Misserfolg wird gefeiert

Veröffentlicht von proptechnews am

Misserfolg wird gefeiert

Misserfolg wird gefeiert. Fuckup Night und Schiefer Turm von Pisa. PropTech Map Switzerland mit neuen Einträgen. SMG kauft Mandatsakquise. Und vieles mehr unter den verschiedenen Rubriken und „Best of the Rest“.

Am Schluss dieses Artikels meine Empfehlungen für nächste Veranstaltungen.

Misserfolg wird gefeiert

Erfolg hat viele Eltern, Misserfolg ist aber ein Waisenkind. Wenn es um Erfolg geht, dann kennen wir keine Zurückhaltung. Erfolg wird immer kommuniziert. Wie steht es aber um Misserfolg? Und genau darum ging es an der 3. Fuckup Night, organisiert von smino und PROVIS. Und ja, Fuckup tönt halt schon viel besser als Misserfolg.

 

Misserfolg wird gefeiert

Schiefer Turm von Pisa grösster Fuckup

Bei der Begrüssung fragt Thomas Pohle, Leiter Marketing bei smino, was in der Bauwirtschaft wohl der grösste Fuckup gewesen sei. Er identifizierte den Bau eines Gebäudes in Pisa, der heute bestens bekannt ist als der Schiefe Turm von Pisa. Obwohl bekannt war, dass der Baugrund schlecht war, wurde gebaut. Im Verlauf der Jahrhunderte wurde immer wieder versucht, die Schräglage zu korrigieren. Wie Bilder zeigen, mit wenig Erfolg.

Misserfolg wird gefeiert

Im smino Reservoir in Zürich traten fünf Redner auf, um über berufliches Scheitern zu sprechen. Aber auch, um die daraus gezogenen Lehren aufzuzeigen. Das Themenfeld an diesem Abend war weit. Ob Sensoren in Abfallkübeln, ob Bauvorschriften, ob Bauen im Untergrund, ob Jungunternehmer oder ob Grossanlass – jedes Thema barg unzählige Möglichkeiten des Scheiterns, aber auch des Lernens und der persönlichen Weiterentwicklung.

Misserfolg wird gefeiert

Merkmale einer Fuckup Night

An einem solchen Anlass sprechen Personen offen über ihre beruflichen Misserfolge. Damit soll eine Kultur des Scheiterns etabliert werden. Andere sollen ermutigt werden, aus Fehlern zu lernen. Scheitern also nicht mehr als Schande, sondern als Teil von Erfolg und Innovation. Deshalb gilt an einer Fuckup Night: Was hier erzählt wird, bleibt in diesen Räumen. Deshalb gibt es von mir keine Details zu den einzelnen Referaten. Einzig diese Aussage des Gastes aus Deutschland möchte ich teilen:

Ein Politiker kann nicht beides: versprechen UND einhalten!

Events

Wenn Familientradition mit Startups zusammenkommt. Dies hätte der Titel des Swiss PropTech Lunches sein können. Lars Sommerer begrüsste die Gäste in den Räumen der Vebego Schweiz. Manuel Senn stellte dann als Co-Gastgeber die Move Consult vor. Das Unternehmen gehört zur Vebego-Gruppe. Anhand von zwei Folien erklärte Manuel die Dienstleistungen von Move Consultant vor. Dabei betonte er, dass die Basis für jede Digitalisierung saubere, verfügbare und konsistente Daten sei. Marc Capeder, Managing Director Facility Management, ging bei seinen Ausführungen auf die DNA von Vebego ein. Das Familienunternehmen wird in der 3. Generation von Ton Goedmakers geführt. Ton habe ich damals an den legendären Anlässen von SVIT Schweiz in Pontresina getroffen. Gemäss Marc ist das Wohl der Mitarbeitenden bei Vebego sehr wichtig. Für Vebego Schweiz sind Qualität, Hospitality, Expertise/Innovation die Kernaussagen im Umgang mit Kunden.

Investments

Gemäss dem aktuellen Swiss Venture Insights Report für das 3. Quartal 2025 wurde für diesen Zeitraum keine PropTech Finanzierung erfasst. Im letzten Jahr waren es noch 4 Millionen, die in PropTechs geflossen sind. Die grossen «Abräumer» waren Cleantech, Robotics und ICT, wobei nicht klar ist, ob sich unter dem Sammelbegriff «ICT» nicht auch PropTechs verstecken.

