjamin Bargetzi. Er schrieb kürzlich in seinem Newsletter über die Auswirkungen von KI-Integrationen im Finanzbereich. Seine Aussagen gelten aber auch für alle anderen Branchen. Seine fünf Erkenntnisse:

Job fears rise when technical literacy falls
Value chains are digital, leadership structures are not
Exclusive data becomes the new insider advantage
AI agents require verifiable autonomy, not blind trust
The edge goes to teams that blend human judgment with machine leverage

Seine Botschaft: Across humanitarian aid, defense, and autonomous finance, technology must be designed to strengthen people, not replace their judgment, dignity, or resilience.

Wer mehr von Benjamin wissen will, kann seinen Newsletter abonnieren.

Wie leicht lassen wir uns täuschen. Welches der beiden Bilder ist von AI geschaffen worden?

Erkenntnisse aus drei Jahren ChatGPT      Erkenntnisse aus drei Jahren ChatGPT

Die Auflösung folgt nach meinen Veranstaltungstipps.

 

In meinem Veranstaltungshinweis sind regelmässig die Startup Nights aufgetaucht. Nun übergibt der Entrepreneur Club Winterthur die Veranstaltung an die Swiss Startup Association. Die SSA werden die Startup Nights als Brand weiterführen.

Die Organisatoren des Digital Real Estate Summit legen eine Pause ein. Der nächste Summit findet nicht im Frühjahr 2026 statt, sondern soll 2027 in neuem Kleid weitergeführt werden. Gemäss Mitteilung seien die Umfrage Digital Real Estate & Construction sowie der Pre-Event «Future Insights on Real Estate» von der Pause nicht betroffen. Sie sollen Anfang März in Baden stattfinden.

 

Ausgewählte Veranstaltungen

Neu in der Halle 550 findet die IMMO26 vom 14.-15. Januar 2026 statt.

Die Swissbau bietet Startups eine Bühne vom 20.-23. Januar 2026.

Am 2. Februar 2026 lädt die Group of Fifteen zum jährlichen Symposium im Kunsthaus Zürich. Im Jubiläumsjahr geht es um «Fortschritt statt Vorschrift – Fesseln lösen, Zukunft gestalten».

Die Schweiz hat vom 10.-12. Februar 2026 einen Pavillon an der E-World Energy & Water in Essen.

Raus in den Frühling von Cannes. Dort gibt es die nächste MIPIM vom 9.-13. März 2026.

Der kleine, aber feine Anlass, wo sich Investoren und Startups treffen, findet in Winterthur statt. Winti Ventures lädt am 15. April 2026 zur 4. Durchführung ein.

Im April lockt der Proptech Summit die Gäste vom 22. bis 23. April 2026 nach Hamburg.

Den Global Real Estate Run kann man vom 23. bis 24. April 2026 auch in Hamburg während des Proptech Summits absolvieren. Sonst einfach dort, wo es gerade passt.

Wer es weniger sportlich oder näher liebt, geht am 23. April 2026 an den 108. immoTable Ticino.

Malta im Mai muss sehr schön sein. Neben der Insel kann vom 7.-8. Mai 2026 der EU-Startups Summit entdeckt werden.

Der 109. immoTable findet am 4. Juni 2026 in St. Gallen statt.

Die REAL Estate Arena beherbergt die Branche vom 10. bis 11. Juni 2026 im Messegelände Hannover.

Am 15.-17. Juni 2026 gastiert die EXPO REAL Asia Pacific in Singapur.

Veranstaltungen 2. Hälfte 2026

Luzern ist am 24. September 2026 Austragungsort des 110. immoTable.

Im Trafo in Baden geht am 22. Oktober 2026 der Real Estate Award 2026 über die Bühne.

Der November ist wieder reich befrachtet. Le Salon RENT findet in Paris vom 4. bis 5. November 2026 statt.

Winterthur heisst zwischen dem 5. und 6. November 2026 die Gäste der Startup Nights willkommen.

In der Serie immoTable wird die 111. Ausgabe am 26. November 2026im Limmattal durchgeführt.

Der nächste Digital Real Estate Summit findet erst 2027 statt.

 

 

Das Bild mit der Frau im roten Top ist mit KI erstellt worden, während das Bild mit dem Mann real ist.

1 Kommentar

WhatsApp Sprachnachrichten sind nicht genug • PropTech News · 17. Dezember 2025 um 09:00

[…] sind nicht genug. In der aktuellen Podcastfolge von Mütze & Glatze sprechen Andreas Borck und Robert Kamczyk darüber, wie Künstliche Intelligenz die Immobilienbranche verändert – und warum jetzt der […]

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