Das auch in der Schweiz tätige PropTech Drooms hat seine Beteiligung am PropTech Bazimo an ein Softwareunternehmen verkauft. Grund dafür sei die strategische Neuausrichtung von Bazimo mit einem stärkeren Fokus auf den französischen Markt.

PropTech Map Switzerland

In der Kategorie «Construction» ist neu evolut.swiss mit einer BIM-Lösung vertreten.

Das europäische PropTech wemolo.com verstärkt sich in der Schweiz mit Cyrill Schöni als Country Manager. Das PropTech hat eine Lösung für Parkplätze und ist neu in der Kategorie «Services» aufgeführt.

Schliesslich gibt es in der Kategorie «Software ERP CRM» einen Neuzugang. limmobi.ch ist ein ERP für die Bewirtschaftung und eignet sich vor allem für kleinere Bewirtschafter oder für die Verwaltung von Stockwerkeigentum. Die Cloud-Lösung arbeitet bereits mit KI für die Analyse von Kreditorenrechnungen.

Künstliche Intelligenz

Rightmove will seine Investitionen in Künstliche Intelligenz zwischen 2026 und 2028 um rund 18 Millionen Pfund ausbauen. Ziel sind digitale Immobilienbewertungen, Stilvorschläge per KI und intelligentere Suchfunktionen. Doch die Börse reagierte mit einem Kurssturz von bis zu 28 %, da das Unternehmen nur noch mit einem Umsatzwachstum von 8–10 % rechnet – weniger als zuvor angekündigt. Der schwache britische Immobilienmarkt, bedingt durch hohe Zinsen, stagnierende Käuferstimmung und nur geringe Preiszuwächse, belastet zusätzlich. Neben dem Konkurrenten OnTheMarket droht Rightmove auch neue Konkurrenz durch KI-basierte Suchtools wie ChatGPT, die Online-Traffic abziehen könnten.   Die ambitionierte Digitalstrategie wirkt zukunftsgerichtet, doch sie kann strukturelle Schwächen kaum verdecken. Rightmove setzt auf mittelfristige Gewinne, nimmt aber kurzfristige Margenrisiken in Kauf. Ob sich die Wette auszahlt, hängt stark von der Erholung der Immobiliennachfrage ab.

Immobilieninvestor will Personal durch KI ersetzen

Barry Sternlicht, der Gründer von Starwood Capital, erklärte in einem aktuellen Interview, dass er plane, einen erheblichen Teil seiner Belegschaft durch Künstliche Intelligenz (KI) zu ersetzen. Er bezeichnete KI als „unglaublichen Produktivitätsverstärker“, der es ermögliche, Arbeitsprozesse zu verschlanken, Kosten zu reduzieren und mehr Aufgaben mit weniger Personal zu bewältigen. Diese Ankündigung eines der einflussreichsten Immobilieninvestoren der Welt verdeutlicht, wie stark die Branche auf Automatisierung und digitale Transformation setzt.

KI als Jobkiller

Während KI in der Immobilienwirtschaft zunächst vor allem in der Datenanalyse und im Property Management eingesetzt wurde, ist sie heute zu einem zentralen Bestandteil vieler Geschäftsprozesse geworden. Maklerbüros nutzen maschinelles Lernen, um potenzielle Käufer oder Mieter zu identifizieren, Entwickler arbeiten mit KI-generierten Finanzmodellen, und Investmentfirmen setzen Algorithmen ein, um komplexe Deals zu prüfen – Aufgaben, die früher Wochen dauerten. Laut einer Studie von McKinsey könnten bis zu 45 Prozent der Tätigkeiten in den Bereichen Finanzen, Verwaltung und Kundenservice durch generative KI automatisiert werden.

Diese Entwicklung verändert auch die Zusammensetzung der Belegschaft. Unternehmen stellen weniger Junior-Analysten ein und investieren stattdessen in Datenwissenschaftler und KI-Plattformen. Die nächste Phase wird entscheidend sein: Firmen, die KI tief in ihre Prozesse integrieren, können Kosten deutlich senken und schneller agieren als ihre Wettbewerber. Doch die Herausforderung bleibt, Effizienzgewinne mit menschlicher Kreativität und Zusammenarbeit zu verbinden. Der langfristige Erfolg wird davon abhängen, ob es gelingt, KI nicht nur als Ersatz, sondern als Ergänzung menschlicher Fähigkeiten zu nutzen.

 

Misserfolg wird gefeiert

Swiss Marketplace Group übernimmt die Schweizer Aktivitäten von immoverkauf24. Damit soll der Bereich der digitalen Mandatsakquise verstärkt werden. Immobilienmakler sollen bei der Akquise von Verkaufsobjekten unterstützt werden, als bei den Anfragen von Verkäufern. Dabei soll es sich um telefonisch überprüfte Eigentümerinnen handeln, die den Verkauf ihres Hauses in naher Zukunft planten. Laut Martin Waeber, Managing Director von SMG Real Estate, unterstütze der Asset Deal die Strategie, den Maklern über den gesamten Vermarktungsprozess hinweg die besten digitalen Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Jahrelang bewegte sich Zillow zwischen Immobilienmedienunternehmen und Transaktionsplattform. Nun steht diese verschwommene Identität unter Beobachtung. Eine neue Sammelklage wirft Zillow vor, dass das Premier-Agent-Programm nicht nur Makler mit potenziellen Kunden verband, sondern diese auch an Zillows eigene Hypothekenabteilung weiterleitete. Dadurch sei ein, wie die Kläger es nennen, illegales „geschlossenes Netzwerk“ entstanden, das gegen Bundesrecht verstosse. Laut Klage bot Zillow Maklern wertvolle Kundenanfragen nur dann an, wenn diese die Kunden an Zillow Home Loans weiterleiteten.

Erfolg und Misserfolg nahe beieinander

Kürzlich war SeLoger noch mit einem grossen Stand am Salon RENT in Paris vertreten. Nun verdichten sich Gerüchte, wonach der französische Immobilienmarktplatz bis zu 30 % der Belegschaft entlassen will. Ausschlaggebend seien u.a. die schwächelnde Anzahl Immobilientransaktionen. Hinzu kommt die grosse Konkurrenz unter den Marktplätzen.

AIM Group hat den Real Estate Marketplaces annual report 2025 veröffentlicht. Der Report kostet 1’695 Dollar, ausser man hat ein Abo für den Real Estate Intelligence service. AIM Group zeigt im Report, wie die führenden Immobilienportale z.B. mit Generative Engine Optimization umgehen. Auch sind Aussagen zu den 35 weltweit führenden Marktplätzen oder den Top 3 pro Land zu finden. Hier geht’s zum Report!

Ausgewählte Veranstaltungen

Der 107. immoTable vom 27. November 2025 in Basel schliesst den Veranstaltungsreigen ab.

Veranstaltungen in 2026

Neu in der Halle 550 findet die IMMO26 vom 14.-15. Januar 2026 statt.

Die Swissbau bietet Startups eine Bühne vom 20.-23. Januar 2026.

Am 2. Februar 2026 lädt die Group of Fifteen zum jährlichen Symposium im Kunsthaus Zürich. Im Jubiläumsjahr geht es um «Fortschritt statt Vorschrift – Fesseln lösen, Zukunft gestalten».

Die Schweiz hat vom 10.-12. Februar 2026 einen Pavillon an der E-World Energy & Water in Essen.

Der nächste Digital Real Estate Summit findet am 5. März 2026 im Trafo in Baden statt.

Raus in den Frühling von Cannes. Dort gibt es die nächste MIPIM vom 9.-13. März 2026.

Der kleine, aber feine Anlass, wo sich Investoren und Startups treffen, findet in Winterthur statt. Winti Ventures lädt am 15. April 2026 zur 4. Durchführung ein.

Im April lockt der Proptech Summit die Gäste vom 22. bis 23. April 2026 nach Hamburg.

Den Global Real Estate Run kann man vom 23. bis 24. April 2026 auch in Hamburg während des Proptech Summits absolvieren. Sonst einfach dort, wo es gerade passt.

Malta im Mai muss sehr schön sein. Neben der Insel kann vom 7.-8. Mai 2026 der EU-Startups Summit entdeckt werden.

Die REAL Estate Arena beherbergt die Branche vom 10. bis 11. Juni 2026 im Messegelände Hannover.

Am 15.-17. Juni 2026 gastiert die EXPO REAL Asia Pacific in Singapur.

Veranstaltungen 2. Hälfte 2026

Winterthur heisst zwischen dem 26. und 27. November die Gäste der Startup Nights willkommen.

Im Trafo in Baden geht am 22. Oktober der Real Estate Award 2026 über die Bühne.


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